5. Warbirdtreffen in Timmersdorf 2025
Das letzte Wochenende im September steht vor der Tür, auf zum 5. Warbirdtreffen nach Leoben Timmersdorf in der Steiermark.
Die Wettervorhersage könnte besser sein, leichter Regen am Freitag in der Früh in Graz. Trotzdem lade ich nach dem Frühstück meine P-40 ins Auto, breche auf und staune nicht schlecht als nördlich der Gleinalm der Regen aufhört. Sogar ein bisschen blau schimmert durch die dunklen Wolken.
Robert Trollnögg, der vor 5 Jahren zum ersten Treffen aufgerufen hat, ist schon am Platz und bereitet seine Maschinen vor. Er will noch bevor die anderen kommen die neue Yak-11 einfliegen. Seine bewährte P-40 wartet noch im Anhänger. Wie sollte es anders sein, der Erstflug des russischen Fliegers gelingt erwartungsgemäß.
Wie viel Piloten werden kommen, hält der Wetterbericht die „Warbirdler“ ab? Nein, gegen Mittag taucht unser Freund Helmut Höller aus Bayern auf, er ist ein treuer Mitstreiter, er war von Anfang an dabei. Wenig später die alten Haudegen aus Gols mit schwerem Gerät und erstmals Jurij Batagelj aus Slowenien, der seine (noch) weiße Mustang mitbringt. Allmählich füllt sich die Abstellflächen mit Warbird Raritäten, wie man sie sonst in so großer Zahl kaum zu sehen bekommt.
Bis zum Finster werden wird geflogen- einzeln oder gemeinsam, es wird nachgetankt, geschraubt und natürlich gefachsimpelt.
Und abends als es längst dunkel geworden ist und uns der Hunger ins warme Flugplatzstüberl treibt, werden alle Anwesenden mit frischem Schweinsbraten mit Knödel und Sauerkraut empfangen. Ein Dank an dieser Stelle an „Rolli“ Roland Hoffelner, dem guten Geist hier am Airport nahe Leoben.
Der nächste Morgen, frische Luft liegt über dem kurz gemähten Rasen des Flugplatzes. Und während die ersten Piloten noch etwas müde ihre Maschinen startklar machen, treffen weitere Piloten ein. Am Ende werden mehr als 30 Flugzeuge, eigentlich sollte ich Kunstwerke sagen, den Flugplatz säumen. Höchste Baukunst gepaart mit grandiosen Flugleistungen der Besitzer, besser geht es nicht.
Jedes Modell hätte es verdient erwähnt zu werden, aber das würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Stellvertretend seien aber doch einige Exemplare erwähnt. Da wäre zum Beispiel die riesige Junker Ju-188 von Adi Lepold von den Modellfliegern aus Goggitsch. Mehr als fünf Jahre hat er an dieser perfekten riesigen Maschine gewerkt und führt sie den staunenden flugbegeisterten Anwesenden am Boden und in der Luft meisterhaft vor. Vom selben Verein sei auch Franz Hütter mit seiner De Havilland DHC-1 Chipmunk genannt, er konstruierte und baute nicht nur seine tolle Maschine selbst, Franz hat sogar seinen eigenen Reihenmotor aus zwei Baumsägemotoren gebaut und so lange herumgetüftelt und die beiden Zweitakter vereint bis sie eine Einheit bildeten und nun wie ein schweizer Uhrwerk funktionieren. Die Symbiose aus Flugzeug und Motor ist genial. Kurt Seidl hat neben seiner Corsair auch noch seine Yak-11 mitgebraucht, Herbert Holzer der all die Mustangs konstruiert und erbaut hat. Die mächtige Boeing B-17 von Peter Pfeffer, P-47 Thunderbolts in allen Größen, Warhawks und und…
Dass es dann doch nicht ganz so militärisch zugeht, haben sich auch noch zwei richtig feine Rennmaschinen eingefunden. Gerhard Kercek und Helmut Höller rüsten ihre beiden elektrischen Pushy Galores auf. Nachbauten des legendären Rennflugzeuges aus dem Jahr 1988, das im Original nur ein einziges Mal gefertigt wurde, danach Rekorde brach, um acht Jahre später für immer im Museum von Oskosh zu verschwinden. Wie schön, dass hier die Zeit zurückgedreht wird und wir Geschichte neu erleben dürfen. Noch dazu mit authentischer Geräuschkulisse und in Formation, so etwas suchte man bei den Luftrennen von damals vergeblich.
Ein fliegendes Luftfahrtmuseum hier in Timmersdorf, Herz was willst du mehr?!
Das perfekte Flugwetter wurde abermals bis zum Abend ausgenutzt und als dann alle Flieger im Hangar verstaut waren, hatte unser Freund Rolli mit seinen beiden Helferinnen Astrid und Heidi das Abendessen fertig. Vorzügliche Wienerschnitzel und Cordon Bleus samt Beilage wurden den hungrigen Piloten gereicht, sodass auch am Ende des zweiten Tages niemand mit leerem Magen zu Bett gehen musste. Was war das für ein herrliches Flugwochenende, vielen Dank allen Beteiligten für diese einzigartige Veranstaltung.
Wie geht es weiter? Die Verantwortlichen vom Sportfliegerverein Timmersdorf waren abermals derart begeistert, dass nächstes Jahr zur selben Zeit etwas „größeres“ stattfinden soll, offiziell mit Publikum und Hangarfest. Was genau wird sich in den nächsten Wochen ergeben. Ich bin mit Sicherheit wieder dabei und so wie es aussieht auch alle die heuer mit dabei gewesen sind.
Bildbeschreibung:
Bild_1: noch warter die P-40 einsam und verlassen, doch das sollte sich bald ändern...
Bild_2: Franz Hütters DHC-1Chipmunk mit dem Reihen- Zweizylinder Selbstbaumotor
Bild_3: anspannung bei Herbert, „Red" und Jurji kurz vor dem gemeinsamen Mustangüberflug
Bild_4: tolles Flugwetter mit mehr als 30 perfekt gebauten Warbirds begeistern alle anwesenden
Bild_5: Helmut Höller und Gerhard Kercek mit ihren beiden rassigen Flitzern