Ing. Roland Dunger, Vizepräsident ÖAeC

Akrobatik unter dem Himmel von Laa an der Thaya

Bereits in der Vergangenheit hat der Verein „Union Modellbauclub Laa/Thaya“ unter der Leitung von Ing. Rudolf Brachtl  wiederholt einen Lehrgang in der Klasse Advanced Schedule A 16, früher in RC III, durchgeführt. Auch andere Modellflugvereine führen ähnliche Schulungen und Ausbildungskurse durch und es stellt sich natürlich die Frage, wo der Unterschied zwischen dem Kurs in Laa an der Thaya  und den anderen ist.

Zuerst ist es der Modellflugplatz, der groß genug ist, dass man auch bei schwierigen Flug- und Wetterbedingungen fliegen kann. Vor zwei Jahren musste ich eine Notladung durchführen, da der Regler genau bei einer Aufwärtsfigur seine Funktion aufgab und ich das Flugzeug im Gleitflug auf den Boden brachte. Dank der Flugplatzverhältnisse gab es keine Beschädigungen, nur den Regler und den Motor musste ich entsorgen. Viele von uns wissen, dass ein Lehrgang immer so gut ist, wie die Teilnehmer und der Lehrgangsleiter. Ich bin schon dreimal dabei gewesen und habe mehrmals als Landesverbandspräsident den Lehrgang besucht. Jedes Mal haben ca. 8 bis 14 Personen teilgenommen, die nicht nur aus Österreich, sondern auch aus der Schweiz kamen. Alle immer stark motiviert und fleißig, dass kaum ein Tag verging, an dem Flugprogramm nicht mehrmals geübt wurde.

Nach jedem Flug wurde die Ausführung der Flugfiguren analysiert und beim darauffolgenden Flug die Hinweise umgesetzt. Obwohl kein Zwang bestand pünktlich am frühen Vormittag zu kommen, waren fast immer alle Teilnehmer zum vereinbarten Zeitpunkt anwesend. Diese Disziplin kann auch mit unserem Lehrmeister, Ernst Maurer, zusammenhängen, der immer empfahl, die Morgenstunden zu nutzen. Ernst, der in der F3A Szene sehr bekannt ist und selbst viele Jahre in dieser Disziplin flog, leitete die Lehrgänge insgesamt zehn Mal. An dieser Stelle herzlichen Dank für sein Engagement und seine Initiative. Der Lehrgang bestand immer aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.

Der letzte Kurs war derart organisiert, dass primär das A16-Programm oder die einzelnen Figuren geübt wurden und bei Schlechtwetter der theoretische Fachbereich vorgetragen wurde. Trockene Theorie war es nicht, eher berichtete Ernst Maurer aus seinem reichen Erfahrungsschatz, der nicht nur aus Aerodynamik, Flugmechanik und Motorkunde bestand, sondern Informationen und Tipps für das Wettbewerbsfliegen, fürs Einfliegen von Akrobatikflugmodellen, Angaben zu Einstellwerten an elektronischen und mechanischen Teilen, usw. beinhaltete. Viele dieser wertvollen Hinweise habe ich schon bei meinem Kunstflugmodell berücksichtigt. Leider hat Ernst beim diesjährigen Kurs uns mittgeteilt, dass er wahrscheinlich aufhören wird. Auch Rudi hat verkündet, dass er nach zwölfmaliger Organisation dies in jüngere Hände legen will.

Zu Beginn dieses Berichtes habe ich nach den unterschiedlichen Arten von Kursen gefragt. Eines ist aber an den Kursen in Laa/Thaya wirklich einzigartig, das „Käptn`s Dinner“. Hier muss man zu allererst Frau Brachtl erwähnen, die mit Sohn und Ehegatten am Ende des Kurses ein wohlschmeckendes Abendessen für die Teilnehmer zubereitete. Dazu wird gefachsimpelt, geplaudert, gescherzt und an den nächsten Kurs gedacht. Für die Aufwendungen großen Dank an Frau Brachtl. Und welche Flugmodelle kamen zum Einsatz? Fast alle Fluggeräte sind klassische Modelle aus der F3A-Szene,  Mach 14, Ventura mit Koaxialantrieb, Sparc Evo 2 mit Plettenbergantrieb, Gaudius mit Getriebeantrieb usw. Ich flog eine Wind 110 S, die mir den Einstieg in dieser Klasse leichter gemacht hat. Alle Teilnehmer haben durch das eifrige Trainieren vieles dazugelernt und das tägliche Zusammensein hat dazu geführt, dass Freundschaften geboren oder bestehende erweitert wurden.. Wir, die ehemaligen Teilnehmer hoffen auf eine Wiederholung im kommenden Jahr und der ÖAeC LV-NÖ wird auch einiges dazu beitragen. Auch der Vereinsführung, die die Infrastruktur zur Verfügung gestellt hat, möchten wir danken und allen sagen, es hat jedem einen Riesenspaß gemacht.