DI Martin Atzwanger

Modellfliegen in den Alpen Flying Circus in FISS

Modellfliegen in den Alpen ist ein besonderes Erlebnis. Die Topografie und das Bergwetter sind immer eine Herausforderung. Nie ist ein Tag oder Flug gleich. Die Kunst besteht darin, sein Flugmodell wieder heil zu landen. Und wer einmal die Bergluft geschnuppert hat, kommt nicht mehr davon los!

Modellfliegen in Serfaus-Fiss-Ladis

Das Hochplateau Serfaus – Fiss – Ladis liegt inmitten einer alten Kulturlandschaft über dem oberen Tiroler Inntal bei Landeck. Es zählt zu den sonnigsten Regionen Tirols und bietet ausgezeichnete Bedingungen für Modellflieger. Die Modellflugplätze sind leicht erreichbar und für alle, die ganz hoch hinauf möchten, gibt es zwei wunderschöne Flugplätze in knapp 2.500 m Höhe. Darüber hinaus bietet Fiss bzw. die Region auch viel für familiäre Interessen und Erholung.

Zum Flying Circus in Fiss

Der Flying Circus wird von Deutschland aus gemeinsam mit dem Tourismusverband Serfaus-Fiss-Ladis veranstaltet. Geflogen wird am Fisser Schönjoch oder wenn es oben zu ungemütlich wird, auf einer Wiese etwas außerhalb des Ortsgebietes. Über der Veranstaltung liegt ein Hauch von Mythos, der sich hauptsächlich von dem einmaligen Flugareal vor der majestätischen Kulisse und einigen Anekdoten ableitet.

Auch heuer sind am zweiten Juliwochenende wieder rund 150 begeisterte Alpinflieger angereist, jeder kann mitmachen. Und so sind vom EasyGlider über Panda, von unzähligen Höllein-Holzflieger bis hin zu sechs Meter großen Scale-Seglern (Neo-Discus, JS-1, Arcus M, ASG 29 usw.) nicht Alle, aber doch Viele vertreten. Zusätzlich nutzen einige Firmen / Sponsoren den Event, um ihre Modelle vorzuführen. So ist Stefan Höllein mit seinem Team und einer riesigen „Herde“ von Inside`s und Climaxx`s gekommen und zeigte, was auch mit einem einfachen Holz – Rippen Modell möglich ist. Lobenswert, wer Kleber oder Unterstützung benötigte, dem wurde hier unkompliziert geholfen!

Die Firma Tangent stellte ihr Flaggschiff ASG 29 und die neue Alpina Champ vor. Vorbildhaft, wie deren Piloten sich in das allgemeine Fluggeschehen einfügten und damit zum Mitfliegen einluden. So waren zeitweise drei bis vier Alpina´s am Himmel und zogen im Aufwind ihre Kreise oder zeigten im Formationsflug Kunstflugfiguren.

Leider hielten sich nicht alle an die im Modellflug bekannten Regeln und Vereinbarungen. Neben einem aufdringlichen Gleitschirmflieger, der beständig die Einflugschneise querte, sorgten leider immer wieder Piloten durch unangemeldete Manöver bis hin zu Figuren über den Zuschauern für unangenehme Situationen. Hier müsste der Veranstalter bzw. das Sicherheitspersonal – das sonst sehr bemüht war – konsequent(er) agieren, auch wenn es Vertreter einer Firma / eines Sponsors sind. Beziehungsweise gerade dann, denn dies schädigt den Modellsport nachhaltig!

Diffizil war bei Ostwind der Landeanflug. Nicht nur, weil das Landen im Lee am Hang seine Tücken hat. Vielmehr quert am unteren Rand eine Zufahrtstrasse das ausgesteckte Flugfeld, sodass oftmals ein LKW oder ein paar Mountainbiker den Landeanflug noch herausfordernder werden ließen.

Der Flying Circus möchte die Modellflieger zum Alpinflug bringen. Das gelingt, ist aber in der jetzigen Form noch ausbaufähig. Die phantastischen Tiroler Berge sind genug Inspiration, dass es kein Zirkus, sondern unser Hobby in einer beeindruckenden Umgebung im Kreis Gleichgesinnter zu einen Erlebnis werden lässt.