Gerhard Niederhofer

21. Internationales Jugendflugsportlager MFC-Ikarus-Ohlsdorf 10.7. – 16.7. 2016

Zwanzig Jahre wurde unter der erprobten Leitung von Peter Zarfl und seinem Team das internationale Jugendflugsportlager in Kärnten erfolgreich durchgeführt. Im heurigen Jahr kam es zu einer Änderung sowohl des Austragungsortes, als auch in der personellen Besetzung. Die Austragung fand in Oberösterreich und zwar in Ohlsdorf statt und mit der Leitung dieses internationalen Jugendflugsportlagers wurde ich betraut.

Kurz zur Vorgeschichte! Als ich im Herbst vorigen Jahres gefragt wurde, ob ich mir die Koordination der Jugendarbeit im Österreichischen Aeroclub vorstellen könne, habe ich nicht lange gezögert und mich für diese große, aber auch schöne Aufgabe bereit erklärt. Ich habe über 40 Jahre Jugendarbeit im Bereich des Modellflugsportes betrieben und 30 Jahre hindurch ohne Unterbrechung ein Jugendlager in Kaindorf bei Hartberg geleitet. Als Physiklehrer habe ich es nicht schwer gehabt, den Kontakt zu vielen Jugendlichen im Bereich des Modellflugsportes aufzubauen und über viele Jahre hindurch aufrecht zu erhalten.

Ein internationales Jugendflugsportlager zu leiten war für mich eine neue aber reizvolle Aufgabe. Besonders erfreut war ich, dass sich das gesamte Kärntner Team bereit erklärte, mich bei diesem Jugendlager als Helfer zu unterstützen.

Als nächstes suchte ich den Kontakt zu den Ohlsdorfer Modellflugfreunden. Auch hier wurde ich vom Obmann Gerhard Huemer und seinem Team herzlichst aufgenommen. Insgesamt gab es in Ohlsdorf drei Vorgespräche, bei denen die Infrastruktur und die Organisation im Mittelpunkt standen, wobei der Kontakt zu Peter Deisl, der auch in Kärnten schon mit von der Partie war, sehr wichtig und sehr hilfreich war. Peter will sich auch künftig in Oberösterreich in der Jugendarbeit stark engagieren.

Bereits einen Tag vor dem Jugendflugsportlager trafen sich alle Verantwortlichen am Flugplatz. Aus Kärnten waren Peter Zarfl, Andreas Walcher, Dietmar Kuschnik, Manfred Schwarz und Andreas Walcher gekommen, aus Ohlsdorf Peter Deisl, der von Jürgen Menzl unterstützt wurde. Die Stimmung war vom ersten Tag an schon sehr gut!

Am Sonntag, den 10.7., trafen die jungen Modellflieger mit ihren Eltern beziehungsweise mit ihren Betreuern allmählich ein. Insgesamt hatten sich 30 Jugendliche angemeldet. Zwei sagten aus gesundheitlichen Gründen ab, sodass letztendlich 28 Teilnehmer an dem Jugendflugsportlager teilnahmen. Unter der Leitung von Remo Kalberer kamen fünf Jugendliche aus der Schweiz, worüber wir uns sehr freuten. Aus Deutschland gab es leider keine Meldung. Bereits bei der Anmeldung, die bis 17 Uhr stattfand, konnte man feststellen, dass sowohl die Eltern als auch die Jugendlichen sehr aufgeschlossen und entgegenkommend waren. Auch der regierende Juniorenweltmeister F3C-Helicopter, Thomas Rettenbacher, nahm an diesem Lager teil. Dies war schon eine bedeutende Aufwertung und mit seiner freundlichen und liebenswerten Art fand er überall volle Anerkennung. Er hatte bei diesem Jugendflugsportlager auch die Gelegenheit, sich auf die kommende Europameisterschaft vorzubereiten.

Pünktlich um 17 Uhr war dann die offizielle Eröffnung des 21. intern. Jugendflugsportlagers am Modellflugplatz des MFC-Ikarus-Ohlsdorf. Nach den launigen Ansprachen von Vereinsobmann Gerhard Huemer, Gerhard Niederhofer, Peter Zarfl und dem Vizebürgermeister Alexander Ortner, bei denen auch die Ehrengäste Pater Alois und der großzügige Sponsor von Konrad Elektronik, Herr Walter Richter, begrüßt wurden, wurde das erste gemeinsame Abendessen serviert.

Nach dem Abendessen wurde von Peter Deisl in einem Briefing die Haus- und Platzordnung genau erklärt. An dieser Stelle muss ich die großartige Organisation des MFC-Ikarus-Ohlsdorf besonders hervorheben. Es wurde eine hervorragende Infrastruktur mit Containern für Wasch- und Toilettenanlagen, sowie ein eigenes großes Zelt für das Abstellen der vielen Flugmodellen aufgestellt. Die großzügigen Räumlichkeiten des Vereines boten genug Platz für die Ausgabe und Einnahme des Essens sowie für eventuelle Reparaturarbeiten. Für die Jugendlichen standen zwei sehr gepflegte Rasenflugplätze zur Verfügung, die auch ständig genutzt wurden.

Mit ständig genutzt meine ich, dass ich um sechs Uhr in der Früh den Start des ersten Flugmodells wahrnehmen konnte und um 23 Uhr 30 den letzten beleuchteten Hubschrauberflug bestaunen konnte. Noch mehr staunte ich über das überdurchschnittliche Können aller Jugendlichen bei diesem Jugendflugsportlager. Egal ob Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Quadrocopter oder Race Copter, überall wurde Großartiges gezeigt. Besonders beliebt war es, mit kleinen Elektrojets möglichst tief im Kunstflug über das Rapsfeld zu fliegen, wobei das Berühren des Modelles und anschließende Rascheln der Ähren des Rapsfeldes allgemeinen Beifall bewirkten. Die Kids hatten dabei ihren Spaß!

Am zweiten Tag war es besonders heiß, sodass ein Teil der Jugendlichen mit einigen Betreuern den nahegelegenen Schwimmteich aufsuchten. Der Rest ließ sich von der Hitze nicht abhalten und genoss das Fliegen. Als alle wiederum beisammen waren, wurden wir mit Eis überrascht, dass die Gemeinde Ohlsdorf spendete.

Am dritten Tag war es am Vormittag noch recht schön und so konnte ich einen Jugendwettbewerb mit Zeit-Zielfliegen starten. Dazu standen zwei Modellflugzeuge (Conscendo S) bereit, die ich freundlicherweise von der Firma Horizon Hobby nach der Welser Messe zur Verfügung gestellt bekam. Man hatte eine Minute Motorlaufzeit zur Verfügung und musste dann drei Minuten segeln, wobei die Landung extra mit Punkten bewertet wurde. Dies gefiel nicht nur den Jugendlichen, auch die Helfer wollten einen eigenen Wettbewerb haben, der auch durchgeführt wurde. So entstand der erste internationale „Ohlsdorfer Rapsfeld-Contest“! Es war für alle eine Gaudi!

Leider kündigten sich am dritten Tag die ersten Regenwolken an. In den Regenpausen konnte aber ausgiebig geflogen werden. Am Nachmittag besuchte uns Thomas Suter, ein jahrelanger Begleiter der Schweizer Jugendmannschaft in Kärnten, mit seiner Frau. Bei diesem Treffen wurde auch das nächstjährige intern. Jugendflugsportlager, das in Interlaken stattfinden soll, besprochen.

Am vierten Tag wurden wir von der Firma Conrad nach Linz/Leonding eingeladen, um das Lager und den Verkauf dieser Firma zu besichtigen. Walter Richter von der Firma Conrad hatte die Busfahrt dorthin mustergültig organisiert. Nach der sehr interessanten Führung durch die dortige Geschäftsleitung bekamen alle ein Mittagessen und so konnten wir gestärkt die Fahrt nach Ohlsdorf antreten. Gott sei Dank gab es am Nachmittag einige Regenpausen, die zum ausgiebigen Fliegen genutzt werden konnten. Aber auch während des Regens wurden mitgebrachte Modellflugzeuge gebaut, sodass nie Langeweile aufkam.

Am fünften Tag durften wir in die Sporthalle nach Ohlsdorf und hatten unseren Spaß bei Völkerball und Fußball, da das schlechte Wetter kein Fliegen erlaubte. Am Nachmittag stand wiederum Fliegen in den Regenpausen oder das Bauen von Modellen am Programm.

Der vorletzte Tag wurde genutzt, um den Jugendwettbewerb und den „Ohlsdorfer Rapsfeld-Contest“ mit großem Spaß abzuschließen. Gerhard Huemer überraschte uns zu Mittag mit einer köstlichen Fischspende und der Vizepräsident Roland Dunger stattete uns überraschend einen Besuch ab. Das Bezirks-TV kam mit einem Team und filmte ausgiebig unsere jungen Talente bei ihren Flugvorführungen.

Vor dem Abendessen fand dann die große Siegerehrung statt. Es folgte dann der besondere Dank an den Schweizer Modellfliegerverband (in Vertretung Remo Kalberer) für die großzügige Spende, mit der wir bei dieser Siegerehrung für alle Jugendliche Quadrocopter ankaufen konnten. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei Herrn Walter Richter (Firma Conrad), der für diese Siegerehrung drei schöne Modellflugzeuge spendete. Jeder Jugendliche bekam zur Erinnerung eine Urkunde und für die besten drei gab es einen Pokal.

Eher bescheiden waren dann die Preise für den „1. Ohlsdorfer Rapsfeld-Contest“. Die ersten drei bekamen einen Rapszweig mit Mohnblume. Dafür war die Gaudi sehr groß! Nur für einen gab es einen Sonderpreis! Es war unser liebenswerter Hans Weigant, der der absolute Chef der Versorgung war. Ihm war es immer gelungen, mit seinem Elektrosegler das Rapsfeld aufzusuchen. Mit einem Wort, er verweigerte jede Landung auf dem offiziellen Flugfeld! Daher bekam er von uns den Adelstitel „Rapsi“! Dafür erhielt er von uns einen fast neuen Elektrosegler! Sehr bewegt haben mich die abschließenden Dankesworte des Jugendlichen Florian Hofbauer!

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen des Aufräumens und der Verabschiedungen, die oft sehr herzlich waren. Walter Richter erschien nochmals mit einem riesigen Zuckerlbomber und warf abschließend die süße Fracht ab, sehr zum Spaß aller!

Danke!

Ich möchte mich bei allen Jugendlichen bedanken, die mir ein so schönes und harmonisches Jugendflugsportlager ermöglicht haben. Es hat nie einen Anstand gegeben und es hat mir viel Freude bereitet, bei euch sein zu dürfen.

Ich bedanke mich bei der Gemeinde Ohlsdorf und beim MFC-Ikarus- Ohlsdorf unter der Leitung von Gerhard Huemer und seinen Mitarbeitern für die herzliche Aufnahme und für die großartige Oragnisation.

Mein ganz besonderer Dank gilt meinen Helfern, die mir wahre Freunde geworden sind: Peter Zarfl, Andreas Walcher, Dietmar Kuschnik, Manfred Schwarz, Hans Weigant, Peter Deisl, Jürgen Menzl und Rene Kalberer.

Last not least gebührt der große Dank dem Österreichischen Aeroclub, Sektion Modellflug, der trotz schwieriger finanzieller Situation das 21. Internationale Jugendflugsportlager großzügig unterstützt hat.