Martin Atzwanger

Holzbaukästen „Made in Österreich“

Baukästen für einfache Segler, zumeist der zwei Meter Klasse, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die Modelle sind dabei bewusst auf ein Minimum an Technik und Material begrenzt. Nur mit Seitenruder, Höhenleitwerk und Spoiler (Störklappen) gesteuert, kennzeichnet sie eine Spannweite von rund zwei Metern, bei rund 400/500 Gramm Gewicht. Großteils in Holzbauweise hergestellt, werden nur wenige Bauteile aus Kohle- oder Glasfaser eingesetzt. Sie erinnern ein bisschen an die Anfangszeit des Modellfluges.

Während in der Wettbewerbsszene – dort als RES Klasse geführt - der Hochstart obligat ist, begeistern alltagstaugliche Varianten mit zumeist einer Motorisierung, etwas stabiler Bauweise aber genauso guten Flugeigenschaften. Also ideal für den gemütlichen Feierabendflug oder das „Immer dabei“ für Urlaube.

Das diesbezügliche Angebot ist in den letzten Jahren groß geworden, weshalb nachfolgend eine kleine Zusammenstellung erfolgt, die vor allem Österreichische Produkte in den Vordergrund rückt.

Allen gemeinsam ist, dass die Baukästen zumeist sämtliche zum Bau erforderlichen Baumaterialien enthalten: lasergeschnitte Balsa-und Sperrholzteile für Rumpf und Flügel, Leisten und Flächenverbinder sowie die erforderlichen Kleinteile. Benötigt wird das Bespannmaterial, wobei transparente färbige Bügelfolie (Light – um auch hier Gewicht zu sparen) am beliebtesten ist und am besten wirkt. Zur Verklebung verwenden die Ungeduldigen „Superkleber“, während Holzleim etwas länger zum Trocknen benötigt, aber eine etwas elastischere Verbindung der Bauteile ergibt. Tragende und Kraftverbindungen werden mit Zwei-Komponentenkleber (UHU plus Endfest) oder eingedicktem Epoxidharz verklebt.

Allfälligen Detailausführungen oder Optimierungen sind kaum Grenzen gesetzt und ermöglichen sehr einfach die persönliche Note.

Da diese Bausätze recht günstig sind, erlauben sie es gerade auch Jugendlichen, Ein- und Wiedereinsteigern, hier einen geeigneten Start in den Modell-Segelflug zu finden. Eine einfache Fernsteuerung reicht für die Steuerung vollkommen aus.

Anbieter dieser KIT`s sind meist Kleinsthersteller. Modellbauer, die einen Flieger entworfen und konstruiert haben und nun in Kleinserie vertreiben. Innovativ, bemüht und voller Leidenschaft. Wenn daher in der Bauanleitung nicht jeder Schritt bis ins Detail beschrieben oder ein Holzteil doch etwas verzogen ist, dann nicht das Produkt im nächsten Internetforum schlechtmachen, sondern beim Hersteller nachfragen. Oder einen erfahreneren Vereinskollegen um Unterstützung bitten. Das vermeidet Ärger, fördert die Vereinsgemeinschaft und führt vielleicht zu gemeinsamen Flugausflügen oder einem gemütlichen Bier nach dem erfolgreichen Erstflug!