Ing. Wolfgang Semler

PC 6 Turbo Porter – mit Kingtech Turboprop K 45TP

Mein Freund und Kollege Franz Hruby hatte sich vor zwei Jahren zum Ziel gesetzt, eine Pilatus PC 6 Turbo Porter mit einem echten Turboprop-Triebwerk in den Farben des Österreichischen Bundesheers zu realisieren. Dabei sollte eine Kingtech- K45 TP zum Einsatz kommen. Den passenden Bausatz dazu fand er bei Modellbau Pichler, den er im Zuge des Baufortschritts nach seinen individuellen Anforderungen modifizierte.

Bausatz

Hier handelt es sich um einen klassischen Holzbausatz mit lasergeschnittenen Bauteilen. Zusätzlich sind noch die Motorhaube aus GFK, die Servoabdeckungen, die Kabinenverglasung, sämtliche Kleinteile und das Fahrwerk enthalten. Zusätzlich benötigt man noch den Antrieb, die Servos, das Bespannungsmaterial inklusive Finish. Ursprünglich ist das Modell für einen Verbrennerantrieb mit 80 ccm vorgesehen. Eine reich bebilderte Bauanleitung in englischer Sprache ergänzt den Inhalt des Bausatzes.

Aufbau des Modells

Begonnen wird der Zusammenbau mit den beiden Tragflächenhälften, Querrudern und Landeklappen. Hierfür sind alle Rippen, Spanten und Leisten im Bausatz enthalten und entsprechend nummeriert. Sie sind aus dem Trägerrahmen mittels eines Cutters zu entfernen und gemäß den Bauabschnittsbildern zusammenzufügen. Hier hat Franz bereits die erste Änderung vorgenommen. Da ja der Einbau eines Turboprop-Triebwerks vorgesehen war, wurde die Tragfläche oben und unten zur Verstärkung durchgehend beplankt. Zusätzlich hat er wegen der zu erwartenden Kräfte zusätzliche Spanten eingebaut.

Der Aufbau des Höhen- und Seitenleitwerks erfolgte ebenso in Spanten-Rippenbauweise und auch hier hat Franz einige zusätzliche Verstärkungen vorgenommen. Das Seitenleitwerk ist mit dem Rumpf verklebt, wobei zwei CFK- Rohre mit 14 mm Durchmesser eine zusätzliche Verstärkung bieten. Das Servo zur Steuerung des Seitenleitwerks hat seinen Platz im Seitenleitwerk bekommen, wodurch die Länge der Anlenkung kurzgehalten werden konnte. Die Ansteuerung des lenkbaren Spornfahrwerks erfolgt über einen eignen Servo und einem Seilzug mit Federn zur Dämpfung, das sich ebenfalls im Rumpf befindet. 

Im nächsten Schritt wird der zweigeteilte Rumpf aus den im Bausatz befindlichen vorgefertigten Einzelteilen aufgebaut. Auch hier hat Franz zwei Änderungen vorgenommen. Einerseits sind die Türen für einen geplanten Abwurf von Fallschirmspringer schiebbar ausgeführt und anderseits hat er an der Flächenwurzel einen abnehmbaren Deckel eingebaut. Unter diesem befindet sich der Empfänger, das Steuermodul für die Beleuchtung der Firma unilight und natürlich die komplette Elektronik für die Turbine.

Fahrwerk

Auch hier hielt sich Franz an das große Vorbild und baute es aus Edelstahlrohren mit zehn Millimeter Durchmesser und einer Schwingachse nach. Zusätzlich bekam das Fahrwerk ein elektrisches Bremssystem von Jet A1 spendiert, damit die PC 6 am Boden beim Rollen leichter manövriert werden kann.     

 

Aufgrund des geplanten Einbaus des Kingtech Turboprop-Triebwerks musste der Motorbereich des Rumpfes entsprechend adaptiert werden. Dazu gehört die Auflage zur Befestigung der Turbine, das Ausschneiden der Motorhaube für das rechte und linke Abgasrohr. Zusätzlich hat Franz die GFK-Motohaube teilbar ausgeführt, wodurch der Zugang zum Triebwerk gegeben ist.

Als Ergänzung rüstete Franz das Modell mit einer Beleuchtungsanlage der Marke unilight aus, wobei hier einklappbare Landescheinwerfer in den Tragflächen zum Einsatz kommen.

Um den Realitätsgrad weiter zu erhöhen, wurden die Ruder mit Kunststoffprofilen ergänzt, sie sind am Original auch zu sehen und dienen der Verbesserung des Strömungsverlaufes.    

Finish

Als Design kommt das des österreichischen Bundesheers in den Farben der EUFOR zur Anwendung. Dabei wurde die PC 6 Turbo Porter mittels Gewebefolie bespannt, mit Nieten versehen anschließend spritzlackiert. Franz erhielt nach Rücksprache mit der Luftwaffenbasis in Langernlebern sogar die genaue Bezeichnung der Farben, mit der das Vorbild lackiert ist.    

Alle Schriftzüge sind dem Original getreu nachgebildet und mit Corel erstellt. Um den Realitätsgrad zu erhöhen, versah Franz nach der Fertigstellung der Lackierung das Modell mit unzählige Nietimitationen. Sie wurden natürlich an die richtige Stelle gemäß dem Vorbild gesetzt.

Flight Experience

Den Erstflug erlebte die Pilatus PC6 Turbo Porter auf dem heimischen Flugplatz in Mechters beim MFC-Alpenvorland, wo Franz Mitglied ist. Das Modell hebt nach kurzer Rollstrecke beim Start von selbst ab, ohne dass man am Höhenruder ziehen muss. Die Flugeigenschaften sind sehr ausgewogen und gutmütig, hier könnte man durchaus auch von einem Trainer sprechen. Beim Erstflug musste Franz keine Trimmungen vornehmen, die PC 6 Turbo Porter flog von Anbeginn neutral und unkritisch. Auch die Landung verläuft problemlos, das Modell schwebt langsam zur Landung herein und mit einem leichten Zug am Höhenruder setzt sie sanft auf der Piste auf.      

Die Pilatus PC6 Turbo Porter im Internet:

https://www.youtube.com/watch?v=O9MpPOjuf8Y

Bilderliste:

Bild1:

Der Rohbau der Pilatus PC6 Turbo Porter mit bereits eingebautem Turboprop-Triebwerk. Damit die Turbine in das Modell passt, erfolgte eine Modifikation des Bugbereichs.

 

Bild2:

Da bei der PC6 ursprünglich für den Antrieb mit einem Boost 180 Elektromotor vorgesehen war, mussten hier einige Änderungen und Verstärkungen an der Front des Modells durchgeführt werden.

 

Bild3:

Für den etwaigen vorgesehen späteren Abwurf von Fallschirmspringern, ist die Kabinentüre schiebbar mittels Servos ausgeführt worden.

 

Bild4:

Eine weitere Änderung gegenüber dem ursprünglichen Bausatz ist das verstärkte und mit Gasfedern gedämpfte Fahrwerk. Es fängt die Stöße bei der Landung optimal ab und sorgt für einen ruhigen Lauf beim Rollen. Elektrische Bremsen sorgen beim Landen für eine Verkürzung des Ausrollweges.

 

Bild5:

Um den Realitätsgrad zu erhöhen, wurden sämtliche Ruder zusätzlich mit Kunststoffprofilen versehen. Sie dienen beim Original zur Ausrichtung der Luftströmung an den Rudern.

 

Bild6:

Im Wurzelbereich der Fläche erhielt die Pilatus PC6 eine abnehmbare Wartungsklappe, unter der sich elektronische Einbauten, wie das Steuerungsmodul der Lichtanlage von unilight, der Futaba Empfänger usw. befinden.

 

Bild7:

Das detailgetreu nachgebildete Cockpit besitzt neben einer Vielzahl von Instrumenten- attrappen sogar eine funktionierende Moving map.

 

Bild8:

Nach einem erfolgreichen Flugtag wartet die Pilatus PC6 Porter auf dem Fluggelände auf weitere Aufgaben.

 

Bild9:

Eine etwas andere Ansicht des Modells im Flug, die von der bordeigenen Kamera aufgenommen wurde.

 

Bild10:

Der Pilot Franz Hruby mit seiner Pilatus PC6 Porter, die er in vielen Stunden aufgebaut und erfolgreich in die Luft gebracht hat. Ein tolles Modell!

 

 

Technische Daten:

 

Spannweite: 3.175 mm

Rumpflänge: 2.300 mm

Flügelfläche: 130 dm²

Fluggewicht trocken: 17.500 Gramm

Antrieb: Kingtech   K45 TP Turboprop mit 3 Blatt Luftschraube 22X12“

Tankinhalt: 1.700 ml

Empfänger: 2 X Futaba R7008SB, Achtkanal auf Expander Powerbox 18 Kanal

Beleuchtung: Unilight