Text: Walter und Markus Kozubowski Fotos: Karl Dalpra, Markus Kozubowski

33. Flug in den Mai Traditionstermin des MFC-Lienz / Osttirol

Wie seit mittlerweile über drei Jahrzehnten (!) üblich, trafen sich auch heuer am 1. Mai Piloten aus Österreich und den Nachbarländern in Lienz zur Präsentation ihrer Fluggeräte. Trotz des nasskalten Wetters und der niedrigen Temperaturen ließen sich viele nicht davon abhalten, den bekannten Flugtag zu besuchen.

Für die aktiven Modellflieger ist es eine gute Gelegenheit, die eigenen Modelle dem Publikum vorzufliegen aber auch, um etwaige Zukunftspläne für die nächste Bausaison zu bekommen oder die „Konkurrenz“ zu begutachten.

Neben Piloten kommen immer wieder viele Zuschauer und Fans mit ihren Familien von nah und fern zu diesem Fixtermin nach Lienz.

Gleichzeitig ist ein solcher Flugtag eine wunderbare Werbung für unser technisch anspruchsvolles Hobby als eine sinnvollen Freizeitgestaltung im Rahmen eines geordneten Clubbetriebes. So zeigten sich auch die beiden anwesenden Gemeindevorstände von unserem Hobby und der Veranstaltung sehr beeindruckt.

Platzsprecher Andy Aichner aus Südtirol führte mit viel Fachkompetenz durch das Flugprogramm, immer wieder vermischt mit humoristischen Kommentaren. Parallel dazu kümmerten sich die Vereinsdamen fachgerecht um das leibliche Wohl der Besucher und Piloten.

Was gab es fachlich zu sehen?

Im 6-stündigen Nonstop-Programm waren neben etlichen bereits bekannten Geräten auch viele neue Flugzeuge – meist aus gewerblicher Fertigung – zu sehen.

Alle Modelle wurde über 2,4 Ghz ferngesteuert.

Zwei Drittel der Motormodelle wurden elektrisch betrieben, 8 Modelle mit Turbinen, der Rest mir Kolbenmotoren.

Auffallend war auch diesmal wieder der Trend zu Großmodellen sowie zu aufwändigen Sonderausstattungen bzw. Bemalungen der Modelle.

An den vielen Modell-Highlights seien hier nur beispielhaft angeführt:

- das schwerste Modell: der bekannte EC-135 von Franz Brandstätter (Lienz) mit deutscher Einzelzulassung (47 kg Fluggewicht)

- das schnellste E-Modell: Speedfire (200 cm, 6 kW, 300 km/h) von Stefan Sporer – nur etwas für gute Nerven!

- der größte Segler: H-101 Salto (680 cm, 20 kg mit Rauchpatronen) von Florian Sporer

- die größten Verbrennerflugzeuge:

* die große MB 339 von Franz Eberharter (mit Frank 220 Turbine, 300 cm, 24 kg)

* die Columbia 400 (380 cm, 21 kg); mit Jet Cat SPT10 RX Turboprop – als Schleppmaschine von Kurt Sporer

* der Swiss Trainer vom Glocknerhof (360 cm, 21 kg mit DLE-Boxer 170ccm)

- Sehr publikumswirksame Flüge zeigten erwartungsgemäß die Turbinenjets:

* z. B. Robert Sedlmaier (D) mit dessen Mirage 2000, die er als WM-Teilnehmer für Deutschland bereits 2005 im Einsatz hatte

* Franz Eberharter mit seiner großen grün-blauen MB 339 oder

* Kurt Tötsch mit dem orangen Eurofighter (12 kg, Frank 220 Turbine)

* Diesmal auch am Start der schöne Jet MB 339 (240 cm, 17 kg, JetCat 160) in den Farben der „Frecce Tricolori“ von Pilot und MFC-Lienz Obmann Thomas Schosser. Er beeindruckte mit tollen Flugmanövern und kräftigem Raucheinsatz

Vorbei sind die Zeiten kreischender und heulender Impeller. Die neuen vielblättrigen Impellertypen erzeugen bei erstaunlichen Leistungen nur mehr ein angenehmes turbinenähnliches Rauschen, vorgeführt z. B. vom JetFan (90mm) im Albatros L39 (145 cm, 5,8 kg) von MFC-Lienz Schriftführer Mario Sir oder am Klapptriebwerk Jet Extender (90mm) im Blanik (420 cm, 13 kg) von Stefan Sporer.

„Flaggschiff“ bei den Warbirds war der Eigenbau einer sehr seltenen Fokker G1 (2 x ZG45) des Altstaatsmeisters Herbert Holzer, der sein Schmuckstück stilecht im Einsatz zeigte.

Die Schönheit der Antikmodelle wirkungsvoll im Staffelflug zur Geltung brachten die beiden Doppeldecker „Sopwith Pup“ (280 cm, 14 kg, AXI5345/48 mit Eigenbaugetriebe), gebaut und vorgeflogen von den MFC-Lienz Vorstandsmitgliedern Thomas Schosser und Martin Poppeller.

Eine Augenweide waren wieder die Großhubschrauber (z. B. EC-145, EC 635 und Lama) von Reinhard Tschurtschenthaler und Josef Kofler aus Südtirol

Nicht zu vergessen die obligaten 3d- und Kunstflugattraktionen, z. B. von Simon Felber mit Extra 300 mit Rauch sowie auch die Schlepp- und Kunstflüge der Großsegler (Salto, Blanik, Swift und DuoDiscus).

Selbstverständlich wurde auch bei diesem Schaufliegen wieder eine Fuchsjagd sowie ein Ballonstechen abgehalten – erstaunlicherweise gab es trotz „Wespennestatmosphäre“ nur wenige Opfer....

Großen Zuspruch fand der von MFC-Lienz-Fluglehrer Rudi Methlagl bereitgestellte Flugsimulator, der von den PC-begeisterten Jugendlichen pausenlos ausprobiert werden konnte.

Abschließend ein aufrichtiger Dank an alle Piloten, Mitarbeiter und Sponsoren, die trotz nicht gerade optimaler Wetterbedingungen dazu beigetragen haben, in Osttirol eine werbewirksame Herzeigeveranstaltung für unser schönes Hobby durchzuführen.

Mehr Bilder sowie Infos zum MFC-Lienz: www.modellfliegerclub-lienz.at