Autor-Wolfgang Semler

The heat is on - Jets over Vienna

Alljährlich findet in den Sommermonaten am Modellfluggelände des MFC Falke die Veranstaltung „Jets over Vienna“ statt. Meistens erwarten hier die Piloten außergewöhnliche Wetterbedingungen, sowie den obligatorischen Wind, der das Landen zu einer Herausforderung macht und ein „Stresstest“ für das Fahrwerk darstellt. Im heurigen Jahr gab es mal zur Abwechslung „Wüstenbedingungen“ mit Temperaturen weit jenseits der 35° Marke. Wenn hier der Wind mit seinen Spitzen um die 50 km/h nicht gewesen wäre, dann hätte das Meeting sicher eine Menge Hitzeopfer an Mensch und Material gefordert.
Doch die extremen Wetterbedingungen hielten nicht davon ab, dass am Samstag, den 8. August sich 35 Piloten mit ihren Kerosin- und Impellerjets am Fluggelände des MFC Falke trafen. Sie alle wollten den anwesenden Besuchern nicht nur ihr Können, sondern auch ihre tollen Modelle vorzuführen. Unter den Gästen waren auch unser Bundessektionsleiter Manfred Dittmayer, Präsident des Landesverbandes Niederösterreich Roland Dunger und ich als Öffentlichkeitsreferent- bzw. prop Redakteur zu finden. Ich durfte auch mit meinem Impeller-Viperjet des Herstellers Taft mitfliegen, der sich gegen die Windböen tapfer behaupteten konnte.

Die Vorführungen der Modelle wechselten auf lockere Weise zwischen Kerosin- und Impellerjets, wobei als Highlight Sepp Schmirls Red Bull Cobra und Philip Geyers Turbofever mit Turobprop-Antrieb zu erwähnen sind. Dass Großsegelflugmodelle nicht immer eine Schleppmaschine benötigen, bewies Harald Kafka mit seiner gewaltigen SDZ 54 Perkoz. Sein Modell besitzt am Rumpfrücken eine fix montierte BF100 Turbine, die das Modell auf die benötigte Ausgangsflughöhe brachte. 

Eine tolle Vorführung lieferte  auch Patrik Hofmaier mit seinem Eurofighter Sport mit Schubvektorsteuerung. Er trotze dem Wind und den hohen Temperaturen und bot dem anwesenden Publikum eine tolle Vorführung mit viel Action und Spannung. 

Beim Ablauf der Darbietungen gab es kein starres Flugprogramm, sondern jeder konnte nach Voranmeldung bei der Veranstaltungsleitung sein Modell dem Publikum im Flug präsentieren. Starke Böen machten den Piloten, speziell bei den Landungen, gröbere Probleme, sodass nicht jede Landung auf Anhieb perfekt klappte.

Als Ergänzung gab es zwischendurch immer wieder Showblöcke mit den Austrian WWII- Fighters, Alex Balzer mit seiner Avanti S mit Schubvektor- Steuerung oder auch der Landung des manntragenden Alouette-Hubschraubers von Peter Jakadofsky.  Weitere Größen der Kunstflugszene, wie Martin Brandmüller, Robert Fasser, Patrik Schwarz und Philip Geyer zeigten ihr Können und sorgten für ein abwechslungsreiches Programm.     

Selbstverständlich macht eine solche aufregende Show mit den vielen Höhepunkten hungrig und durstig. Für Abhilfe sorgte das Küchenteam des „MFC-Falke“, welches mit Speis und gekühlten Getränken bei den Piloten und Besuchern für eine entspannte Atmosphäre sorgte. Nicht nur tagsüber gab es Action über dem Himmel von Deutsch Wagram. Nach Einbruch der Dunkelheit startete die Nachtflugshow mit Elektroflugmodellen mit ihrer spektakulären Show. Hier konnte jeder der Piloten mitfliegen, einen straffen Ablauf gab es nicht, es handelte sich eher um ein lockeres Fliegen unter Freunden. 

Wir alle hoffen, dass  im nächsten Jahr „Jets over Vienna“ wieder seine Pforten öffnet und neuerlich der Duft von Kerosin und Grillwürstel die Besucher aus Nah und Fern zu diesem im Osten Österreichs einzigartigen Event lockt.  Wir freuen uns alle schon darauf, wieder unsere Modelle beim nächsten Mal starten zu dürfen.