Bericht zum D/A/CH/FR-Treffen in Friedrichshafen
Modellflugsport im Fokus europäischer Entwicklungen. Ein Austausch zur Stärkung des Modellflugsports und zur Vorbereitung auf kommende Regularien.
Im Rahmen der Fachmesse „Faszination Modellbau“ in Friedrichshafen fand das jährliche Treffen der Modellflugverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich, sowie der IG Hangflug als länderübergreifende Interessensvertretung der Hangflieger, statt. Ziel dieser Zusammenkunft war es, länderübergreifend aktuelle Herausforderungen, gemeinsame Interessen und die Zukunft des Modellflugsports zu diskutieren. Angesichts wachsender gesetzlicher Anforderungen und infrastruktureller Veränderungen gewinnt dieser Austausch zunehmend an Bedeutung für alle Mitglieder und Aktive im Modellflugsport.
Wichtige Diskussionsthemen
Jugend- und Nachwuchsarbeit: Die Gewinnung und Förderung junger Mitglieder bleibt eine zentrale Aufgabe, um die Zukunftsfähigkeit des Modellflugs zu sichern. Es wurden Ansätze vorgestellt, wie Vereine attraktiver für Jugendliche gestaltet werden können, etwa durch gezielte Schnupperangebote oder moderne Kommunikationswege.
Europäisches Modellflugrecht: Die Harmonisierung von Vorschriften auf europäischer Ebene stellt Vereine und Piloten vor viele Herausforderungen. Insbesondere die Abgrenzung des Modellflugs von allgemeinen Drohnenregelungen wurde intensiv besprochen.
Bedrohung der Modellflugplätze durch Windkraftanlagen und Energietrassen: Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zunehmend zu Konflikten um die Nutzung von Lufträumen und Flächen. Es wurde diskutiert, wie Interessenvertretungen die Standorte der Modellflugplätze besser schützen und in Planungsverfahren eingebunden werden können.
Zukünftige Regularien
Jürgen Lefevere, Vizepräsident von Europe Air Sports und Vorstandsmitglied der EMFU, berichtete über anstehende Neuerungen auf EASA-Ebene, die in den kommenden zwei Jahren auf den Modellflugsport in der EU zukommen werden:
Eigenständige Regulierung des Modellflugsports: Die Herauslösung des Modellflugs aus den allgemeinen Drohnenkategorien soll den besonderen Charakter des Hobbys bewahren und eine praxisnahe Regulierung ermöglichen.
Einführung eines Occurrence Reporting-Systems: Auch für die unbemannte Luftfahrt wird an einem Meldesystem für sicherheitsrelevante Vorfälle gearbeitet.
e-conspicuity – Sichtbarkeit im Luftraum: Die technische Sichtbarkeit aller Luftraumteilnehmer (bemannt und unbemannt) wird verstärkt gefordert.
Zukunft des U-Space-Luftraumes: Die Entwicklung kontrollierter Lufträume für unbemannte Systeme („U-Space“) betrifft auch den Modellflugsport.
Ausblick und Service der Interessensvertretung
Die Sektion MOD im ÖAeC informiert ihre Mitglieder regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und unterstützt bei der Umsetzung neuer Anforderungen. Im Zuge der kommenden Sektionsversammlungen und im ersten „prop“ des Jahres 2026 werden wir detailliert auf die Neuerungen eingehen. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf steht euch die Interessensvertretung jederzeit zur Verfügung – gemeinsam gestalten wir die Zukunft des Modellflugsports!