Wolfgang Semler

5. Elektroimpeller-Meeting beim MFC Klagenfurt

Abwechselnd mit dem MFC Salzburg veranstaltet der MFC- Klagenfurt das wahrscheinlich größte Elektroflug-Impellertreffen Österreichs. In diesem Jahr waren die Freunde der Impeller-Modelle wieder auf dem wunderschön gelegenen Flugplatz im Rosental/Kärnten zu Gast.  Bei traumhaftem Sommerwetter zeigten rund 40 Piloten am Wochenende vom 23. -24. Juli über dem Rosental ihre Elektrojets. Hier brannte die Luft nicht nur von den Temperaturen her, sondern auch die gebotenen Vorführungen trugen ihres dazu bei.
Vorbei sind die Zeiten, wo sich E-Jets wie lahme Krücken gerade so in der Luft halten konnten und man schon froh war, dass sie den Flug ohne Probleme überlebten. Früher wirkten sie eher wie ein fliegender Föhn, sie kreischten mehr als sie flogen.

Heutzutage besitzen Elektrojets dank optimierter Elektronik,  sowie neuer Akku- und Antriebstechnik genügend Leistung, sodass sie ihren kerosinbetriebenen Brüdern um nichts nachstehen. Auch der Sound der Triebwerke hat sich von dem schon erwähnten Kreischen in ein leises wohlklingendes Fauchen verwandelt. Der Unterschied zu einem “richtigen“ Strahltriebwerk ist dadurch fast nicht mehr gegeben.

Bereits Tage vor dem eigentlichen Meeting reisten einige Piloten an, um ihre Modelle zu testen bzw. den sehr gut ausgestatteten Flugplatz des MFC-Klagenfurt zu nutzen. Mit seiner 140 m langen Asphaltpiste, Clubhaus inkl. Küche und Hangar bietet er die idealen Voraussetzungen für eine solche Veranstaltung. Zusätzlich errichteten die Veranstalter Karl Heinz Gatternig und Peter Zarfl ein Zelt, das den Teilnehmern als Hangar zur Verfügung stand. Hier konnte geschraubt, repariert und Wartungsarbeiten unabhängig vom Wetter durchgeführt werden. Ein super Service, den alle Piloten gerne annahmen.

Eröffnet wurde das Meeting durch Obmann und Landessektionsleiter Peter Zarfl, der auch gleich das Briefing vornahm. Der Ablauf sah ein ungezwungenes Fliegen vor, wobei jeder Pilot nach eigenem Ermessen und Einhaltung der Startreihenfolge fliegen konnte. Ein fixes Programm gab es nicht und die Veranstalter verzichteten auf eine Moderation, wodurch ein lockerer Ablauf gegeben war. Trotzdem nutzten alle anwesenden Piloten die Gelegenheit diesen toll angelegten Platz zum Vorführen ihrer Modelle, sodass den ganzen Tag über bis Sonnenuntergang Flugbetrieb herrschte. Einige Piloten verwendeten das Meeting für Erstflüge und Tests ihrer Elektrojets, wodurch sich eine gewisse Spannung ergab.   

Mittlerweile ist das Impellermeeting von einem Geheimtipp zu einer internationalen Veranstaltung angewachsen. So konnten die Veranstalter Teilnehmer aus der Schweiz, Deutschland und sogar aus Dänemark begrüßen. Natürlich gaben sich die Piloten der heimischen E-Impellerszene ebenso ein Stelldichein.

Nicht nur bei den Piloten ist das Meeting bekannt, sondern auch die Hersteller entdecken es für sich, wie dies die Anwesenheit von Daniel Schübeler von der Fa. Schüberle Jets beweist. 

Die Modelle          

Wie bereits eingangs erwähnt, haben sich die E-Impellermodelle emanzipiert und sind eine ernstzunehmende Disziplin geworden. Natürlich können in diesem Bericht nicht alle Modelle erwähnt werden, obwohl sie es verdient hätten. Dies würde den Rahmen  bei weitem sprengen. Es sollen ein paar Modelle stellvertretend für die Vielzahl der anwesenden Jets vorgestellt werden.

Den Beginn macht der Eigenbau-Eurofighter von Peter Zver im Maßstab 1:9 mit einer Länge von 1.800 mm, einer Spannweite von 1.230 mm, der von einem Aeronaut T4000 mit Neu 850 Motor angetrieben wird. Ein 12s, 6.000 mAh LiPo Akkus sorgt für die notwendige Energie im Flug. Das von Wolfgang Obermeier erbaute sieben Kilo schwere Modell hatte am 14.11.2010 seinen Erstflug, der mit einem Motorabsteller (Kühlprobleme) endete. Diese sind jedoch längst behoben und der Eurofighter fliegt absolut zuverlässlich.        

Seinen Erstflug erlebte die Black Horse Mig-29 von Helmut Wenzel auf dem Impeller-Meeting. Helmut führte zahlreiche Modifikationen am Modell durch, wodurch das Fliegen nun  wahre Freude bereitet und problemlos ist. Die MIG 29 wird von zwei WeMoTec Midifan-HET 650/681130 mit 10s, 5800 mAh angetrieben, wobei geplant ist, diese auf 12s-LiPo- Akkus umzurüsten. Die Spannweite beträgt 1.400 mm, die Länge ist mit 2.000 mm angegeben.

Nicht minder beeindruckend ist die Mirage III R5 von Marcel Hotz, die in der Sonderlackierung des letzten bei der Schweizer Luftwaffe eingesetzten Musters nachgebaut ist. Das Eigenbau-Modell mit einer Länge von 2.700 mm und einer Spannweite von 1.450 mm wird von einem Amaker 140 Impeller und NEU 2215 angetrieben. Die notwendige Energie liefern 2 x 6.000 mAh LiPo-Akkus, die über einen Jeti Spin 300 Regler den Motor versorgen. Mit seinem Abfluggewicht von 10.500 g gehörte das Modell zu den Schwergewichten des Meetings.

Einen weiteren Erstflug erlebte am späten Samstagnachmittag der Saab Draken von Georg Petocnik. Das Modell ist in Tetris-Bauweise aus Styrodur aufgebaut und mit Folie überzogen. Es  besitzt eine Länge von 2.000 mm und eine Spannweite von 1.400 mm. Für den nötigen Vortrieb sorgt ein 90 mm Impeller mit einem HET 768/1120 Motor der von einem 12s, 5.200 mAh Akku versorgt wird.

Weitere tolle Modelle präsentierten Jörg Rehm F-16 Minute Men, Robert Steinwender Fiat G91, Jürgen Gollnow F-20,  Bernhard Kuisle–F16 mit Katapultstart, Karl Heinz Gatternig F9F-Cougar und Christian Fatzer Me 262 und viele mehr.

Zum Abschluss gilt noch der Dank der gesamten Mannschaft des MFC Klagenfurt für die tolle Unterstützung und Versorgung während des Meetings, sodass sich alle Piloten wohl fühlten und hier schöne und unvergessliche Tage genossen.

Das Elektroimpeller-Treffen findet 2017 dann wieder beim MFC Salzburg statt, und wir sind schon jetzt gespannt, welche neuen Modelle uns dort erwarten.