Wolfgang Semler

Aerial Grand Prix am Spitzerberg

Der Name lässt schon erahnen worum es hierbei geht. Natürlich versteckt sich dahinter ein Bewerb, welcher in der Luft ausgetragen wird. Jedoch kommen hier ganz ungewöhnliche Fluggeräte zum Einsatz, die auf den ersten Blick an Space Odyssey 2000 oder Star Wars erinnern. Auch die Piloten besitzen ein seltsames Outfit, das eher an Raumfahrer erinnert, als an Modellflugpiloten. Dahinter verbirgt sich das erste FPV (First Person View) Multirotor Rennformat, bei dem ähnlich wie bei der Formel 1 oder dem Red Bull Air Race Piloten auf einem Luft-Rennkurs nach einem festen Reglement antreten und wichtige Championship- Punkte sammeln können! Das Besondere daran ist, dass der Aerial Grand Prix erstmals in Europa und dann gleich auf unserem Spitzerberg Station machte.
Somit fand am Wochenende vom 20.-21. Juni die Europa Premiere dieses wohl einzigartigen Wettbewerbs statt. Piloten aus der ganzen Welt, wie USA, Asien und natürlich aus Europa nahmen daran teil, um hier den besten „Videobrillen-Piloten“ zu küren.
 Parallel dazu veranstaltete einer der größten namhaften Multikopter Hersteller –DJI seine DJI-Games, womit die Bedeutung des Bewerbs unterstrichen wurde. Auch hier kamen Piloten aus ganz Europa zu diesem Event, um sich der Herausforderung zu stellen. Die Firma DJI unterstützte finanziell und materiell sehr großzügig den Gesamtevent, sodass für den Mitveranstalter ÖAeC- Modellflugsport keine zusätzlichen Kosten entstanden. Weitere Sponsoren wie Firma Lindinger, Globe Flight und redbee-copter.de waren vor Ort und präsentierten ihre Produkte dem interessierten Publikum. An dieser Stelle gilt der Dank allen Sponsoren, die den Wettbewerb aktiv und finanziell unterstützten. Auch der österreichische Aeroclub Sektion Modellflugsport war mit einem eigenen Stand vor Ort und die Besucher konnten die Beratung in Anspruch nehmen.
Dass der Aerial Grand Prix seine Europa Premiere am Spitzerberg feiern durfte, ist Andreas Neubauer, Wolfgang Lemmerhofer (ÖAeC-Öffentlichkeitsreferent)  und Philip Sager (ÖAeC-Bundesfachreferent FPV) zu verdanken. Sie haben durch intensive Vorarbeit und Gespräche mit DJI und den weiteren Sponsoren es ermöglicht, dass sich die Startflagge am Samstag um 10.00 Uhr zur ersten Runde hob. Leider nur bei den DJI-Games, denn beim Aerial Grand Prix gab es aufgrund technischer Probleme bei der elektronischen Zeiterfassung Verzögerungen. Mit Hilfe von gewöhnlichen Stoppuhren konnte dann jedoch der Bewerb abgehalten und zu Ende geführt werden.   Als Gäste konnten unser Präsident Michael Feinig, Dr. Peter Schmautzer als Vizepräsident der Verbandslosen, Bundessektionsleiter Ing. Manfred Dittmayer und Bernhard Rögner begrüßt werden. Sie informierten sich über den aktuellen technischen Stand auf dem Gebiet der Multikopter und waren von den Leistungen der Piloten beindruckt.   Nach zwei spannenden Renntagen mit sehr durchwachsenen Wetterbedingungen und starkem Wind standen am späteren Sonntagnachmittag die Sieger der beiden Klassen fest. In der Mini 250 Klasse gewann Julian Reifinger vor Andreas Graf und Krizstof Chartanow. Bei der Super Mini330 Klasse siegte Kent Dideriksen vor Andreas Graf und Matthias Schwarz.

Worum geht es beim Aerial GP? Nun wird schön langsam die Frage aufgekommen sein, wie der Ablauf des Wettbewerbs erfolgt: Das Aerial GP Rennformat und die damit verbundene Rennserie wurde im Sommer 2014 von den drei Gründungsmitgliedern Rio Rex (USA), Sven Tusak (USA) und Andreas Neubauer (Österreich) ins Leben gerufen.  Ziel der Piloten ist es den mit Air Gates, Air Rings und Air Flags abgesteckten Kurs in möglichst schneller Zeit und mit einem Minimum an Fehlern zu durchfliegen! Neben der technischen Herausforderung des Luft-Rennkurses, sowie der hohen Geschwindigkeit (bis zu 120km/h) und niedrigen Flughöhe (1 bis 3m) macht diesen Sport mit  Fliegen in FPV- Sicht zu einem außerordentlichen Spektakel für Piloten und Zuschauer! Das Reglement schreibt keine Begrenzung  bezüglich der Anzahl der Rotoren vor, jedoch wird in verschiedenen Klassen geflogen, die sich auf die Größe des Fluggerätes bezieht.Die im Moment gängigsten Modelle für den Rennsport haben 3 bis 6 Rotoren und eine maximale Motor zu Motordiagonale von 250 bis 330mm! Das Aerial GP Reglement umfasst die derzeit drei Rennklassen, Mini 250 Class, Super Mini 330 Class (Pro) und die Open Class (Experimental). Eine genauere Beschreibung der einzelnen Klassen ist auf der Seite http://www.aerialgpeurope.com zu finden. .. und wie sieht es bei den DJI-Games aus?

Die DJI Games sind Teil einer neuen Bewegung, die sich mit „Rotorsport“ beschäftigt. Dazu zählen unter anderem FPV-Drohnenrennen und Stunt- bzw. Kunststück-Wettbewerbe mit Multikoptern. Das Konzept ähnelt den frühen Anfängen des Motorsports (z.B. Formel 1), bevor es kommerzielle Förderung und offizielle Regeln gab. Mit Hilfe von DJI Produkten und Flugplattformen müssen die Teilnehmer Wege finden, ihre Mitstreiter im Rahmen eines Hindernisparcours zu übertreffen. Aktuell kommt derzeit das Modell des Phantom 3 zum Einsatz, aber in Zukunft sind auch Wettbewerbe mit anderen Flugplattformen geplant. Die Bewerbe sind für Anfänger und fortgeschrittene FPV-Copterpiloten gedacht, die hier ihre Flugfähigkeiten unter Beweis stellen können und den Titel des Champions erkämpfen können.
    
Über den Sieg entscheiden Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kreativität und Timing, wobei alle Teilnehmer 120 Sekunden Zeit haben, um möglichst viele Hindernisse zu meistern und Punkte zu sammeln. Die Anzahl der Punkte in jeder Runde entscheidet über die Finalteilnahme. Nach den Qualifikationsrunden werden die Teilnehmer zufällig ausgewählten Paarungen zu geteilt, die dann gegeneinander antreten, bis schließlich ein Gesamtsieger feststeht.