Ing. Wolfgang Vallant | Fotos: Thomas Domenig

EPA Aircombat in Kärnten

Am Samstag dem 7.11.2015 war es wieder soweit. Die Modellbaugruppe Feldkirchen (in Kärnten) lud auch dieses Jahr wieder zu einem EPA-Aircombat Luftkampf ein. Prompt fanden sich 16 österreichische und 6 slowenische Combat-Asse am idyllisch und ruhig gelegenen Fluggelände nahe dem wunderschönen Ossiacher-See in Kärnten ein. Hingen in der Früh noch leichte Nebelschwaden knapp über dem Wettkampfgelände, so meinte es der Wettergott ab dem Auftauchen der ersten Piloten gut mit den Veranstaltern und Gästen, und bescherte ihnen ein spätsommerliches Kaiserwetter mit rundum perfekten Flugbedingungen. Doch die besten Flugbedingungen nützen nichts wenn da nicht ein Team von Helfern am Werk ist, das für den reibungslosen Ablauf vor, während und nach der Veranstaltung sorgt. All jenen soll an dieser Stelle ein großes Dankeschön für deren Mitwirken ausgesprochen werden.

Die EPA-Aircombat-Klasse hat sich in den letzten Jahren zu einem fixen Bestandteil eines jeden „echten“ Aircombat-Wettbewerbes erhoben. Viele Aircombat-Piloten nutzen die kostengünstige Anschaffung eines EPA-Trainingsmodells, um ihre Schnelligkeit und Reaktionsvermögen auch in den langen Wintermonaten weiter zu schärfen – Übung macht ja bekanntlich auch den „Aircombat“-Meister. Außerdem spielt der große Spaßfaktor im Training mit den anderen Piloten eine wesentliche Rolle, der nicht zuletzt auch die Begeisterung vieler junger Piloten in dieser Wettbewerbsklasse ausmacht.

Doch was ist eigentlich „EPA“?
EPA ist die Abkürzung für  „Electric Polystyrene Aircombat“ und steht für den RC-Luftkampf von maßstabsgetreuen elektrisch betriebenen EPP-Flugmodellen aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg. Diese sind aufgrund ihrer kostengünstigen Anschaffung, einfachen Bauweise und meist praktischen Vorort-Reparaturmöglichkeit ein beliebtes Trainingsmittel für erfahrene Piloten, und eine preiswerte Einstiegsmöglichkeit für Newcomer in die Aircombat-Szene. Zu Beginn wurde der EPA-Aircombat noch von einigen „Veteranen“ der Szene belächelt und die Lebenserwartung dieser Randgruppe wurde der einer Eintagsfliege gleich bemessen. Mittlerweile darf man aber stolz behaupten, dass sich der EPA-Aircombat international zu einem vollwertigen Wettkampf etabliert hat, dem auch ein eigenes Reglement zugesprochen wurde.
Ursprünglich kam die EPA-Szene aus Tschechien, wo ein paar Piloten in den Aircombat-Pausen damit den Veranstaltungsluftraum zum Brennen brachten. Bei uns in Kärnten wurde diese Szene nicht zuletzt durch den harten und unermüdlichen Einsatz von Mike Gillinger und Thomas Domenig von der MBG Feldkirchen belebt. So war es deren beherzter und hartnäckiger Einsatz, der es ermöglichte, dass sich der EPA-Aircombat in Kärnten und schließlich auch in ganz Österreich derart stark verbreitet hat.

Zurück zum Wettbewerb in Feldkirchen. Um 09:00 Uhr begann das Einschreiben in den Wettkampf. Wie schon bereits erwähnt waren auch ein paar Wettkampffreunde aus Slowenien zugegen, deren Erscheinen die ganze Veranstaltung eine Spur „internationaler“ machte. Insgesamt meldeten sich 22 Piloten zum Wettkampf, der pünktlich um 10:30 Uhr begann. Mit professioneller Zeitmessung und einem lauten Signalton wurde die erste der insgesamt vier Runden eingeläutet. Da nicht alle 22 Teilnehmer in einer Runde fliegen, bestand jede Runde aus vier einzelnen Wettkämpfen (sog. „Heats“) mit jeweils 5-6 Piloten. Damit wurden also (ohne das Finale gerechnet) insgesamt 16 Heats geflogen, wobei natürlich jeder Teilnehmer in Summe nur vier Mal geflogen ist.

In der Luft schenkten sich die Piloten nichts, von Gastfreundschaft gegenüber den slowenischen Kollegen war nun nichts mehr zu bemerken. Allein der Streamer des fremden Flugzeuges war interessant. So begab es sich dann auch, dass schon in der ersten Runde im ersten „Heat“ nur ein einziges Flugzeug den sicheren Weg zum 20x75m großen Landefeld antrat. Die anderen fünf EPP-Flugzeuge verteilten ihre Einzelteile gleichmäßig am Wettkampfgelände. Damit war dem Spaß jedoch noch lange kein Abbruch getan, die gecrashten Piloten reparierten ihre EPP-Modelle mit etwas Zacki und 5min-Epoxy wieder, und schon ging es in der nächsten Runde weiter mit der erbitterten Punktejagd. Nach 2 Runden (sprich acht Heats) wurde die Mittagspause eingeläutet und die Teilnehmer stärkten sich mit warmen Essen, sowie Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Kaum war das köstliche Essen verschlungen, starteten schon die letzten beiden Runden mit ihren insgesamt acht Heats. Die Piloten kämpften erneut um jeden Millimeter Luftraum und nicht selten kollidierten zwei oder mehrere Modelle in der Luft. Der Spaß stand in jedem Moment im Vordergrund und nicht selten brachte ein „Kill“ die Entscheidung in einem Heat.

Im Anschluss an die zuvor erwähnten 16 Heats stand nun das mit spannung erwartete Finale der besten 7 Piloten im Mittelpunkt. Die 5 Österreicher Thomas Domenig, Max Fugger, Heimo Tammerl, Andreas Mischensky, Martin Herzele und die 2 slowenische Piloten Vid Gladovic und Gregor Rombo wollten es ein letztes Mal wissen, und den Himmel am Vereinsgelände der MBG-Feldkirchen ein letztes Mal zum Brennen bringen. Ein extrem spannender Kampf bot sich nun den Zuschauern und Piloten, bei dem einem nichts geschenkt wurde. Max Fugger und Heimo Tammerl erdeten ihre Modelle nach ca. 2 min, auch Vid Gladovic erreichte leider nicht die volle Flugzeit. Die verbleibenden 4 Piloten kämpften derweil erbost um jeden Streamer-Millimeter, bis schließlich das Sirenenläuten der Stoppuhr ein letztes Mal ertönte und das Ende des Finales bekundete. Der EPA-Aircombat Siegerpilot 2015 stand somit nun fest, alles wartete gespannt auf die genaue Auswertung von Thomas Domenig.

Am späten Nachmittag, bei tiefstehender November-Sonne und beeindruckendem tiefblauen Himmel schloss der Bewerbstag mit einer netten persönlichen Siegerehrung. Mike Gillinger und Thomas Domenig verteilten als Vertreter der MBG-Feldkirchen die Urkunden und Pokale an die Teilnehmer. Der strahlende Sieger des EPA-Aircombat Bewerbes 2015 hieß Andreas Mischensky (KFC-Thon), Zweiter wurde Gregor Rombo aus Slowenien, der dritte Platz ging an den jungen Martin Herzele (KFC-Thon). Spaß hat‘s aber sichtlich allen Beteiligten gemacht, und einem erneuten Bewerb 2016 sehen alle schon mit Freude entgegen. Der EPA Aircombat Bewerb der MBG Feldkirchen war gleichzeitig auch der letzte Teilbewerb des heuer erstmals ausgetragenen "Austrian EPA Cup 2015". Der Cup bestand aus 5 Teilbewerben in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und 2x in Kärnten. Das Herzschlagfinale zum österreichischen EPA Aircombat Meister entschied sich ebenfalls erst im Finale des Bewerbes der MBG Feldkirchen.  Ergebnisse und weitere Informationen gibt es auf www.aircombat.at

Fazit:
EPA-Aircombat ist ein echter Publikumsmagnet und verlangt von den Piloten jede Menge Präzision, Erfahrung und Können. Der Umstand dass jeder sein Glück ohne großen finanziellen Aufwand versuchen kann, ist wohl der Grund für die vielen Newcomer in der Szene. EPA-Combat-Modelle sind schon ab 30 Euro zu haben, die Elektronik kostet ca. nochmal 30-50 Euro, je nach Ausstattung. Somit bietet sich jedem Interessierten ein kostengünstiger Einstieg in EPA- und vielleicht auch “echtem“ Aircombat.