Gerhard Niederhofer (Jugendkoordinator) | 04.09.2017

Internationale Jugendflugsportwoche Interlaken/Schweiz 16. bis 22. Juli 2017

Nachdem über 21 Jahre die internationalen Jugendflugsportwochen in Österreich abgehalten wurden, fand heuer das erste internationale Modellfluglager auf dem Militärflughafen in Interlaken in der Schweiz statt. Verantwortlich für die Organisation zeichnete Thomas Suter, der uns mit seiner Lebensgefährtin, Theres Blondel, eine wunderschöne und vor allem erlebnisreiche Woche bescherte. Bereits im Frühjahr wurden die Vorbereitungsarbeiten, Einladungen und Vorinformationen getätigt und so konnte man gut vorbereitet dem Jugendlager entgegenblicken.

Das Betreuerteam

Vom Österreichischen Aeroclub durften acht Jugendliche der Einladung folgen. Deisl Marcel, Speigner Simon und Woitsche Daniel kamen aus Oberösterreich unter dem Betreuer Peter Deisl, der auch den Transport der Jugendlichen übernahm. Aus Kärnten reiste Andy Walcher als Betreuer mit Simon Walcher, Jean Lukas Strauss und Kai Poppel an. Der steirische Betreuer war Christian Wimmer, der mit seinen Söhnen Erik und Jan den Weg in die Schweiz fand. Christian Wimmer ist als Betreuer für Peter Zarfl eingesprungen, der leider aus gesundheitlichen Gründen als Betreuer nicht am Jugendlager teilnehmen konnte. Wir, die Österreicher und auch Thomas Suter, haben die Absenz von Peter Zarfl sehr bedauert, da Peter ja sehr mit den internationalen Jugendflugsportwochen (21 Jahre) und ihren Mitarbeitern verbunden war. So wünschen wir ihm auf diesem Wege baldige Besserung und können ihm mit Freude vermelden, dass die internationale Jugendflugsportwoche in der Schweiz ein einmaliges Erlebnis war und unsere Mitarbeiter ein hervorragendes Team bildeten. Als Organisator für die österreichische Delegation hatte ich ein wirklich qualifiziertes Betreuerteam, welches sich mit großem Engagement um die Jugendlichen kümmerte. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Betreuerteam war ausgezeichnet. Gemeinsam mit Theres Blondel stand meine Frau Inge täglich in der Küche und beiden schwangen mit großem Erfolg den Kochlöffel, denn es musste ja in der Militärküche für 16 hungrige Jugendliche und ihre Betreuern ordentlich aufgekocht werden. Dies gelang den beiden Damen in hervorragender Weise und wurde allseits gelobt.

Das große Staunen!

Als wir am Sonntag am Militärflughafen in Interlaken ankamen, war unser Staunen sehr groß. Unsere Unterkunft war in einem riesigen Militärbunker, in dem früher die Schweizer Luftwaffe untergebracht war. Hier waren auch die Zimmer der Jugendlichen und ihrer Betreuer, sowie die groß angelegte Militärküche. Wir konnten in zwei riesigen Hallen (ehemals Flugzeughangar), die mit mächtigen Betontüren in der Nacht geschlossen wurden, die Modelle lagern und großzügig auf Tischen Modelle reparieren oder bauen. So etwas hatte ich noch nie gesehen, und es ließ jedes Modellfliegerherz höher schlagen. Doch das war noch nicht alles! Vor dem gigantischen Betonhangar waren kilometerlange Betonbahnen, von denen man nach allen Himmelsrichtungen starten und landen konnte. Das war jetzt der Augenblick für mich, wo es mir Leid tat, dass ich kein Großmodell in meinem Wohnmobil mitgenommen hatte, denn so eine tolle Anlage werde ich nicht so bald wieder erleben. Mit einem Wort, ein Modellfliegerparadies für 16 Jugendliche und ihre Betreuer!

Die Eröffnung

Pünktlich um 17 Uhr war dann vor dem Hangar die große Eröffnung, die der Präsident der Modellfluggruppe Interlaken, Daniel Müller, und Thomas Suter vornahmen. Anschließend führte uns der Vizepräsident, Hans Blätter, in die lokalen Gegebenheiten ein und erklärte den Jugendlichen, welche Regeln für den Modellflugbetrieb einzuhalten sind. Hans war täglich anwesend und war einer der guten Geister der Schweizer Delegation. Da das Wetter traumhaft war, wurde gleich geflogen und geflogen und ………einfach traumhaft!

Eine unvergessliche Woche

Der darauffolgende Montag bescherte uns wiederum traumhaftes Wetter, welches zum Fliegen mit allen möglichen Modellen, vom einfachen Motorsegler bis zum kostbaren Kunstfluggerät, drängte. Ich staunte nicht wenig über das Können der Jugendlichen! Daneben sah man schon einige in den Hallen bei Reparaturarbeiten und so mancher Jugendliche begann ein mitgebrachtes Modell zu bauen. Aktivitäten überall, wohin das Auge blickte! Thomas Suter, der sehr mit der Organisation beschäftigt war, bat mich die Organisation eines kleinen Wettbewerbes für die Jugendlichen zu übernehmen. Ich tat dies sehr gerne, da ich es im Hinterkopf ohnehin geplant hatte. Herausgekommen ist ein vierteiliger Wettbewerb im Stationenbetrieb mit folgenden Flugaufgaben:

1. Kegeln
Hier musste der Pilot mit seinem Flugzeug, welches an einer 8m langen Schnur eine Styroporkugel mitführte, neun Kegel (Plastikflaschen) umwerfen.
2. Ziellanden
Ein definiertes Ziel (Landepunkt) musste möglichst nahe erreicht werden.
3. Zeitfliegen
Hier musste man die Zeit (2 min) ohne Stoppuhr möglichst genau erfliegen.
4. Wurfgleiterwettbewerb
In der Halle musste ein Ziel mit einem kleinen Wurfgleiter möglichst nahe getroffen werden.


Bei diesem Wettbewerb nahmen nicht nur die Jugendlichen teil, sondern auch die Betreuer und Organisatoren waren dazu eingeladen. So startete am Dienstag der Wettbewerb, natürlich bei schönstem Wetter, pünktlich um 9 Uhr! Bis zum Mittagessen wurde mit großem Spaß gekämpft. Nach dem Mittagessen wurde der Wettbewerb mit dem Wurfgleiterbewerb abgeschlossen. Dann wurde ausgewertet, denn nach dem Abendessen sollte die Siegerehrung sein. Bis dahin wurde wiederum frei geflogen. Groß war die Freude bei der Siegerehrung, denn es gab wunderschöne Flugmodelle als Preise und Pokale. Die empfangenen Modelle wurden natürlichen in den kommenden Tagen sofort gebaut. Bei dieser Siegerehrung konnte ich auch dem Schweizer Organisator, Thomas Suter, ein Gastgeschenk überreichen. Der Mittwoch brachte für die Jugendlichen ein besonderes Erlebnis. Sie fuhren mit einem Oldtimerbus nach Luzern in das sogenannte Verkehrshaus. Ein Haus voller Technik, das das Herz der Jugendlichen höher schlagen ließ. Theres, Inge und ich wählten an diesem Tag das Naturerlebnis. Wir fuhren auf die Schynige Platte und konnten bei herrlichem Wetter einen unvergesslichen Blick auf den Eiger, den Mönch und die Jungfrau werfen. Von der gemütlich fahrenden Zahnradbahn konnte man den herrlichen Blick auf das tief unten liegende Interlaken und die anrainenden Seen werfen. Welch ein Erlebnis! Die Jugendlichen kamen tief beeindruckt vom Verkehrshaus mit der großartigen Technikwelt, wir waren von der Natur überwältigt! Am Abend wurden die Erlebnisse beim Grillen ausgetauscht.

Am Donnerstag standen wiederum Fliegen rund um die Uhr am Programm, das jeder natürlich ausnützte. An diesem Tag suchte uns auch eine Delegation von Gemeindevorständen der umliegenden Gemeinden auf, die bis zum Abend zum großen Käsefondueessen blieben. Als es  dunkel wurde,  kamen die Nachtflieger zum Einsatz. Dabei waren auch schon einige gewonnene Modellflugzeuge, die ihre Kreise in den Nachthimmel zeichneten. Der Freitag bescherte uns wiederum einen sehr heißen Tag. Dies hinderte uns natürlich nicht die neu gebauten Flugzeuge ordentlich zu testen. Dann verdunkelte sich der Himmel und am späten Nachmittag öffnete der Himmel seine Schleusen und zwar so gewaltig, dass sich auch allmählich das Wasser in den Hangar verirrte, in dem unsere Modelle lagerten, die aber schon zum Teil für den Aufbruch am Samstag vorbereitet waren. Die kleine Überschwemmung war bald beseitigt, denn alle halfen mit, das Wasser abzuleiten. Nach dem Abendessen wurden alle vom Vorstand der Modellfluggruppe Interlaken mit einem Ehrengeschenk, einem originalen Schweizer Messer mit Erinnerungsaufschrift und einem Anhänger beschenkt. Ich konnte mich als österreichischer Delegationsleiter bei den verantwortlichen Personen, dem Vorstand der Modellfluggruppe Interlaken, und ganz besonders bei Thomas Suter und seiner Theres bedanken und ebenfalls ein kleines Geschenk überreichen.Am Samstag wurde alles sauber hinterlassen. Das große Verabschieden begann! So manch Jugendlicher hatte Tränen in den Augen!

Lieber Thomas, liebe Theres!

Ich möchte mich bei Euch für Eure herzliche und liebenswerte Art und Weise, wie ihr uns aufgenommen und betreut habt, bedanken! Interlaken war eine Reise wert! Interlaken bleibt unvergessen! Danke!