DI Heimo Stadlbauer | 1.EMFK. Langenwang

9. Graupner Classic Treffen in Mechters

Bereits zum neunten Mal luden am 21.9.2019 der Verein MSC Alpenvorland und Organisator Franz Schaberger zum schon traditionellen Graupner Classic Treffen auf dem Modellflugplatz in Mechters östlich von St. Pölten ein. Eine schier unendliche Anzahl von Graupner Flugmodellen, Baujahre bis ca. 1980, bevölkerte den ganzen Tag den Modellflugplatz. Letztendlich waren es 120 Modelle, die von 47 Piloten aus Österreich, aber auch aus Deutschland mitgebracht wurden. Treue Begleiter der Graupner Treffen sind Tom Garus und Sepp Buchner, die offiziellen Vertreter der Firma Graupner. Auch Gerd Kirchert, Begründer des gleichnamigen Modellbaugeschäfts in Wien und Urgestein der Modellfliegerei, ließ es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen.

Grundgedanken dieser Treffen sind Fliegen mit den alten Konstruktionen, der Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten sowie Tausch und Verkauf von, vor allem, Graupner Artikeln. Da wanderten doch einige Gustostücke von einem Teilnehmer zum anderen.

Diesmal gab es zwei Neuerungen beim Treffen: Mit den Modellen und Piloten wurde großräumig das „G“ von Graupner gebildet und aus der Höhe fotografiert. Weiters vergaben die Teilnehmer je 8 Klebepunkte an die für ihn interessantesten Modelle. Den Pokal für das Modell mit den, am meisten erhaltenen Punkten, erhielt Dieter Reile aus Augsburg für seine Weihe 50.

Bei prächtigem Wetter wurde viel geflogen; es war ein reiner Augenschmaus, die alten Konstruktionen nicht nur am Boden sondern auch in der Luft zu bewundern. Es kommen einem schon die Gedanken, dass man sich in früheren Zeiten als Jugendlicher vor allem die teuren Modelle einfach nicht leisten und diese „nur“ in den prächtigen Graupner Katalogen betrachten konnte. Die alten Flieger sind wieder „in“, man baut sie entweder nach Plan oder hat das Glück, ein Modell zu ergattern. Manche Modelle müssen, nachdem sie auf Dachböden oder Kellern Jahrzehnte schlummerten, aufwändig restauriert werden. Aber das tolle Flugbild entschädigt für alle Aufwendungen. Die früher nicht immer zuverlässigen Fernsteuer-Anlagen werden heute durch RC-Anlagen modernster Konstruktion ersetzt. Auch kommen an Stelle der Glühzünder Motoren oftmals Elektroantriebe zum Einsatz. Selten findet sich auch ein Selbstzünder-(Diesel) Motor an der Rumpfspitze.

Von den Seglern konnten ua. der Cumulus 2800, Cirrus, Elektro-Fly, Ultra-Fly, Mosquito, K 10, Weihe 50, Star III, Hi-Fly, Foka etc. betrachtet werden. Bei den Motormaschinen sah man auch einen Querschnitt durch die Kataloge der 50er bis 80er Jahre, beispielsweise Delta X 1200, Taxi, Amateur, Terry, Topsy, Kapitän, Kadett, Mini Piper, Piper Cherokee, Kwik Fly Mk 3, Chico, BO 109 Monsun, Middle Stick, Jodel Robin, Electra, Terry etc. Auch die alten Hubschrauber durften nicht fehlen. Sepp Buchner flog gekonnt den Star-Ranger und Manfred Popp seine Bell 47 G. Aufmerksamkeit erregte auch Franz Wenczel mit dem Super-Flitzer, einem kleinen Fesselflugzeug aus den späteren 50er Jahren mit einem 0,98 ccm Taifun Hobby.

Dank den Piloten, die keine Entfernungen gescheut haben, zu kommen. Herzlichen Dank an die Küchen-Mann-und Frauenschaft, den Helfern und vor allem dem Organisator Franz Schaberger.

Besonderen Dank an die Fa. Graupner, die das Treffen jedes Jahr mit tollen Sachpreisen unterstützt. Diese Artikel wurden im Rahmen einer Verlosung unter den Anwesenden verteilt.

Man trifft sich in Mechters beim MSC-Alpenvorland wieder am 19. September 2020 beim 10. Graupner Classic Treffen. Das 10. Meeting wird sicherlich besonders gefeiert werden. Die Teilnehmer kommen hoffentlich wieder mit vielen vorhandenen, aber auch neu gebauten Graupner-Modellen.

Fotos:

Franz Weinhofer:

1—Alfred Schabel startet den Selbstzünder-Motor des Kadetts, einer Konstruktion aus den späten 50er Jahren

2—Star Ranger, pilotiert von Sepp Buchner, mit dem Begrüßungsbanner

3—Bell 47 G aus den 70er Jahren von Manfred Popp

4—Start von fünf Middle Stick Modellen; leider kamen nur vier heil zurück

5—Das „G“ von Graupner aus der Vogelperspektive. Es wurde aus sämtlichen Piloten und vielen Graupner-Modellen gebildet

Hans Prachinger:

6—Elektromodell Ultra Fly des Autors Heimo Stadlbauer mit Original-Antrieb „Jumbo 550 FG3“ im Flug

7—Der Kadett von Alfred Schabel tuckert gemütlich durch die Lüfte

8—Tom Garus von Graupner präsentiert stolz seine wunderschön gebaute BO 209 „Monsun“ aus ca. 1975

9—Der Segler Star III aus den 50er Jahren wird vom Erbauer Walter Itze gestartet

10—Peter Ableitinger fliegt hier eine der ersten Konstruktionen für den Fernlenk-Flug aus den 50er Jahren, die Electra. Der Rumpf war sehr geräumig, da er damals die voluminösen und schweren Röhren Fernsteuerungen aufnehmen musste.

11—Der Autor Heimo Stadlbauer mit seinem Ultra Fly aus dem Jahr 1981. Die gelbe Varioprop 12 S RC-Anlage ist nur zu Fotozwecken umgehängt

Heimo Stadlbauer:

12—Piper Cherokee von ca. 1976 mit OS Max 60 Antrieb. Erbauer und Pilot Sepp Buchner

13—Zwei Urgesteine des Graupner Classic-Treffens in Mechters: Radu Balea aus Bayern (li) und Kuno Frauwallner aus Kärnten

14—Eine wunderschön restaurierte Kwick Fly MK III aus Anfang der 70er Jahre von Gerhard Kloibhofer; der Antrieb erfolgt allerdings elektrisch

15—Hier findet man die Graupner Modellsegelflug-Geschichte: Cumulus 2800, K 10, Ultra Fly, Elektro Fly etc.

16—Middle Stick aus ca. 1971 mit Wankel Motor

17—Tom Garus von Graupner startet in Kürze die BO 209 „Monsun“

18—Ultra Fly und Graupners erster Elektroflieger aus der zweiten Hälfte der 70er Jahre, der HI-Fly mit Original-Antrieben

Martin Mayer:

19—Dieter Reile (Mitte) mit der Weihe 50 freut sich mit Tom Garus (li) und dem Organisator Franz Schaberger über den Pokal für das beliebteste Modell dieses Treffens