DI Heimo Stadlbauer | 1.Stmk. EMFK Langenwang

6.Styria Retromeeting in Hofkirchen

Der Einladung des Modellflugvereins in Hofkirchen bei Hartberg zum 6. Styria Retromeeting folgten 31 Piloten und eine Pilotin. Am 1. und 2. Juni 2019 wurden ca. 90 Flugzeuge und ein Hubschrauber aus den Hangars geholt und präsentiert. Der „Hausherr“ Obmann Harald Tripolt und der Organisator sowie Platzsprecher Heimo Stadlbauer freuten sich über den regen Zuspruch. Bei warmen, aber windigem Wetter blieben leider teilweise die leichteren Flugzeuge am Boden. Harald Tripolt eröffnete das Treffen mit einem Hubschrauber BO 105, dessen Original anlässlich des Erstfluges vor 50 Jahren eine Sonderbemalung erhielt.

Als Überraschung war für Samstagvormittag noch geplant, dass ein Großflug-Pilot mit seiner Maschine am Platz landet. Nach Landung der Flugmodelle flog plötzlich eine Messerschmitt Bf 109 über uns hinweg. Dietmar Poll, ehemaliger Weltmeister im Segelkunstflug, setzte zur Landung an und parkte seine 109 nahe den Retro-Flugmodellen ein. Es handelt sich dabei um ein Leichtflugzeug mit 8,7 m Spannweite (ca. 80% des Originals), angetrieben von einem Rotax 582 mit 65 PS, Fluggewicht ca. 300 kg. Nach der Betankung der 109 und Stärkung des Piloten ging es wieder zurück zum Heimatflughafen.

Eine der ältesten Konstruktionen (ca. 1936) war die Motormaschine „Möbius“ vom gleichnamigen deutschen Konstrukteur, erbaut von Oliver Größing. Der Antrieb erfolgte durch einen aus demselben Jahr stammenden Benzinmotor „Kratzsch F 30 B“. Fritz Mayerhofer brachte eine nicht viel jüngere Konstruktion (ca. 1940) von Schelhasse zum Fliegen. Mit einem wesentlich jüngeren „Fly Baby“ zogen Lisa und Fritz Jamnig mit Synchron-Kunstflug unter musikalischer Begleitung die Anwesenden in ihren Bann. Der Jugendfachreferent des ÖAeC Gerhard Niederhofer zog wieder alle Register und brachte mindesten 20 Modelle (teilweise Originale) größtenteils zum Ansehen mit.

Natürlich waren wieder etliche Graupner-Modelle vor Ort. Gerhard Kloibhofer erwarb 2018 vom Autor eine Graupner K 10 und präsentierte sie wunderschön restauriert. Der LSL Peter Zarfl zog mit einem Motorsegler „Falke Tandem“ seine Kreise. Im Synchronflug versuchten sich auch Thomas Zarzer und Thomas Rechberger mit ihren Jodel Robin Maschinen. Franz Wenczel, oftmaliger Staatsmeister im Fessel-Kunstflug, zauberte das internationale F2B-Kunstflug-Programm auf die Piste. Franz hatte ua. auch den Graupner „Super-Flitzer“ mit, ein Anfänger- Fesselflugmodell aus den späten 50er Jahren, angetrieben von einem Taifun Selbstzünder (Diesel)-Motor „Hobby“.

Mit einer „Fiat G 50“ Motormaschine, einer Konstruktion aus der Zeit der 30er Jahre, bereicherte Michael Strümpl das Treffen. Interessant war das Soundmodul, welches den elektrischen „Stern“-Motor bestens originalgetreu erklingen ließ. Der Jugendliche Julian Felkel ließ die „Curare“-Zeiten aus den 70er Jahren wieder aufleben. Die Konstruktion von Hanno Prettner wurde ja vor wenigen Jahren wieder neu aufgelegt. Manuels Vater zeigte die Wendigkeit der Vought F4U „Corsair“. Das bullige Original sah der Autor wenige Wochen vorher in den USA bei einer Flugshow fliegen. Hans Schimpel vom Prosdorfer Verein führte mit der De Havilland „Venom“ und einer Fairchild PT 19 schöne Flüge vor, die von Stefan Nedoma’s Boeing PT 17 „Stearman“ ergänzt wurden. Die PT 17 und PT 19 waren in den 30er Jahren und später die klassischen Trainer zur Pilotenausbildung, vor allem in den USA:

Werner Pitter packte wieder seine riesige Messerschmitt 323 „Gigant“ aus. Mit einer Spannweite von 5,5 m, sechs elektrisch angetriebenen Motoren mit sechs 4s Akkus flog dieses gigantische Modell majestätisch wie das Original. Sogar die Bugklappe kann ferngesteuert am Boden geöffnet werden. Vom Original kann man in Berlin-Gatow einen Tragflächen-Hauptholm besichtigen.

Den Piloten aus nah und fern mit ihren tollen Modellen sei herzlich fürs Kommen gedankt. Der besondere Dank gilt dem veranstaltenden Verein unter der Obmannschaft von Harald Tripolt, sowie der Küchenmann/frauenschaft und den zahlreichen Helfern. Man sieht sich wieder beim 7. Styria-Retromeeting 2020 in Hofkirchen bei Hartberg.

 

Fotos Stadlbauer

--1: …..da steht doch wirklich eine „originale“ Messerschmitt Bf 109 im Hintergrund

--2: Die Messerschmitt 109 im Anflug. Ein Leichtflugzeug mit ca. 80 % der Originalgröße

--3: Der Pilot Dietmar Poll aus Leibnitz (rechts) mit dem Organisator Heimo Stadlbauer

--4: Der Obmann Harald Tripolt eröffnet das Treffen mit einem Bo 105 Hubschrauber

--5: Gerhard Kloibhofer präsentiert stolz seine restaurierte Graupner K 10

--6: Der Jugendfachreferent Gerhard Niederhofer zeigte zahlreiche, vielfach originale Oldies

--7: Goldhahn von Oliver Größing, Antrieb ein Benziner Kratmo 10 A

--8: Eine Möbius Konstruktion aus 1936 mit einem Kratzsch F 30 B, Pilot Oliver Größing

--9: Blick auf die Oldies

--10: Obmann H. Tripolt überreichte dem Organisator und Junkers-Fan eine Blechtafel mit der Junkers F 13. Die F 13 hatte übrigens vor fast genau 100 Jahren ihren Erstflug

--11: Vater Jamnig mit Tochter Lisa verzauberte uns wieder mit Synchronflug, musikalisch untermalt mit „Sound of Silence“

--12: Die Boeing PT 17 „Stearman“ von Stefan Nedoma im Flug

--13: Der Organisator und Platzsprecher Heimo Stadlbauer

--14: Fesselflug war auch wieder ein Thema, hier mit Hermann Schuster

--15: Franz Wenzel (links) mit Schmiermaxi Werner Tripolt startet einen Diesel Taifun Hobby, 0,98 ccm, eingebaut in einen alten Graupner Fessler „Superflitzer“

--16: Werner Pitter mit seiner wahrlich gigantischen 5,5 Meter Messerschmitt Me 323 „Gigant“ beim tiefen Überflug