Franz Wutzl

Jugend Europameisterschaft 2019 im Freiflug in Prilep

Bei der diesjährigen Jugend EM im Freiflug war in der Klasse F1A mit Mathias Stöckl nach längerer Pause wieder einmal ein Österreichischer Freiflieger vertreten.

Mathias hat seinen „Larus“ auf Kreisschleppsystem umgebaut und die dafür notwendigen Modell-Setups wurden auf dem wunderschönen Modellflugplatz des Modellsport Club Hohenberg eingestellt, dessen Mitglieder uns sehr freundlich aufgenommen und unterstützt haben. Noch einmal herzlichen Dank dafür!

Auf Grund der ruhigen Wetterlage war sogar schon ein wenig Kreisschlepp-Training möglich und Mathias konnte seine ersten Erfahrungen sammeln.

Die Anreise mit dem Auto nach Mazedonien führte über 3 Grenzen (Ungarn, Serbien und Mazedonien) was sich in Summe mit ca. 2 Stunden Grenzwartezeit zu Buche schlug.

 Der Weltcup vor der Jugend-EM sollte für Mathias der erste Test in einem internationalen Umfeld sein und ihn so mit den Gepflogenheiten bei größeren Bewerben vertraut machen. Das alles so gut funktionierte konnte man hoffen aber nicht voraussehen. Mit 1150 erflogenen Sekunden erreichte er den wirklich guten 34. Platz unter immerhin 64 Teilnehmern und schaffte sogar 4 Maximalwertungen hintereinander. Und das auf einem wegen der Höhenlage anerkannt schwierig zu fliegenden Gelände. Besonders erfreulich war das Lob des späteren 2.platzierten Thomas Weimer, der Mathias beobachtete und sagte: „Der stellt sich wirklich klever an, das wird einmal ein Guter.“

Der Organisator der Europameisterschaft, Zdravko Todoroski, war stets sehr bemüht und schaffte mit gut durchdachten und klaren Anweisungen eine angenehme Wettbewerbsatmosphäre für die jugendlichen Piloten. Auch die Eröffnungsfeier im Zentrum von Prilep war gut organisiert und wurde ein schönes Erlebnis für alle Beteiligten.

Der als Jury-Mitglied amtierende mehrmalige F1A-Weltmeister Per Findahl betonte in seiner Ansprache die Wichtigkeit Freundschaften zu pflegen und besonders neue Freundschaften untereinander zu suchen. Dies sei ein wesentlicher Punkt bei solchen Veranstaltungen um Völker miteinander zu verbinden.

Bei herrlichem Freiflugwetter waren dann in den ersten zwei Durchgängen der Klasse F1A 240 Sekunden (4 Minuten) Flugzeit gefordert, die Mathias sogar einmal sehr solide schaffte. Kein wirklich großer Fehler und weitere solide Starts waren die Grundlage um mit 1121 Sekunden auf dem 32. Platz zu landen. Damit hat Mathias erneut eine Platzierung im Mittelfeld erreicht und kann für seine beiden ersten internationalen Abenteuer zufrieden sein.

Auch Gerd Aringer beobachtete online die Ergebnisliste und rief sofort nach der letzten Runde an um unserm Junior für die respektable Leistung zu gratulieren.

Lediglich 6 Piloten schafften es alle Grunddurchgänge mit Maximalzeiten zu überstehen. Die Entscheidung wurde schließlich in zwei spannenden Fly Off Durchgängen erflogen. Den Titel holte letztendlich Sagi Brudni nach Israel mit 432 Sekunden vor Anton Sidorkin (Russland) mit 322 Sekunden und Leo Chene (F) mit 287 Sekunden.

Die Hoffnung lebt, dass der Freiflug in Österreich künftig wieder mehr Beachtung bei den heimischen Nachwuchspiloten findet, da er speziell in der modernen Form mit GPS und Elektronik wesentlich an Komfort gewonnen hat ohne aber seine besonders sportliche Note zu verlieren.