Bericht von Mannschaftsführer Fuss Helmut

Freiflug EM Zrenjanin 14.-20.8.2016

Vorprogramm 49th Memorial Djordje Zigic 12.-13.8.2016. Das F1A Team nutzte die Gelegenheit, einen Weltcupwettbewerb als Trainingsmöglichkeit vor der EM zu fliegen. War nicht sehr erfolgreich, wir konnten uns aber auf das sehr unebene und von Stolperfallen übersäte Gelände einstellen.

1.Tag, 14.8.: Ankunft, Registrierung, freies Training, Eröffnungsfeier

2. Tag, 15.8.: Bauprüfung, offizielles Training.

Wir waren als erste zum Processing dran, ging ganz schnell und unbürokratisch, es wurde lediglich ein Pickerl des Veranstalters an den FAI Sticker gelebt und beides abgestempelt, dies hat uns aber vorher niemand mitgeteilt und so haben wir brav den Inhalt der ganzen Kiste auf dem Tisch ausgebreitet. Eigentlich hätte auch geprüft werden müssen, ob alle Teile eines Modells die gleiche Bezeichnung haben. Anschließend raus aufs Gelände zum Training. Ich hatte meine 4 Modelle bereits gut getestet und verzichtete darauf. Ich wollte meine Kräfte nicht unnötig in der großen Hitze verbrauchen.

3. Tag, 16.8.: Wettbewerbstag F1A

Pünktlich um 8.00 Uhr ging es los, es war nahezu windstill und bereits ziemlich warm. Ich startete als erster mit meinem großen Modell. Nach ein paar Kreisen hatte ich eine tragende Schicht gefunden und lief an. Doch bereits nach 2 Schritten trat ich in ein verwachsenes Loch und fiel der Länge nach hin. Trotz dieses Missgeschicks schaffte das Modell aus halber Höhe noch 3´16´´, leider um 44 ´´ zu wenig, ein frühes Aus meiner EM-Träume. Anschließend war Luca an der Reihe. Nach sehr gutem Start zeigte die Uhr magere 3´10´´. Gerd rettete unsere Ehre mit einem schönen Max. Im 2. DG flogen wir alle sicher voll.  In der Pause zum 3. DG  dann der Schock. Ein russischer Teilnehmer ging gedankenverloren an uns vorbei, Gerd schrie auf, der Russe zuckte zurück, dies rettete Gerd´s Modell zwar vor der Zerstörung, der Flap am linken Flügel war aber beschädigt. Gerd musste nun auf das nächste Modell zugreifen. Im 3. DG Luca und ich sicher voll. Gerd hatte eine Leinenbehinderung, gerade als er zum Ausklinken anlief. Das Modell ging ziemlich unsanft zu Boden, wurde noch ein wenig mitgeschleift, blieb aber äußerlich unbeschädigt. Bei der Wiederholung des Starts ging Gerd auf Nummer sicher, startete unter schlechten Bedingungen, um ja alleine im der Luft zu sein. Nach längerem, mühevollen Schlepp hatte er Thermik gefunden, lief an, er hatte scheinbar extremen Druck drauf, ein Knall, der Flächenverbinder brach, 0 sek.  Ob dies eine Folge der vorher gehenden harten Landung war, sei dahin gestellt, er hatte seinen Aussagen nach ganz wenig Druck beim Starten gespürt. Nun war unsere letzte Hoffnung auf einen österreichischen Teilnehmer im Fly off dahin.  4. DG, Luca und ich voll. Bei Gerd ist jetzt die Konzentration vollends weg, er setzt das Modell neben die Thermik. Im 5. DG schaffen wir alle das Max, das nach neuem Reglement im 5. und jetzt letzten DG 4 Minuten beträgt. Meiner Meinung nach große Schwachsinn, in der Mittagsthermik eine Minute länger zu fliegen beschert mir eine eineinhalbstündige Suche in einem der angrenzenden Maisfelder. Format King Size, gut 3 m hoch und extrem dicht. Es kam dann, was bei nur mehr 5 Durchgängen jeder erwartet hatte, 42 Teilnehmer in diesem hochklassigen Feld erreichten das Fly-off. Dies wurde in 2 Gruppen geflogen, wobei natürlich unterschiedliche Bedingungen herrschten.  Dies führte zu Protesten, wobei die Jury dem letztendlich nachgab und eine gleiche Anzahl von Teilnehmern aus beiden Gruppen das am nächsten Morgen stattfindende 2. Fly-off  in Angriff nahm. Neuer Europameister wurde Roland Koglot aus Slowenien mit deutlichem Vorsprung. Uns blieben nur bescheidene Plätze im hinteren Drittel. Ich wurde 55., Luca 56., Gerd 75 bei 82 TN. 

4. Tag, 17.8.: Wettbewerbstag F1B

Auch heute Start um 8.00. Wir haben nur 2 Teilnehmer, da sich Manfred vor 2 Wochen den Mittelfuß gebrochen hat und kein Ersatz für ihn verfügbar war. Harry startet als erster. Aber heute ist absolut nicht sein Tag. Um es gleich vorweg zu nehmen, er schafft heute kein einziges Max. Franz steht dem nur wenig nach, auch seine ersten beiden Durchgänge gehen daneben. Im 3. DG dann ein schönes Max, im 4. DG kommt er gerade noch vor einer sich rasch nähernden Gewitterfront nach oben, das Modell steigt extrem hoch und verschwindet nach ca. 5 Minuten trotz Thermikbremse in der Wolke. Im darauffolgenden Unwetter schaffen wir es gerade noch, vom Platz zu kommen, bevor der Weg unbefahrbar wird. Franz und Harry sagen mir, dass sie zum letzten DG nicht mehr antreten wollen, ich habe Verständnis dafür. Das Wetter besserte sich nach einer Stunde wieder und der Wettbewerb wurde fortgesetzt. Wie am Vortag erreichten auch heute wieder 42 TN das Fly-off, es wurde wieder in 2 Durchgängen gestochen, diesmal ohne Protest. 36 TN kamen weiter. Der Veranstalter suchte jetzt unter allen Anwesenden nach möglichen Zeitnehmern um das 8 min. Flyoff in einem Durchgang zu starten Die Entscheidung wurde auf Freitag, 19. 8. verschoben. Dies gelang, auch wenn einige Startstellen nur von 2 Zeitnehmern besetzt waren. Da 3 TN die erforderlichen 480 sek flogen, war ein weiteres Stechen nötig, welches am Freitag, 19.8. frühmorgens stattfinden sollte. 80 TN, Franz 78., Harry 80.

5. Tag, 18.8.: Wettbewerbstag F1C

Der Beginn des Wettbewerbs verschiebt sich wegen Nebels auf 9.00 Uhr. Wir müssen bald feststellen, dass manche Zeitnehmer ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. So werden in den ersten beiden Durchgängen jeweils bei Luca und Reinhard Überläufe gestoppt, obwohl die Motorlaufzeiten zwischen 3,5 und 3,7 sek. lagen. (max. Motorlaufzeit ist 4,0 sek.) Im ersten DG bescherte dies Luca nach endlosen Diskussionen einen 2. Versuch, in der verbliebenen Restzeit von wenigen Minuten wurde kein guter Moment mehr gefunden, 207 sek. zeigte die Uhr nach der Landung. Im 3. DG erwischte es Gerd, Reinhard im letzten DG. So blieb uns auch an diesem Tag ein Erfolg verwehrt. Im 5. DG ging das Modell des Israelis Izhakov nach Kollision mit einer Stromleitung in Rauch auf, die Israelis erkämpften einen Reflight, da ihrer Meinung nach die Explosion vor der Berührung des Hindernisses eingetreten sei, dabei das Modell einen Teil verloren hat und der Flug daher ungültig sei. Eine interessante Interpretation. Wäre der Reflight gewertet worden, hätten wir auf jeden Fall Protest gegen das Ergebnis eingereicht, hatte doch bei gleicher Situation vor 2 Jahren Gerd einen Stockerlplatz vergeben. Anschließend nutzten wir die Zeit, das entflogene Modell von Franz zu suchen. Wir kurvten stundenlang auf Feldwegen herum, leider ohne Erfolg. Das abendliche Fly-off wurde in einer Gruppe ausgetragen, da für 20 TN genügend Zeitnehmer vorhanden waren. Im 2. Stechen fiel bereits die Entscheidung, neuer Europameister wurde der Russe Kaitschuk mit 15 sek. Vorsprung.

6. Tag, 19.8.: Reservetag

Am Morgen fiel die Entscheidung in F1B, leider ohne unsere Beteiligung. Europameister wurde der Russe Budrov.  Den Vormittag nutzten wir, um Ordnung in unsere Dinge zu bringen und das Auto teilweise zu beladen. Franz, Gerd, Luca und Harry fuhren nochmals zur Suche, diesmal jenseits der Theiß. Auch heute – leider nein. Um 18.00 Uhr sollte die Siegerehrung im Kulturzentrum von Zrenjanin stattfinden. Die unter freien Himmel geplante Veranstaltung musste wegen eines Gewitters in den Kinosaal verlegt werden, anschließend fand das Bankett statt, leider mit lauter Live-Musik, welche jegliche Unterhaltung unmöglich machte.

7. Tag, 20.8.: Abreise

Nach dem Auschecken drehte ich noch eine Ehrenrunde zur Suche des F1B Modells von Franz, diesmal in die andere Richtung, leider konnte ich kein Signal empfangen. Das Modell ist leider verloren.

Zusammenfassung:

Wir wurden ein wenig unter unserem Wert geschlagen. (Loch am A-Tag, unerfahrene, beratungsresistente Zeitnehmer in C)Die Organisation war bemüht einen geregelten Ablauf zu gestalten, schaffte es aber nicht immer.Das neue Reglement, nur mehr 5 statt 7 Durchgänge und 15 statt 5 Minuten Pause dazwischen: es ist im Allgemeinen ruhiger geworden, gleichzeitig schaffen aber mehr Teilnehmer das Stechen, was ja anzunehmen war. Die Flugzeit 4 Minuten im 5. DG ist ziemlich sinnlos, in der starken Mittagsthermik würden die Modelle auch 20 Minuten fliegen. Die Fly-off´s in 2 Gruppen zu fliegen, ist meiner Meinung nicht ganz gerecht (hat ja bereits zu Protesten geführt). Sind auf jeden Fall irgendwie verbesserungswürdig, vielleicht 5 Minuten im 1. DG, wenn es die Windverhältnisse zulassen.

Die Unterkunft entsprach unseren Standards, offene und freundliche Bevölkerung.

Die Hotelküche hat diesen Namen nicht verdient, die meisten von uns gingen (sehr gut) auswärts essen, die Preise betrugen ca. 1/3 derer im Hotel.Beim Bankett waren dieses Jahr alle Getränke inkludiert, aber – Verweis auf die Hotelküche.Noch ein klein wenig Erfreuliches: in der Mannschaftswertung in F1C haben wir unsere deutschen Kollegen um Längen geschlagen, etwas, worauf unser Fußballnationalteam seit Cordoba 78 vergeblich wartet.