Dr. Wolfgang Schober, Josef Eferdinger, DI Karl Schober

Europas harmonisiertes Modellflugrecht

Wegen den anhaltenden Problemen mit Multicoptern im Luftraum (und den damit einhergehenden Störungen und Gefährdungen der Zivilluftfahrt) hat sich die EU entschlossen, ein umfassendes Regelwerk für die Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugen zu erlassen. Diese „ EU-Drohnenverordnung“ wurde am 11.Juni 2019 veröffentlicht.

 

Die neue Drohnenverordnung der EU:

Nach noch gültigem Österreichischen Luftfahrtrecht sind Flugmodelle eigenständige Teilnehmer an der Luftfahrt.

In der neuen Drohnenverordnung der EU gibt es aber innerhalb der Gruppe der unbemannten Luftfahrzeuge keine weiteren Differenzierungen mehr. Das bedeutet, dass der Betrieb von Modellflugzeugen und der Betrieb von Multicoptern legistisch gleichbehandelt wird. Und dabei gibt es drastische Einschränkungen/Erschwernisse für den Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen mit einer Masse von 250g bis 25kg der sog. „open category“:

 

- erlaubte Flughöhe max. 120m

- Registrierungspflicht der Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugen

- Kennzeichnungspflicht der unbemannten Luftfahrzeuge

- Online-Training für die Piloten

- Ablegen eines Online-Tests für Piloten (Kenntnisnachweis)

- Mindestalter von 16 Jahren (kann unter bestimmten Voraussetzungen auf 12 Jahre herabgesetzt werden)

- der Betrieb des unbemannten Luftfahrzeuges ist nur abseits von Personen oder Menschenansammlungen erlaubt

 

Durch die auf Initiative Österreichs gegründete Europäische Modellfliegerunion (EMFU) konnte bei der EU aber erreicht werden, dass die nationalen Behörden - in Österreich das Verkehrsministerium (BMVIT) – den Betrieb von Flugmodellen innerhalb von Vereinen oder Verbänden (nicht den der Multicopter) aus der Drohnenverordnung herauslösen können; d.h., oben genannte Einschränkungen/Erschwernisse könnten für Modellflugvereine teilweise oder sogar gänzlich aufgehoben werden.

Es wird also auf die Bereitschaft des Ministeriums ankommen, inwieweit die Anträge des ÖAeC nach einem liberalen Umgang mit dem Modellflug erfüllt werden. Wir, die Interessensvertretung der Modellflugtreibenden Österreichs, haben den Weg aufbereitet und sind gut gerüstet, um bei den Verhandlungen mit Argumenten zu punkten. Spätestens mit 1.Juli 2022 müssen dann die mit dem EU-Recht konformen Richtlinien in Kraft treten.

 

Registrierungspflicht:

Zu allererst wird die Registrierungspflicht für uns Modellflieger schlagend werden.

Ab 1.Juli 2020 muss die Registrierung aller Modellflugpiloten in ein EU-weites Register erfolgen. Der derzeitige Informationsstand besagt, dass die Piloten eine Registrierungsnummer erhalten, die auf all ihren Flugmodellen angebracht werden muss. Anhand dieser Kennzeichnungsnummer ist dann eine eindeutige Identifizierung des Besitzers innerhalb der EU möglich (ähnlich eines Kfz-Kennzeichens).

Derzeit denkt das Ministerium daran, diese Registrierung der Austro Control zu übertragen. Kostenpunkt 30,- € pro Person mit einer Gültigkeitsdauer von 3 Jahren. Danach muss wieder erneut angesucht werden.

Unser Bundessektionsleiter und Vizepräsident DI Christian Faymann hat sich schon im Vorfeld dafür stark gemacht, dass die Registrierung an den Aero-Club übertragen wird. Der Vorteil liegt in einer einmaligen Registrierung, die solange aufrecht bleibt, solange man Aero-Club Mitglied ist. Auch wird eine deutliche Kostenreduzierung für unsere Mitglieder angestrebt.

 

Die nächsten Schritte:

-  Als erstes muss die Abwicklung/Durchführung der Registrierungspflicht geklärt werden.
-  Als nächstes ist das zukünftige nationale Modellflugrecht neu zu verhandeln, welches zumindest für das Fliegen in den Vereinen (Verbänden) Erleichterungen zum Betreiben von Flugmodellen gegenüber der „Open Category“ ermöglichen soll.

 

Fahrplan zur Neugestaltung des Modellflugrechtes:

1.Juli 2019      Drohnenverordnung von EU in Kraft gesetzt mit folgenden Übergangsfristen

1.Juli 2020      Registrierungspflicht beginnt in allen Mitgliedsstaaten

1.Juli 2022      Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt sind die nationalen Änderungen in einem neuen Gesetzestext zu formulieren.

Bis dahin gelten die derzeitigen Bestimmungen des LFG und der LVR zum Betrieb von Flugmodellen

 

P.S. Modellflugvereine und Interessensgemeinschaften die ihren Modellflugplatz immer noch nicht angemeldet haben sollten das tunlichst nachholen. Sollte nämlich im Zuge des Bestandsschutzes eine Flughöhe von 150m zu Wege gebracht werden, so wird diese natürlich nur für bereits bestehende Modellflugplätze gelten!

Die Meldung erfolgt über den ÖAeC (Prinz Eugen Straße 12, 1040 Wien) z.Hd.  Generalsekretär Ing. Kunschitz und an Frau Gewessler. Es genügt ein formloses Schreiben vom Vereinsobmann mit den Angaben des Vereinsnamens, der Vereinsnummer (wenn vorhanden), der Koordinaten des Modellflugplatzes (Pistenmitte) in Grad, Minuten und Sekunden, sowie des nächstgelegenen Ortes und des politischen Bezirks.