Wolfgang Semler

20. Jugendflugsportlager beim MFG- Klagenfurt in St. Johann/Rosental

Jugendarbeit hat schon seit Jahren im österreichischen Aeroclub einen sehr hohen Stellenwert. Sie sorgt dafür, dass in unserem Hobby die Kontinuität erhalten bleibt. Jugendliche, die eine fundierte Modellflugausbildung erhalten, sind der Garant für zukünftige Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Um ihnen nun die dazu notwendige Ausbildung und Förderung zu bieten, veranstaltet der österreichische Aeroclub-Sektion Modellflugsport seit genau 20 Jahren sein einzigartiges Jugendflugsportlager. Als bestes Beispiel können der Weltklasse-Spitzenpilot Gernot Bruckmann und der kürzlich gekürte österreichische Staatsmeister und Juniorenweltmeister Thomas Rettenbacher genannt werden. Beide waren bzw. sind Teilnehmer des Jugendflugsportlagers und haben dort ihre Fertigkeiten weiterentwickeln können. Im heurigen Jahr nahmen sogar zwei Werkspiloten teil, Florian Deisl fliegt für die Fa. Conrad und  Sean Fischer für Horizon Hobby. Auch sie sind gute Beispiele für die Qualität des Lehrgangs.   

So wie auch die letzten Jahre zuvor, fand das Jugendsportlager auch heuer wieder im südlichsten Bundesland in Kärnten auf dem Modellflugplatz des MFG-Klagenfurt/St. Johann im Rosental mit wunderschönem Blick auf die Karawanken statt. Diesmal errichteten die Kids ihre Zelte am Fluggelände in der Woche vom 12. bis zum 17. Juli 2015 gleich im Anschluss an die Helicopter-WM am Klopeinersee.   

Der Platz mit seiner voll ausgestatteten Infrastruktur bietet die idealen Vorrausetzungen für die Durchführung eines solchen Lehrgangs. Dazu gehören das mit einer Küche ausgestattete Clubhaus, ein überdachter Vorbereitungsraum, Nassräume und schließlich eine 180m lange Start-Landepiste.

Kärntens Landessektionsleiter und Koordinator der Jugendarbeit in Österreich, Peter Zarfl und sein Betreuerteam, bestehend aus Dietmar Kuschnig, Manfred Schwarz, Hans Weingand, Andreas Walcher, Willi Einspieler und Gottfried Türk unterstützten und begleiteten die 33 sechs- bis sechszehnjährigen Jugendlichen eine Woche lang. So wie schon im vergangenen Jahr nahm der Schweizer Aeroclub mit sechs Jugendlichen und Janik Fuhrer als Betreuer an der Lehrgangswoche teil.

Zur Unterstützung des Betreuerteams blieben diesmal auch einige Eltern die ganze Woche. Namentlich waren dies: Gerald Schlager, Familie Schefbänker, Peter Deisl und Henrik Fischer. Walter Schefbänker, der hauptberuflich Airbusse durch die Gegend kutschiert und auch im Modellflugsport ein exzellenter Pilot ist, fungierte als Fluglehrer. Einen besseren Lehrer konnten sich die Kids gar nicht wünschen!  

Ein Großteil der Kids besuchte auch schon in den vergangen Jahren das Jugendflugsportlager. Da sie das Lager cool finden, freuen sie sich am Ende der Woche bereits auf das nächste Jahr und hoffen darauf wieder dabei sein zu dürfen.

Peter und seine Mitarbeiter hatten extra wieder für den Lehrgang ein großes Zelt gemietet, das so wie in den Jahren zuvor als Hangar genutzt wird. In diesem können die Teilnehmer während der gesamten Zeit ihre Modelle lagern und warten. Gleich hinter dem großen Hangarzelt hatten die Jugendlichen ihre Wohnzelte aufgebaut, wodurch sich das Lagerleben gänzlich auf das Modellfluggelände konzentrierte. An- und Abfahrzeiten zu weiter entfernt gelegenen Unterkünften entfallen ebenso, wie auch die tägliche Organisation des Transports der Kids.

Für das leibliche Wohl während der Woche sorgte erstmals in diesem Jahr ein externer Caterer. Er lieferte die fertigen Gerichte direkt an, sodass Küchenchef Willi Einspieler nur mehr die Ausgabe an die Kursteilnehmer übernehmen musste. Die Änderung war aufgrund neuer hygienischer Standards notwendig, die ein Kochen vor Ort nicht mehr zulassen.

Zum Schwerpunkt des Jugendflugsportlagers gehörte natürlich das Fliegen der mitgebrachten Modelle unter Aufsicht der Betreuer. Wenn mal eine Reparatur nach einer harten Landung oder gar nach einem Absturz notwendig wurde, dann standen sie natürlich ebenfalls mit Rat und Tat zur Verfügung.
Neben all den fliegerischen Aktivitäten gab es noch andere Freizeitaktivitäten. Mehrmals täglich erfolgte je nach Wetterlage der Besuch des angrenzenden Badeteichs. Er ist zu Fuß vom Fluggelände aus leicht zu erreichen und sorgt für Entspannung nach den anstrengenden Trainingsflügen.   

Traditionell startete das Jugendflugsportlager am Sonntagabend mit dem von Peter Zarfl moderierten Briefings, wo alle Teilnehmer und Betreuer vorgestellt und die Infos für die Woche mitgeteilt wurden. Sonntagnachmittag besuchte unser Präsident Michael Feinig das Jugendflugsportlager, um die ankommenden jugendlichen Teilnehmer persönlich zu begrüßen. 

Am Montag war ein Kameramann des Livestream-Anbieters AEWO.cc anwesend, der Filmaufnahmen machte. Sie werden in Kürze auf deren Homepage https:aewo.cc zu sehen sein. Auch das österreichische Fernsehen (ORF-)Landestudio Kärnten kam für Filmaufnahmen vorbei, die dann am Abend im Rahmen der Sendung „Kärnten Heute“ zu sehen waren.             

Neben der sportlichen Betätigung lud an einem Nachmittag das Betreuerteam die Teilnehmer zu einer Zillenfahrt auf der Drau ein.   

Zum Programm gehörten auch wieder Vorführungen von erfahrenen Modellfliegern.

In diesem Jahr führte Walter Schefbänker sein Helimodell BO-105 im Red Bull Design vor, das er auch mit fast demselben Programm wie das Original im Fluge präsentierte.  

Auch Organisationsleiter Peter Zarfl ließ es sich nicht nehmen, seine mit Impellerantrieb ausgestattete Grumman Panther im Flug vorzuführen.     

Natürlich durfte so wie in den vergangenen Jahren auch der große Abschluss-Wettbewerb nicht fehlen

Das Betreuerteam veranstalte einen Wurfgleiterbewerb, bei dem es galt, den weitesten Flug zu ermitteln. Gemeinsam mit den Schweizer Kollegen fand zusätzlich ein Zeit-Ziel-Landebewerb statt. Hier galt es, innerhalb einer vorher festgelegten Flugzeit eine Ziellandung zu absolvieren.   

Da jedoch nicht alle Teilnehmer leer ausgehen sollten, gab es nach dem Losverfahren attraktive Preise für alle, die bei den Jugendlichen für große Freude sorgten.

Die Preise wurden von namhaften Firmen, wie Hobbico/Revell, Multiplex, Horizon-Hobby, Lindinger Modellbau und Modellbau DMT, zur Verfügung gestellt. Besonders bedanken möchten wir uns beim Schweizer Aeroclub, der Fachhandel-Gutscheine im Wert von 2000 Euro gesponsert hat. Damit konnte der Veranstalter weitere Preise für die Kids organisieren.    

Daneben gab es noch einige private Spenden von Modellflugsportlern des Landesverbandes Kärnten, die hier Preise zur Verfügung stellten. Erwähnenswert ist die großzügige Sachspende von hochwertigen Preisen des ÖAeC–Bundessektionsleiters Manfred Dittmayer.

Sponsoren sind ein wichtiger Teil des Jugendlagers, ohne deren Unterstützung ein solches Projekt nicht so leicht zu realisieren wäre. 

Finanziert wird das gesamte Jugendflugsportlager vom österreichischen Aeroclub und ist somit für die Jugendlichen bis auf die individuelle Anreise kostenlos.

An dieser Stelle möchte sich Organisator Peter Zarfl bei Bundessektionsleiter Manfred Dittmayer, Monika Gewessler, Sekretariat, und seinem langjährigen Team für die Unterstützung und unproblematische Abwicklung bedanken.

Die jungen Piloten hatten während der gesamten Woche eine Menge Spaß und dies sorgte für eine fröhliche-ausgelassene Stimmung. Es wurden neue Freundschaften geschlossen oder bereits bestehende erneuert. Einstimmig haben alle Teilnehmer erklärt, dass sie ohne zu zögern sofort nächstes Jahr wieder kommen würden.  

Möglicherweise hat hier der eine oder andere den Grundstein für seine spätere Showflug- oder Wettbewerbskarriere gelegt, denn es gab genügend Jungtalente zu sehen.