Ing. Wolfgang Semler | 21.10.2018

Nitro Days in Niederöblarn

Der Ursprung des größten österreichischen Jettreffens liegt mehr als 25 Jahre zurück im burgenländischen Punitz. Eine Handvoll mutiger Piloten traf sich alljährlich, um einem staunenden Publikum lautstark ihre Modelle mit der damals neuartigen Verbrenner- Impellertechnik vorzuführen. Der Name „Nitro Days“ kommt davon, dass damals ohne Zumischung von 30-40% Nitromethan im Sprit die Motoren nicht die geforderte Leistung brachten. Peter Cmyral war seinerzeit der Veranstalter und ist auch heute noch in dieser Funktion tätig.

Der ursprüngliche Veranstaltungsort Punitz ist längst Geschichte, doch die Nitro Days leben weiter und werden schon seit einigen Jahren am Großflugplatz Niederöblarn abgehalten. Die Anzahl der teilnehmenden Piloten stieg in den letzten Jahren stetig an. Somit konnten am letzten Septemberwochenende vom 28. bis zum 30. September 64 Piloten mit 90 Modellen aus dem In- und Ausland in Niederölbern begrüßt werden. Dass die Nitro Days mittlerweile einen festen Stellenwert auch in der internationalen Jetszene haben, zeigt die Anwesenheit von Reto Senn, Schweizer WM-Teilnehmer und Vizepräsidenten des IJMC sowie dem Delegierter des IJMC Peter Rüttimann,     

Der Platz bietet mit seiner 730 x 30 m Asphaltpiste und infrastrukturellen Einrichtungen wie Hangar, Hotel und Restaurant ideale Voraussetzungen für das Treffen. Eine große Anzahl von Piloten reiste bereits am Freitag an, um noch Checkflüge zu absolvieren.

Samstag Früh trafen weitere Piloten mit ihren Modellen ein, sodass sich das Vorfeld recht schnell füllte. Nach dem üblichen Briefing durch Peter Cmyral starteten die ersten Jets mit ihren Vorführungen. Das Treffen ist recht zwanglos organisiert. Die Piloten müssen sich für ihre Flüge nicht anmelden, sondern jeder kann sich je nach Laune in die Warteschlange an der Flightline einreihen. Eine besondere Herausforderung für die Piloten bot das sich im Hintergrund befindliche Bergmassiv des Grimming. Es verleiht dem Austragungsort nicht nur eine atemberaubende Kulisse, sondern bedeutete auch eine Umstellung für die Piloten, denn das Fliegen vor einem dunklen Hintergrund ist nicht alltäglich.

Angefangen bei Sportmodellen wie der Futura, Eurofighter Sport über Scalemodelle wie der Saab Draken, YAK-130, Su-27 und Let L-39 bis hin zu turbinengetriebenen Segelflugmodellen reichte die Palette der Jetmodelle. Sowohl große als auch kleine Jets mit Kerosinantrieb oder Elektroimpeller waren bei dem Meeting vertreten. Jeder Pilot konnte sein Modell hier ungezwungen im Flug präsentieren. Dadurch ergab sich für den Besucher eine sehr gute Mischung aller Sparten. Moderator Kurt Donner und Veranstalter Peter Cmyral führten durch den Tag und natürlich durch das Flugprogramm auf unterhaltsame Weise. Sie lieferten Infos über die in der Luft befindlichen Jets und deren Piloten.

Stellvertretend für alle am Meeting teilgenommenen hervorragenden Piloten sind Martin Bauer mit seiner YAK-130 und Helmut Danksagmüller mit dem Modell M 346 zu erwähnen. Beide boten eine großartige Show mit fantastischen Flugfiguren, die das anwesende Publikum begeisterte.

In der aus Lärmschutzgründen verordneten Mittagspause zwischen 13.00 und 14.00 Uhr nutzten viele Piloten und Zuschauer das umfangreiche Gastroangebot des Restaurants und der Stände zur Stärkung. Einige umtriebige Impellerpiloten nahmen die Gelegenheit wahr und flogen mit ihren EDF-Jets, denn sie waren von der Mittagspause ausgenommen.      

Die Nachtflugshow war so wie in den letzten Jahren auch der Höhepunkt des ersten Tages. Das schöne Wetter setzte sich am Sonntag weiter fort, sodass auch der zweite Tag zum Fliegen intensiv genutzt werden konnte.

Die Nitro Days in Niederöblarn waren wieder für die Jetszene eine großartige Veranstaltung und ein gelungener Abschluss der heurigen Saison.

Ein Dankeschön an die Flugleitung, den Mitgliedern vom Alpenflugzentrum Niederöblarn und der ÖAMTC Flugrettung Niederöblarn, die den Jet-Betrieb für die drei Tage ermöglichten.