Manfred Dittmayer

Rock 4K „Es muss nicht immer Plastik sein“

GFK, CFK, Keflar etc. sind alles Materialien/Begriffe, die speziell uns Hangflieger seit Jahren begleiten. Natürlich ist dieses Material für unsere Flugmodelle nicht mehr wegzudenken.

Dass es aber auch anders geht, zeigen die Modelle von rs-aero.com. Bei diesen Modellen hat Holz in ausgezeichneter Qualität den Vorrang. Möchte man  wieder zum Ursprung des Flugmodellbau zurück, sei es bei uns älteren Modellbauern vielleicht aus Nostalgiegründen oder mal ganz einfach zur Abwechslung von Schaum und CFK, so ist man bei Robert Scheibelhofer, dem Inhaber von rs-aero.com, gerade richtig!

Da ich gerne am Hang fliege, wählte ich nach Rücksprache mit Robert Zeller den Bausatz des Rock4K aus. Schon bei der ersten Besichtigung des Bausatzes zeigte sich die gute Qualität der Materialien und vor allem die mit großer Sorgfalt nach Baustufen sortierten und beschrifteten Frästeile und Leisten. Ein ausgezeichneter Bauplan, der seinen Namen auch wirklich verdient, eine vom Hersteller geprüfte und unterschriebene Stückliste und sogar eine Abdeckfolie für den Bauplan sind dem Bausatz beigelegt. Ein bereits vorkonfektionierter Kabelbaum für den Vierklappenflügel sowie alles erforderliche Kleinmaterial liegt ebenfalls dem Bausatz bei!

Bau des Rock4K

Die ausgezeichnete, reich bebilderte Bauanleitung in Verbindung mit der bereits erwähnten Stückliste und den beschrifteten Bauteilen machen den Bau des Modells zu einem Erlebnis der Sonderklasse. Nicht nur „Holzwürmer“, sondern auch allen die mal ein „Holzmodell“ bauen wollen, kann man den Rock4K nur empfehlen.

Der Tragflügel wird direkt am Bauplan aufgebaut (Bucheinbindefolie benutzen). Eine Hilfsschablone wird im Bereich der Endleiste auf das Baubrett geheftet und ermöglicht in Verbindung mit der Holmverkastung, den Holmen und der Nasenbeplankung einen exakten Aufbau des Flügels. Zu beachten ist, dass nur immer die Bauteile vorbereitet werden, die man für den jeweiligen Bauabschnitt benötigt. (Erspart zeitaufreibende und nervende Sucherei!!) Auch ist darauf zu achten, dass man einen rechten und linken Flügel baut! Klingt blöd, passiert aber immer wieder. Der exakte Aufbau der Flügel ist in der reichbebilderten Bauanleitung Schritt für Schritt beschrieben und abgebildet. Die Anleitung ist daher auch für „Holzwurmeinsteiger“ bestens geeignet.

Das V-Leitwerk wird ebenfalls am Baubrett aufgebaut und besteht aus vier Balsaholzfrästeilen. Um ein Verwerfen und Verdrehen der Leitwerke zu verhindern, sind quer zur Faserrichtung Nuten gefräst, die mit bereits passenden Balsastreifen eben verklebt werden. Dadurch entstehen drehsteife  Leitwerksflügel und Ruderblätter. Die Ruderblätter werden noch, wie in der Bauanleitung beschrieben, mit den Anlenkungsdrähten (mit aufgelöteten Kugelköpfen) ausgerichtet und verklebt. Das ist ein bisschen „Fummelei“ gelingt aber letztendlich dank der Fotos in der Bauanleitung recht gut.

Der Rumpf wird aus Balsa/Sperrholzteilen aufgebaut. Hier muss man sich nun entscheiden ob man einen Motor (mit 28mm) einbauen oder einen reinen Segler bauen will. Der Unterschied in der Bauanleitung ist gelb hinterlegt. Auch in diesem Bauabschnitt ist die Bauanleitung vorbildlich und macht den Aufbau zum Vergnügen.  Der Rumpf wird auf dem Plan aufgebaut. Als Erstes werden die Seitenteile mit den Sperrholzteilen verklebt, anschließend werden die Rupfspanten, das Servobrett und die Flächenbefestigung auf dem Rumpfzwischenboden aufgebaut, ausgerichtet und anschließend mit den Seitenteilen verleimt. Eine Besonderheit ist der „doppelte Boden“ im vorderen Bereich des Rumpfes. Hier finden die Servokabel der Flächen und des Rumpfes ausreichend Platz. Dadurch ist darüber auch ausreichend Platz für den Antriebsakku, den Regler und den Empfänger. Innerhalb relativ kurzer Bauzeit (ca. 15-20 h) ist der Rock 4K rohbaufertig und es kann ans Verschleifen gehen. Für die Tragflächen sind dem Bausatz Schablonen für die Nasenleiste beigelegt. Sie sind nummeriert und legen die genaue Position der Schablone am Flügel fest. Ist alles gut verschliffen und entstaubt, kann es ans Finish gehen.

Meinen Rock 4K habe ich komplett mit ORACOVER in verschiedenen Farben bespannt.

Der Einbau der Servos ist ebenfalls durch die beigelegten Servorahmen und vorgefertigten Servodeckel kein Problem, solange man die empfohlenen Servos verwendet und sich genau an die Bauanleitung hält. Sämtliche Ruder und Klappen werden beim Bügeln mit der Folie „angeschlagen“. Hat man das noch nie gemacht so sollte das auf einem Probestück probiert werden.

Der Einbau der RC-Anlage und der sonstigen Komponenten ist am Plan vorgegeben und so kann es rasch ans Einstellen der Ruder und der Schwerpunktlage gehen. Alle Einstellwerte sind sowohl am Bauplan als auch in der Bauanleitung angeführt. Hält man sich daran, so fliegt der Rock 4K auf „Anhieb“. Davon aber etwas später.

Fliegen mit dem Rock 4K. Wie empfohlen habe ich den Rock 4K an einem windstillen Tag (gibt´s manchmal auch in Wien) von Hand aus und ohne Motoreinsatz gestartet. In einem sanften Gleitflug und ohne auszubrechen glitt der Rock 4K dahin. Daher konnte ich es nicht lassen und gab „Vollgas“ - Verzeihung „Vollstrom“ - und der Rock 4K ging ab wie ein „Hotliner“, senkrecht in den Himmel. Vielleicht sollte ich doch etwas Tiefenruder beimischen. Gesagt getan und mit etwa 15% geht’s noch immer steil genug bergauf. Der Rock 4K ist nicht langsam unterwegs aber das liegt natürlich auch am gewählten Profil und Robert Scheibelhofer wollte mit dem Rock 4K ja auch keinen „Wiesenschleicher“ entwickeln. Sowohl der angegebene Schwerpunkt als auch die angegebenen Ruderausschläge sind stimmig. Ich persönlich habe meinem Rock 4K noch 30% Expo verordnet, aber das ist natürlich Geschmacksache. Die angegebenen Einstellwerte der Querruder und Wölbklappen für Thermik und Speed sind stimmig und zeigen die Vielseitigkeit des Modells. Bei der Butterflystellung habe ich mich ebenfalls an die Angaben gehalten. Lediglich die Tiefenruderbeimischung habe ich um 10%, von 40% auf 30% reduziert, aber auch das ist letztendlich pilotenspezifisch.

Der Rock 4K ist ein sehr gut fliegendes Modell, das auf die Ruderausschläge gut reagiert und aus meiner Sicht von jedem Piloten mit “Querrudererfahrung“ beherrscht werden kann. Sowohl in der Ebene als auch am Hang überzeugt der Rock 4K durch ausgezeichnetes Flugverhalten und bringt jede Menge Flugspaß.

Und weil die E-Version des Rock 4K so viel Spaß macht, habe ich mir auch eine reine Hangmaschine gebaut. Der Bau selbst ging natürlich recht flott voran und war bis zu meiner Hangflugwoche in Großarl einsatzbereit. Beim Erstflug am Nordhang verabschiedete sich das Modell in einer eleganten Abwärtsspirale, meine Steuersignale ignorierend, in einen Latschenwald auf „nimmer Wiedersehen“ Nach längerer Suche und Kletterei fand mein Fliegerfreund „Gasi“ doch noch das Modell - zwar beschädigt, aber doch  reparierbar. Da das Flugwetter am Ende der Woche nicht das Beste war, hatten wir Zeit genug für eine Instandsetzung und Fehlersuche. Resultat:“ Ich hatte vergessen, dass ich einen Empfänger mit Kreisel in den Rock 4K verbaut habe und beim Start nicht die Initialisierung abgewartet hatte.“ Beim nächsten Flugtag und bei gutem Aufwind konnte nun auch der „Hang-Rock 4K überzeugen und „rockte“ den Hang eindrucksvoll.

 

 

 

Resümee

Beide Modellvarianten des Rock 4K überzeugen durch ausgezeichnete Qualität der Bausätze, bestes Material und hervorragende Dokumentation. Sowohl der beigelegte Plan, aber besonders auch die reich bebilderte und strukturierte Bauanleitung, machen den Bau zu einem Vergnügen. Nicht zu vergessen das gute Preis/Leistungsverhältnis. Einfach - „Made in Austria“

 

Manfred Dittmayer

TECHNISCHE DATEN:

 

Spannweite:

203 cm

Länge:

109 cm

Fluggewicht:

ab 800 g

Flächeninhalt:

30 dm²

Flächenbelastung:

26,67 g/dm²

Motor:

28 mm

Luftschraube:

Aeronaut 10x8

Akku:

3s-2400 mA

Steuerung:

S, H, QR, WK, M

Bezug und weitere Infos unter

info@rs-aero.com

 

Fotos und Text: M.Dittmayer