Häuserer Friedrich

Kunstflugkurs beim UMFC Condor

Am Samstag den 10 Oktober d. j. wurde am Flugplatzgelände des UMFC Condor Waizenkirchen ein Modellflugkurs der Sportunion, für Nachwuchspiloten und fortgeschrittene Piloten im klassischen Motorkunstflug veranstaltet.

Sowohl Organisation, wie auch die Kursleitung wurde durch BSR Heinz Kronlachner durchgeführt.

Trotz schlechter Wettervorhersage kamen einige zum Teil sehr flugerfahrene Piloten, wie auch Anfänger im Bereich Kunstflug.

Die Zeit wurde von allen anwesenden intensiv genutzt.

Das Wetter blieb bis ca. 13. 30 Uhr stabil, erst danach kam der erwartete Wetterumschwung.

Somit konnte der theoretische Teil begonnen werden. Hier stand der BSR und ehemalige Staatsmeister in F3A Heinz Kronlachner mit Rede und Antwort und vor allem mit viel Wissen, für alle Fragen zur Verfügung und gab auch das eine oder andere Geheimnis, auch preis.

Es war für alle Teilnehmer eine tolle Bereicherung wenn sich ein langjähriger und erfolgreicher Wettbewerbspilot dazu bereit erklärt, ist, seinen umfangreichen Erfahrungsschatz im Rahmen eines Lehrganges zur Verfügung zu stellen,.
Diese Veranstaltung war keinesfalls ausschließlich auf RC III/F3A beschränkt, sondern wurden für alle Sparten des Modelflugs relevante Fragen erörtert. Ein paar der wesentlichsten Erkenntnisse sollen hier präsentiert werden:

Der praktische Teil bestand zunächst darin, dass die Teilnehmer, die dabei nicht minder nervös als bei der Teilnahme an einem Wettbewerb waren, das Programm vorflogen und danach detailliert auf eingelernte Fehler, sowohl das Fliegen der einzelnen Figuren als auch die Platzierung des gesamten Flugsektors betreffend, hingewiesen wurde. Der Kursleiter erklärte sich auch dazu bereit, selbst Modelle der Teilnehmer vorzufliegen.
Dabei zeigte sich zum Teil,  dass die Modelle besser flogen als diese von den  Eigentümer bis dahin angenommen.
Ein nicht unerhebliches Verbesserungspotential im Bereich Feineinstellungen sowohl des Modells als auch des Senders war vorhanden. Letzteres wurde sodann im theoretischen Teil ausfürlichst besprochen.

Zur Einstellung des Modells:

Ein Modell sollte so eingestellt werden, dass es ohne Verwendung von Mischern in jeder Fluglage von selbst absolut gerade fliegt, in der Normalfluglage auch bei Vollgas nicht wegsteigt und bei Standgas in einen leichten Sinkflug übergeht, im Rückenflug nur leicht gedrückt werden muss und für den Messerflug nur ein geringer Seitenruderausschlag erforderlich ist, ohne dass das Modell auf Hoch, Tief oder Quer wegdreht.

Dafür ist eine genaue Abstimmung vor allem von Schwerpunktlage, Motorzug und Motorsturznotwendig. Für die Bestimmung der Schwerpunktlage hat sich bei Trapezflügeln die 1/3, 1/3, 1/3 Methode als der ideale Ausgangspunkt für die nachfolgende Feineinstellung herausgestellt. Dabei ist sowohl bei der Flächenwurzel als auch beim Randbogen von der Nasenleiste aus jeweils 1/3 der Flächentiefe nach hinten zu messen, die beiden sich daraus ergebenden Punkte durch eine Gerade zu verbinden, auf dieser Geraden von der Flächenwurzel 1/3 der Strecke zum Randbogen zu messen und durch diesen Punkt eine Gerade zu legen, die zur Rumpflängsachse im rechten Winkel steht. (ev. kleine Skizze einfügen)

Bei der Verstellung von Motorzug und Motorsturz hat sich gezeigt, dass diese von den Piloten oft in viel zu großen Schritten vorgenommen wird. Bei dem vorhandenen geringen Abstand der Befestigungspunkte des Motorkreuzes bedeutet nämlich das Unterlegen von 1mm Beilagscheiben bereits eine Winkeländerung von wesentlich mehr als einem Grad. Zielführender ist es daher, anstatt Beilagscheiben, Blechplättchen aus Konservendosenblech zur Feinabstimmung zu verwenden.

Zur Einstellung des Senders:

Bei der Sendereinstellung wird das enorme Potential der modernen Computersender idR viel zu wenig genutzt, insbesondere die Programmierung von Flugphasen und deren Umschaltung. So gibt es etwa Piloten, die bei jedem Sturzflug immer wieder nach der Stellung des Gasknüppels für die optimale Motorbremswirkung suchen müssen, anstatt eine Flugphase zu programmieren, in welcher der Weg des Drosselgebers so eingestellt ist, dass diese Stellung erreicht wird, wenn der Geber am hinteren Anschlag steht.

Bei manchen Flugfiguren sollten die Ruderausschläge idealerweise anders eingestellt werden als beim restlichen Flugprogramm. So bedürfen Snap wesentlich stärkerer Ausschläge auf allen drei Achsen, beim Trudeln sollte der Querruderausschlag hingegen auf ungefähr 1/3 reduziert werden. Dafür bietet sich natürlich wieder an, einzelne Flugphasen zu programmieren. Bedenkt man, dass diese Flugfiguren jeweils eine Kombination von Geberpositionen aufweisen, die beim restlichen Flugprogramm so nicht vorkommen, wird sofort eines klar. Man braucht die Flugphasenumschaltung nicht auf mechanische Schalter zu legen, sondern kann dem Sender die Umschaltung automatisch vornehmen lassen. Hierfür braucht nur die jeweils charakteristische Geberkombination einem logischen Softwareschalter zugeordnet werden und dieser wiederum einer bestimmten Flugphase. So definiert man z.B. einen logischen Schalter mit den Parametern Höhe, Seite, Quer und Gas größer als x und weist diesen der Flugphase Snap zu. Auf diese Weise kann man sogar für positive und negative Snap unterschiedliche Ruderausschläge programmieren, ohne sich während des Fluges auf das Umschalten zwischen den einzelnen Flugphasen konzentrieren zu müssen.

Diese Veranstaltung war nicht die letzte ihrer Art. Wer mehr wissen will, gleichgültig ob Wettbewerbs- oder Hobbypilot, ist zur Teilnahme bei den nächsten Veranstaltungen herzlichst eingeladen, und keine Angst. Es ist kein Seminar im herkömmlichen Sinn, sondern es wird alles zwanglos in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen diskutiert. 

Da es heutzutage nicht selbstverständlich ist, Organisatoren zu haben, die sich für solche Kurse die Zeit nehmen, möchte sich hiermit der UMFC Waizenkirchen noch für die tolle Veranstaltung recht herzlich bedanken.