Wolfgang BAIER, BFR u. Mannschaftsführer

Weltmeisterschaft Klasse F1E 23.08. – 29.08.2015 in ZLATIBOR Serbien

Gespannt sahen wir dieser Weltmeisterschaft entgegen, denn wir hatten 2011 schon das Vergnügen, eine WM in der Klasse F1E in Serbien erleben zu dürfen. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, denn damals hatten wir im wahrsten Sinne Chaos pur erlebt. Wie wird es diesmal werden? Haben die Veranstalter daraus gelernt? Interessant war, dass heuer nur ein Weltcup ausgeschrieben war (erstmalig, denn in Verbindung mit EM oder WM wurden immer zwei Weltcupbewerbe ausgeschrieben und auch ausgetragen. Das Startgeld, welches dabei eingenommen wird, ist ja auch nicht zu verachten und deshalb waren eigentlich alle Teilnehmer etwas verwundert. Na ja, der Veranstalter muss es ja wissen. Dafür gab es zwei Bulletins für diesen einen Weltcup (auch einmalig). Die Anmeldung erfolgte noch am Anreisetag am Abend und da wurden wir neuerlich überrascht; wir bekamen nichts, nicht einmal Startnummern für diesen Weltcupbewerb. So etwas haben wir auch noch nie erlebt.

Am nächsten Tag wurde pünktlich um 1000 Uhr begonnen und das nächste Problem tauchte auf. Es gab keine Anzeigetafel an der Startstelle, obwohl sie gem. Reglement vorgeschrieben ist; die wichtigsten Informationen für die Teilnehmer, worauf die Uhrzeit, welcher Durchgang und die Dauer, die vorgeschriebene Flugzeit und die Startliste angezeigt werden. Die vorgeschriebene Maximalzeit wurde zwar am Beginn jedes Durchganges verkündet, meistens nur in serbischer Sprache und das noch ohne Megaphon, was für die Teilnehmer teilweise nicht oder nur kaum hörbar war. Eigentlich für uns unverständlich, da ja alles klar niedergeschrieben ist und nur nachzulesen ist. Wie auch immer, für uns wurde dieser Weltcupbewerb ein voller Erfolg. Fritz MANG gewann diesen Weltcup, Reinhard MANG erreichte den 7. und Norbert HEISS den 10. Platz von 65 Teilnehmern. Ein gutes Omen, oder?

Nun zur WM selbst:   Am Montag war die Eröffnung um 18 Uhr anberaumt. Am Hauptplatz von ZLATIBOR versammelten sich alle Nationen und warteten darauf, wie diesmal diese Zeremonie ablaufen wird. Eigentlich wurden wir abermals enttäuscht, denn auf dem großen Podest wurden lediglich die Fahnen und Tafeln von den daran teilnehmenden Ländern durch in Tracht gekleideten Burschen und Mädchen vorgeführt. Alle Teilnehmer dieser Weltmeisterschaft konnten vom Platz aus zusammen mit den wenig vorhandenen Zuschauer diese Eröffnungsfeier mitverfolgen. Bei Weltmeisterschaften auch noch nie erlebt, dass die Teilnehmer abseits des Geschehens waren. Es gibt halt immer etwas Neues, nur traurig, dass man von den althergebrachten und bewährten so weit abrückt. Der sportliche Eid ist auch nicht mehr gefragt. Die Ansprachen waren kurz gefasst und die Tanzeinlagen der in serbischer Tracht gekleideten Burschen und Mädchen waren wirklich der Höhepunkt dieser eigenartigen Eröffnungsfeier.      Am Diensttag war die Bauprüfung in jenem Hotel, wo die ganze Organisation und das Wettbewerbsbüro das Quartier hatte. Den Zeitplan, welches Land zu welcher Zeit, hatten wir bei der Eröffnung schon bekommen und da erlebten wir wieder etwas Eigenartiges. Wohin es geht, war zwar ausgeschildert und wir hätten die Modellkisten durch das ganze Hotel schleppen müssen; hätten uns die Deutschen (die ja dort wohnten)  nicht die Information gegeben, dass wir außerhalb des Hotels mit dem Auto direkt zu einem Parkplatz gelangen, wo es nur wenige Meter zum Raum der Bauprüfung sind. Da hätte auch Organisation draufkommen können. Die Bauprüfung selbst ging schnell von statten, aber man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass das nur mehr ein „Pickerlkleben“ und das Wesentliche nicht mehr Gegenstand der Sache ist.    Am Abend fand die Teammanagerbesprechung statt, wo auch unter anderem Fragen in den Raum gestellt wurden, die ganz klar im SC geregelt sind.  
Der Tag der Weltmeisterschaft: Wetter schön und es sollte noch heiß werden. Das Gelände, gelegen in einer Höhe von 1100 m, erwies sich als  schwierig, speziell für die Modellrückholung. 60 Minuten Durchgangszeit mit einer zehnminütigen Pause war fast zu knapp bemessen. Das hügelige Vorfeld und  dazu diese Hitze; ein kräfteraubendes Unternehmen stand uns bevor.    Der 1. Durchgang begann pünktlich um 10 Uhr mit einer Flugzeit von 300 sec. Unser Team, bestehend aus MANG Edith, MANG Fritz und WOLF Reinhard, flogen alle die „Volle“ und wir waren sehr zuversichtlich. Im 2. Durchgang startete Edith als erste, flog wiederum eine „Max“ und landete auf einem der höchsten Bäume, die dort vorhanden waren. Unsere Zuversicht drohte wieder zu verschwinden, hoffentlich reicht es mit der Länge unserer Bergestange. Mit der Ruhe war es vorbei, denn plötzlich drehte auch noch der Wind und kam ganz seitwärts. Fritz und Reinhard mussten noch fliegen und man kann sich vorstellen, dass bei solchen Windverhältnissen keine „Max“ geflogen werden kann. Auf zum Bergen; Gott sei Dank begann der 3. Durchgang später, da die Startstelle gewechselt werden musste. Bergung geglückt und auf zum 3. Durchgang. Edith fehlten 28 sec., Fritz und Reinhard hatten wunderbare Flüge, die teilweise schon in den Wolken verschwanden. Da mehrere Teilnehmer noch mit 3 „Vollen“ aufwarten konnten, wurde die Startstelle noch weiter hinunter verlegt. Fritz und Reinhard gelang es diesmal wieder traumhafte Flüge zu präsentieren, während Edith nur 3 Minuten schaffte. Nun der letzte Durchgang; was wird er uns bringen? Leider wurde dann der Wind sehr ruppig (von 1m/sec bis 7m/sec). Edith startete gleich nach Durchgangsbeginn und hatte noch Glück mit dem Wind, was sich in einer „Max“ niederschlug. Reinhard hatte zwar Blei getankt aber unmittelbar nach dem Start frischte der Wind stark auf und das Modell schob zurück und war nach 54 sec außer Sicht. Fritz hatte dasselbe Schicksal und er verschwand nach 121 sec.  4 Teilnehmer kamen ins Stechen, das Jaromir OREL (CZE) vor Marian POPESCU (ROU) und Konrad ZUROWSKY (POL) für sich entscheiden konnte. Mannschaftsweltmeister wurde ITALIEN vor FRANKREICH und DEUTSCHLAND. Unsere Platzierungen:12. Edith; 28. Fritz und 31. Reinhard.
Mit intensiver Modellsuche und Gott sei Dank keinen Verlusten endete dieser für uns leider nicht erfolgreiche Weltmeisterschaftstag, Aber wir werden wieder zuschlagen; versprochen.
Kritik muss auch angebracht werden. Der Abstand zwischen den Startstellen war viel zu eng, Die Teilnehmer und die Teammanager, die sich im Startfeld aufhielten hatten zu wenig Platz, behinderten sich teilweise mit den Modellen fühlten sich sehr beengt.  Am Freitag  um 18 Uhr fand dann die Siegerehrung wieder auf dem Platz der Eröffnungszeremonie statt. Das Siegerpodest wurde sehr weit hinten aufgestellt, was zur Folge hatte, dass die Teilnehmer und Zuschauer von der eigentlichen Siegerehrung sehr wenig zu sehen bekamen. Zu bemerken sei auch, dass keine Fahnen gehisst wurden, da keine dafür vorgesehenen Vorrichtungen vorhanden waren. Als Ersatz standen seitlich 3 Fahnenträger, die dann die jeweiligen Fahnen hochhielten. Auch noch nie gesehen.                       

Das Bankett konnte sich wirklich sehen lassen. Da wurde wirklich nicht gespart, doch von einem Gang zum nächsten vergingen fast Stunden und dann begann noch eine Livemusik mit serbischem Gesang in einer Lautstärke, die eine Unterhaltung nicht mehr zuließen.  Schade!                                               Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es doch noch Erfahrung bedarf, um Weltmeisterschaften in dieser Klasse ausrichten zu können.