DI Heimo Stadlbauer, DI Karl Waser

F5B/F5F Trainingstage beim MFC-Zwaring

Weltmeister der FAI-Wettbewerbsklasse F5B, Karl Waser, organisierte für Wettbewerbspiloten und andere Interessenten am 2. und 3.10.2020 auf dem Modellflugplatz des MFC-Zwaring Trainingstage in den F5B/F Elektrosegelflugklassen. Zur Erinnerung eine kurze Einführung:

Der erste Durchgangsteil umfasst das Streckenfliegen. Innerhalb von 200 Sekunden ist eine Strecke von 150 m (begrenzt durch Wendemarken) so oft wie möglich im Segelflug zu durchfliegen. Außerhalb der Strecke darf der Motor insgesamt 10-mal eingeschaltet werden, um das Modell auf Höhe zu bringen und zu beschleunigen. Unmittelbar nach Ende der 200 Sekunden folgt der 10 Minuten dauernde Segelflug, wobei mit so wenig wie möglich Motoreinsatz zu thermik-segeln ist. Abgeschlossen wird der Durchgangsflug mit einer Ziellandung. Das Modell soll hier im innersten von drei Landekreisen exakt, nach 10:00 Minuten zum Liegen kommen und Zeit sowie die Landung im Landekreis werden hier bewertet. Das Energieverbrauchslimit ist bei der Klasse F5B mit 1750 Wmin und bei F5F mit 1300 Wmin pro Durchgang festgelegt, was mittels eines Loggers kontrolliert wird. Ein Überschreiten desselbigen wird mit Punkteabzügen geahndet.

An den beiden Tagen konnten insgesamt sechs (davon zwei für die Klasse F5F) Piloten, nämlich Manfred Grüneis, Gerhard Recinsky, Franz Riegler, Julian Schild, Heimo Stadlbauer und Organisator Karl Waser bei bestem Wetter zahlreiche Trainingsflüge durchführen. Unter den kritischen Augen der Spitzenpiloten wurde ein Flug nach dem anderen absolviert und anschließend in Hinblick auf Flugleistung und Energieverbrauch (wurde aus dem Logger ausgelesen) reflektiert. Die sehr konstanten äußeren Bedingungen am Freitag lieferten beste Voraussetzungen um Einstellung des Modells sowie die Antriebsabstimmung zu überprüfen und zu optimieren. MFC-Zwaring Obmann und „Edelhuper“ Andreas Leber an der B-Wende betätigte die Hupe in einer Art und Weise, die ein zu weites Überfliegen „hörbar“ machte und spornte somit die Piloten zu Höchstleistungen an. Speziell beim Wenden ist ein raum- sowie zeitsparender Flugstil sehr wichtig.

Die von Karl Waser und Franz Riegler abgehaltene Präsentation zu den Wettbewerbsklassen F5B und F5F stellte beide Klassen einführend vor und behandelte die F5B/F-Flugaufgaben, die Einstellung der Modelle, sowie Antriebe und deren Abstimmung in Hinblick auf das Energielimit im Detail. Eigene Erfahrungen aus zahlreichen Wettbewerbsteilnahmen wurden den Teilnehmern gerne weitergegeben.

Zur Technik: Die Piloten setzten vorwiegend den Avionik B18 von S. Sobakin bzw. den Speedfire2 von P. Janku in der F5B Klasse ein. Antriebsseitig waren hauptsächlich 10S >= 1500 mAh bzw. 8S >=1800 mAh Setups verbaut, wobei auf der Motorseite die HP220 30 oder 40 Evo Serie von Plettenberg bzw. die L4031 2050KV Serie von Leomotion an YGE 200HV oder Castle ICE/EDGE Reglern an 17,5 x 20,5 bis 17,5 x 22,5 Propeller betrieben wurden. Mit diesen Powerantrieben werden Leistungswerte bis über 6 kW max. erreicht. Unter normalen Wetterbedingungen sind hier 50 Strecken in den 200 Sekunden bei vernünftigem Energieeinsatz fliegbar, sodass beim anschließenden 10 Minuten Zeitflug das Energielimit nicht überschritten wird.

In der F5F Klasse ist das Maß der Dinge derzeit die Backfire2 Maschine von P. Janku.  Hauptsächlich befeuert von 6S >= 1800 mAh F5F Antrieben der L4031 / L3631 2750KV Motoren von Leomotion oder der Jeti Phasor 2035 2700KV Serie. Die Propellergrößen reichen hier bis 18 x 23. Reglerseitig werden dieselben Typen wie in der F5B Klasse eingesetzt. Diese Antriebskonfigurationen erreichen Leistungen bis 4 kW! Damit sind 42 Strecken für Toppiloten bei neutralen Bedingungen durchaus unter Einhaltung der 1300 Wmin Energielimit erreichbar.

Um F5x Wettbewerbsluft zu schnuppern, genügt aber auch schon deutlich weniger Leistung als zuvor beschrieben. Betreibt man gängige, wie oben beschrieben F5F 1300 Wmin 6S Antriebe nur an 5S Akkupacks, erreicht man Leistungswerte um 2 kW. Diese Konfiguration eignet sich sehr gut als Einstieg in die F5F 900 Wmin Klasse.

Für das Jahr 2021 steht einiges am F5B/F-Programm: Geplant ist wieder die F5B/F5F „Austria Tour“ mit Wettbewerben in Zwaring, Maria Buch (beide Stmk.) und in Meggenhofen (OÖ) durchzuführen, bei entsprechender Resonanz wird eine Ausweitung des Angebots auf F5F 900 Wmin Energielimit überlegt. Weiteres verdichten sich die Hinweise, dass es einen neuen F5B/F5F Wettbewerb in Niederösterreich geben wird. An einem dieser Wettbewerbsorte wird die F5B Staatsmeisterschaft bzw. die Österreichische Meisterschaft in der Klasse F5F ausgetragen werden. Das F5B Nationalteam, bestehend aus Martin Neudorfer, Franz Riegler und Karl Waser, hat dann im Herbst 2021 seinen Einsatz bei der F5B WM in Bulgarien, die Covid 19 bedingt heuer abgesagt werden musste.

Dem MFC-Zwaring, unter Obmann Andreas Leber sei herzlich für die Durchführung der F5 Trainingstage auf diesem schönen Modellfluggelände gedankt. Besonderen Dank vor allem aber auch der Küchenmann(frauen)schaft für die super Verpflegung!


FOTOS: Andreas Leber

--1:Gruppenfoto mit den Teilnehmern an den F5B/F Trainingstagen in Zwaring. Kniend (vlnr) Franz Riegler (mit Avionik B18), Manfred Grüneis (mit Backfire F5F), dahinter Obmann Andreas Leber (mit Avionik F5F), Organisator Karl Waser (mit Avionik B18), Gerhard Recinsky (mit Backfire F5F) und Heimo Stadlbauer (mit Surprise XV)

--2: Vorbereitungen zum Start an der A-Wende. Pilot Franz Riegler (re), Starter Julian Schild und Zeitnehmer Karl Waser

--3: Andreas Leber (li) mit Helfer Karl Waser

--4: Karl Waser (li) und Franz Riegler mit ihren F5B-Modellen

--5: Manfred Grüneis (re) betrachtet interessiert das F5B-Modell von Karl Waser

--6: Heimo Stadlbauer mit dem Voll-GfK-F5F-Modell „Surprise XV“ von Rudi Freudenthaler (links) und rechts eine F5F-Eigenkonstruktion aus 1989 „E-Blitz II“ mit beplankten Holzflächen, Bürstenmotor und 10 Stück 2000 mAh Sanyo Sub-C NiCd-Zellen

--7: Karl Waser bei der Präsentation der E-Flugklassen F5B und F5F