Wolfgang Semler

Kärnten war Gastgeber der Modell-Helicopter Weltmeisterschaft in den Klassen F3C und F3N

Wir haben mit Thomas Rettenbacher einen Junioren- Weltmeister!

Alle zwei Jahre findet in einem anderen Land und meist auf verschiedenen Kontinenten die Helicopter- Weltmeisterschaft statt. In diesem Jahr hatte Österreich die Ehre, Gastgeber zu sein. Als Austragungsort wählte das Organisationsteam um F3C/F3N Bundesfachreferent Harald Zupanc die Ferienregion Klopeinersee. Nach zweijähriger intensiver Vorbereitungsphase war es dann am 3. Juli soweit. Im Strandbad Nord in St. Kanzian fand die Eröffnungsveranstaltung statt und bildete den Auftakt zu den einwöchigen Wettkämpfen in den Klassen F3C und F3N.     

Opening Ceremony (Eröffnungsveranstaltung)

Der Ort des Strandbades Nord wurde deshalb vom Organisationskomitee ausgewählt, da  gleichzeitig die seit einigen Jahren am Klopeinersee stattfindende Veranstaltung „See in Flammen“  seine Pforten geöffnet hatte. Somit konnten beide Events voneinander profitieren und der Heli-Eröffnungsveranstaltung einen passenden Rahmen geben. Musikgruppen und Zauberkünstler sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, das für jeden etwas dabei hatte. Den Abschluss des „See in Flammen“ Events bildete ein großartiges Feuerwerk, das alle Anwesenden in Atem hielt.                                                                                               Doch zurück zur Eröffnungsveranstaltung: Nach dem Einzug der Nationen und den Eröffnungsworten durch Präsident Michael Feinig- und Altpräsident Alois Roppert, gab es noch Festansprachen durch CIAM Vertreter Lucio Della Toffola sowie Vertretern des Landes unter anderem auch dem Bürgermeister von St. Kanzian Thomas Kreinz. Als Gäste lud der ÖAeC-Modellflugsport das Präsidium des DMFV, bestehend aus Herrn Präsident Hans Schwägerl, Herrn Vizepräsident Ludger Katemann und Herrn Schatzmeister Winfried Schlich ein. Sie blieben bis Sonntag und nutzten die Gelegenheit, das deutsche Team beim Training zu besuchen und sich ein Bild von der Weltmeisterschaft zu machen. Der offizielle Teil der Eröffnung beinhaltete auch das Hissen der FAI-Fahne unter dem Abspielen der dazugehörigen Hymne. Ein weiterer Programmpunkt sah die Flugvorführung der Red Bull Rotorwings mit ihren Tragschraubern und einer Bücker Jungmeister vor. Beide boten eine eindrucksvolle Show am abendlichen Himmel über dem Klopeinersee.

Wettbewerbsbeginn

Das Gelände, auf dem die Vorrunden und Finaldurchgänge ausgetragen wurden, befand sich auf angemieteten Feldern nördlich des Klopeinersees. Im Vorfeld der WM erfolgte die entsprechende Adaptierung, damit sie für die Bewerbe nutzbar waren. Neben dem Hauptfeld (main field) standen noch für F3N und F3C je eine eigene Fläche zur Verfügung. Ausgetragen wurden die F3C- Vorrunden auf dem Hauptfeld und die F3N- Vorbewerbe auf dem dafür vorgesehenen Bereich. Alle Finalrunden fanden dann am Freitag und Samstag am Main-Field statt. Die F3C-Fläche diente als Trainingsgebiet für die verschiedenen Mannschaften.  Auf dem Main-Field war auch ausreichend Verpflegung für die Teilnehmer und Gäste vorhanden, sodass niemand in der Hitze Durst und Hunger leiden musste. Verkaufsstände namhafter Firmen, wie Modellbau Lindinger, Helishop Mauerer, Graupner, Kontronik, Modellsport Schweighofer und SAB Heli Divison rundeten das Angebot ab. Auch der österreichische Aeroclub war am Finalwochenende mit einem eigenen Stand vertreten.            

Das Geschehen am Fluggelände bei den jeweiligen Bewerben konnte man im Internet unter www.aewo.cc live mitverfolgen, bzw. sind die einzelnen Videos dort abrufbar. Dies ermöglichten Kamerateams der Firma AEWO, die während der ganzen Weltmeisterschaft vor Ort waren und mit ihren Kameras alle spannenden Momente einfingen.                                 

Den Sonntag nach der Eröffnung konnten die Teams für die letzten Vorbereitungsflüge nutzen, bevor am Montag die ersten Vorrunden-Bewerbe starteten. Bis zur vierten Vorrunde konnte in der Klasse F3C Bernhard Egger den ausgezeichneten 7. Platz halten, in der letzten Runde rutschte er auf den 8. Platz ab. Angesichts seines Pechs mit dem Material im heurigen Jahr und den damit verbunden Trainingsausfalls ist das eine ausgezeichnete Leistung. Man kann sich vorstellen, welchen Spitzenplatz er erreicht hätte,  wenn er in der heurigen Saison 2015 kontinuierlich geflogen wäre.                                           

In der Klasse F3N lag Henrik Zupanc in der 2. Runde auf dem 17. Platz, dies war auch die beste Platzierung des österreichischen Teams in den Vorrunden. Ebenfalls gute Leistungen erbrachte Bernhard Wimmer, der in der ersten Vorrunde den 20. Platz erreichte.

 

Finale

In den drei Finalrunden schaffte in der Klasse F3C Bernhard Egger im ersten Finaldurchgang  den 9. Platz, den er aber bis zur letzten Runde leider nicht halten konnte. Letztendlich beendete er die Heli-Weltmeisterschaft auf dem 14. Platz. Die weiteren Platzierungen der österreichischen Teammitglieder: 16. Platz Thomas Rettenbacher- der mit dieser Platzierung auch den Junioren-Weltmeistertitel holte; den 25. Platz errang Andreas Kals. Weltmeister in der Klasse F3C wurde Hiroki Ito aus Japan vor dem Schweizer Ennio Fraber und dem Drittplatzierten Takashi, ebenfalls aus Japan. 

Leider konnte auch in der Klasse F3N kein österreichischer Teilnehmer unter die ersten 20. Plätze kommen. Bernhard Wimmer errang vor Andreas Eder und Henrik Zupanc den 21. Rang. Dieses Bild veränderte sich bis in die dritte Finalrunde nicht, wodurch alle drei Teilnehmer den Einzug in das Finale verpassten. Den Weltmeistertitel in der Klasse F3N errang Eric Weber aus Deutschland vor Huan-Chen Ko aus Taipei und Luca Pescante aus Italien.

In den Pausen zwischen dem Finalbewerben gab es für die anwesenden Zuschauer eine spektakuläre Flugshow, die nicht nur Helicoptermodelle beinhaltete. Größen wie Gernot Bruckmann, Alex Balzer und Robert Sixt zeigten eine eindrucksvolle Show, die alle begeisterten. Eine besondere imposante Show bot Gernot mit seinem Dr.I Dreidecker  in den Farben, wie Manfred von Richthofen sie seinerzeit flog. Das Besondere daran ist, dass der Dreidecker im Maßstab 1:1,5 gebaut ist und somit die gewaltigen Maße von 4800mm Spannweite und 88kg Abfluggewicht besitzt.

Nachtflugshow

Ein besonderes Spektakel bot die Nachtflugshow, die um 21.30 Uhr startete und tolle Vorführungen von Flächen- bzw. Helimodellen boten. Auch hier zeigten Größen wie Robert Sixt und Gernot Bruckmann einzigartige Darbietungen. So schaltete Gernot bei seinem Modell im Flug die Beleuchtung ab, um sie später, als sich sein Kunstflugmodell an anderer Stelle befand, wieder einzuschalten. Blindflug pur- und das ohne Verlust des Modells!! Auch 

Robert Sixt bot eine wahrlich originelle Vorführung, in dem er zu Musikuntermalung verschiedene Figuren in die Rotorblätter seines Helimodells zauberte. Natürlich gab es noch eine Menge weiterer toller Piloten, die alle eine großartige Show boten, doch dies würde den Rahmen des Berichts sprengen. Sowohl bei dem Finalbewerben am Freitag und Samstag als auch bei der Nachtflugshow war das Interesse des Publikums so hoch, dass der vorgesehene Parkplatz fast nicht ausreichte. 

Siegerehrung

Nach dem am Samstag, den 11. Juli die letzten Finalbewerbe ihren Abschluss fanden und Janez Mesec in gewohnt professioneller Art die endgültigen Ergebnislisten erstellt hatte, konnte um 16.00 Uhr mit der Siegerehrung begonnen werden. Unter der Anwesenheit des Landeshauptmannes von Kärnten Peter Kaiser, dem Bürgermeister von St. Kanzian Thomas Kreinz, Landespräsident Martin Huber sowie dem Tourismusverantwortlichen Helmuth Micheler fand am Hauptfeld (Main Field) im Zuschauerbereich der finale Einzug der Nationen statt. Nach den bei solchen Veranstaltungen üblichen Festreden der Ehrengäste und des ÖAeC- Präsidenten Michael Feinig erfolgte die Übergabe der Pokale und Medaillen an die Sieger der jeweiligen Klasse. So wie beim Autorennen in der Formel 1 gab es natürlich auch hier die Sektdusche für die Sieger. Bei den vorherrschenden hohen Temperaturen war dies sicher eine willkommene Abkühlung.

Danksagung

Den Abschluss der 16. Weltmeistermeisterschaft in der Klasse F3C und 2. Weltmeisterschaft in der Klasse F3N bildete das Abschlussbankett am Abend im K3 in St. Kanzian. Dabei erfolgte die Ehrung der Jury, Punkterichter und natürlich des Teams an Freiwilligen ohne deren Mithilfe der Ablauf der Weltmeisterschaft nicht so reibungslos funktioniert hätte. An dieser Stelle ein „Herzliches DANKESCHÖN“. Ihr habt bei den hohen Temperaturen eine außergewöhnlich gute Arbeit geleistet und zum Gelingen der WM maßgeblich beigetragen! Harry Zupanc und sein Organisationsteam haben hier wirklich Einzigartiges zustande gebracht und dafür bedankt sich der ÖAeC-Modellflugsport bei ihm und seinem Team recht herzlich- Jungs ihr seid Spitze!!!

 
Interessante Links: www.aewo.cc, www.fai-heli-worlds2015.at