Dipl.-Ing. Heimo Stadlbauer, BFR für Elektroflug | Fotos (alle Stadlbauer)

Elektroflug-Weltmeisterschaft in den Klassen F5B und F5D in Italien

Die Elektroflug-Weltmeisterschaft in den Klassen F5B (elektrischer Segelflug) und F5D (Elektro-Pylonmodelle), die in Lugo di Romagna nahe Ravenna stattfand, ist vorbei. Die FAI und der Aero Club d’Italia luden zwischen dem 12. und 19.8.2016 zu dieser WM ein. Veranstaltungsort war der Flugplatz Villa San Martino „Francesco Baracca“ nahe Lugo. Diese WM wird als die bisher erfolgreichste F5B-WM in die Geschichte der Elektro-Modellfliegerei eingehen!

Aber der Reihe nach! Am 12. Und 13.8. wurde der offene internationale Lugo-Cup im Rahmen der Contest-Eurotour durchgeführt. Nach drei Durchgängen stand Hannes Starzinger als Sieger fest, gefolgt von Julian Schild und Franz Riegler. Karl Waser wurde 8., der Jugendliche Martin Neudorfer 16. und Rudi Freudenthaler 27. Insgesamt 49 gewertete Teilnehmer. Es zeichnete sich hier schon die Dominanz der Österreicher ab.

Am Samstag Abend eröffneten unter blauem Himmel ua. Vertreter des Ital. Aeroclubs in Lugo beim imposanten Denkmal des WW I-Kampfpiloten Francesco Baracca die WM. Beeindruckend war der Einmarsch der 14 Nationen. Die österreichische Mannschaft bestand aus den Piloten Hannes Starzinger, Karl Waser, Franz Riegler und dem Jugendlichen Martin Neudorfer, aus dem Mannschaftsführer Gottfried Schiffer sowie aus den Helfern Julian Schild, August Greifeneder und Günther Pichler.

Nach Modellabnahme und Training am Sonntag begannen am Montag die Wertungsflüge. Pro Tag konnten zwei Durchgänge geflogen werden. Die ersten drei Runden gingen an Hannes Starzinger, Runde vier ging an Thomas Wäckerlin (SUI); Runde fünf an Karl Waser, Runde sechs wieder an Hannes. Bei Runde sieben flog Franz Riegler mit fantastischen 52 Strecken alle in Grund und Boden und machte den Tausender. Runde acht gewann Karl.

Nach acht Runden mit einem Streichresultat sah die Reihung folgendermaßen aus: Erster und neuer Weltmeister in der Klasse F5B wurde Hannes Starzinger, Zweiter und Vizeweltmeister wurde Karl Waser. Die Bronzene ging an Heiko Greiner (GER). Franz Riegler landete auf dem undankbaren vierten Platz. Wacker geschlagen hat sich der Jugendliche Martin Neudorfer. Er landete auf dem 14. Gesamtrang bei 42 Teilnehmern. Martin flog ganz ausgezeichnet und ließ den zweiten Jugendlichen aus den USA sowie so manchen „alten Hasen“ hinter sich. Der ehemalige Weltmeister von Turnau Remo Frattini konnte seinen Titel nicht erfolgreich verteidigen und landete geschlagen auf dem 7. Platz.

Die Mannschafts-Goldene ging ebenfalls an Österreich, Silber an Deutschland, Bronze an das Gastgeberland Italien. Grundsätzlich lagen die erreichten Streckenanzahlen bei den Spitzenpiloten zwischen 48 und 51. Eingesetzt wurde auch erstmals ein neues, von Steve Neu (USA) entwickeltes Telemetriesystem. Damit konnten die verbrauchten Wattminuten direkt auf ein Empfangsgerät übertragen und dort abgelesen werden.

Die Siegerehrungen fanden auf dem Gelände eines Landgasthofes statt. Nach diversen Ansprachen kam der große Augenblick. Die Medaillengewinner wurden aufgerufen. Beim Abspielen der österreichischen Bundeshymne wurde wurden die österr. Fahnen für Gold und Silber und die deutsche Fahne für Bronze aufgezogen. Anschließend erhielt unser Jugendlicher Martin Neudorfer ebenfalls die Goldene. Als zum dritten Mal die Bundeshymne für Mannschafts-Gold ertönte war der Jubel der österreichischen Fans grenzenlos.

Zusammenfassend war es aus österreichischer Sicht eine äußerst erfolgreiche F5B-Weltmeisterschaft, Wetter und Organisation waren in Ordnung. Bei Emil Giezendanner lag die Wettbewerbsleitung in bewährten Händen, Manfred Lex war Mitglied der Jury. Dank an die Piloten, Helfer, den Mannschaftsführer und an die österr. Sponsoren Lindinger, Schweighofer und Modellbau Freudenthaler. Maria Schiffer, Christian Glanzer und Gerhard Recinsky verbrachten viele Stunden an den Wendemarken, auch ihnen sei besonders für diese verantwortliche Tätigkeit gedankt.

Parallel zu F5B fand auch der F5D Pylon-Bewerb statt. Eine österreichische Mannschaft nahm daran leider nicht teil. Einzel- und Mannschaftswertung gingen an Tschechien.

Die nächste Elektroflug-Weltmeisterschaft könnte dem Vernehmen nach in Japan stattfinden.