Ing. Udo Dettelbacher, 31.01.2015

PARITECH 3-Meter Jetmodell NATRIX mit BEHOTEC JB220

TEIL 1 - Baubericht

„Komplett in CAD designter GFK/CFK Akro- und Speedjet“

Zuletzt konnte mich Paritech mit seiner ViperJet XXL im Maßstab 1:2,6 schwer überzeugen. Ich behaupte nach bisher insgesamt 14 Turbinenjets kein besseres Jetmodell in punkto Qualität und Flugverhalten besessen zu haben.

Aus diesem Grund lag es nahe, mich bei Paritech über deren weitere Projekte zu erkundigen. Uwe Rihm hatte mich auf der Jetpowermesse 2013 darüber informiert, dass Paritech einen Kunstflug- und Speedjet der 3 Meter Klasse plant und diesen 2014, rechtzeitig zur Jetpower Messe auf den Markt bringen will. Ich zeigte mich schon damals interessiert, auch wenn es noch im Status einer Projektidee von Uwe Rihm und Matthias Paul war, da ich von Paritech diesbezüglich einen marktbestimmenden high quality Jet in jeglicher Hinsicht erwarten konnte.

 Es vergingen noch einige Monate bis ich die „Natrix“, so wurde der neue Jet benannt, mit Frühsommer 2014 bestellen konnte. Die Auslieferung erfolgte am 5. September 2014 und ich holte das Modell direkt am Firmenstandort in Herxheim/Pfalz ab. Bei dieser Gelegenheit konnte ich mich bei einer von Uwe Rihm durchgeführten Führung über die professionelle und strukturierte Auftragsabwicklung, die eigentliche Produktion sowie Lagerhaltung überzeugen.

Die Natrix war bereits im Verkaufs- und Schauraum zur Übergabe vorbereitet und ich konnte das erste Serien-Modell der Natrix in Empfang nehmen. 

Nun einige Fakten zum Modell:

Die Natrix wurde von Lars Weber komplett in CAD entwickelt. Ein Profi, welcher als Konstrukteur im Automobilbau tätig ist und daher CAD Konstruktions- und Visualisierungsprogramme täglich im Job beherrscht. Mit der Natrix konnte er sein Hobby, einen Turbinenjet in enger Abstimmung mit Paritech zu konstruieren, verwirklichen. Nicht zufällig kann man an der Natrix die schnittige Formsprache der modernen Automobilbranche erkennen, dies sind zum Beispiel eine Tornadolinie entlang des Rumpfes sowie die teilweise im Rumpf integrierte Ansaugöffnung der Turbine. Ein optisches aber auch aerodynamisches und somit flugtechnisches highlight ist das perfekte Resultat.

Nach der finalen Freigabe der CAD Pläne wurden die Formen der Natrix professionell CNC gefräst. Aus diesen Formen wurden im nächsten Produktionsschritt GFK-Urmodelle gefertigt und zur Sicherstellung einer perfekten Oberfläche gefinisht. Aus diesen GFK-Urmodellen wurden letztendlich die GFK/CFK Produktionsformen hergestellt. Die Zeitspanne von ca. 9 Monaten bis zur „Geburt“ des Prototypen kann sich ebenfalls sehen lassen.

Paritech ist einer der wenigen Hersteller mit Industrieerfahrung, welcher die gesamte Wertschöpfung der zuvor genannten Produktionsschritte aus eigener Hand mit hoher Professionalität und langjähriger Praxis in diesem Fachbereich sicherstellt. Die Offenheit gegenüber neuen Technologien und der Wille sich permanent weiterzubilden ermöglicht bei Paritech Produktentwicklungen auf höchstem Qualitätsniveau sowie dem Letztstand der Technik. Dies zeigt sich bei den Großsegelflugmodellen, mit welchen Paritech bereits seit Jahren an der Weltspitze der Produzenten steht. Ganz neu hat man seit einigen Monaten einen Autoklaven in Betrieb genommen.

Dies ist ein spezieller Backofen für Faserverbundbauteile, welche im Modellbau aber auch für industrielle Anwendungen sowie im high end Sportartikelzubehör - wie zB Schäfte für edle Golfschläger - bei Paritech Verwendung findet. Kohlestofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) wird im Autoklaven also für spezielle Bauteile verarbeitet und es werden hochqualitative CFK Sichtteile in Leichtbauweise produziert. Das Seitenruder der Natrix wird in dieser Technologie gebaut und ausgeliefert, was eine Weltneuheit im Modellflugbau darstellt.

Die Natrix wurde aerodynamisch optimiert, die Profilwahl und -dicke mit dem RG15 modifiziert mit 10,7% erlaubt einen breiten Geschwindigkeitsbereich als echter Sportjet, sehr gute Acro-Eigenschaften und hohe Endgeschwindigkeiten, welche natürlich auch von der Turbinenwahl abhängen. Die hochgezogenen Randbögen der Flügel, optisch ebenfalls perfekt an der Höhenrudern umgesetzt, und die geringe Flächenbelastung durch Leichtbauweise sollen auch einwandfreie Langsam-Flugeigenschaften ohne Tendenz zum Strömungsabriss sicherstellen.

Hiermit wird der Sportjet auch für Jet-Einsteiger sehr gut beherrschbar sein.

Der Basis - Bausatz inkl.

-         gewichtsoptimiertem Spantensatz in Sandwichbauweise mit Herex/CFK

-         CFK Seitenruder

-         Elastic flaps an HR, QR und LK

-         Montagerahmen der Flächenservos eingebaut

-         Kleinteileset
kostet aktuell EUR 2.600 was aus meiner Sicht für einen „3 Meter Jet“ und im Vergleich zu den Mitbewerbern bei der gebotenen Qualität als preiswert zu bezeichnen ist.

Ich habe den Basisbausatz mit folgendem Zubehör bestellt:

  • GFK Tank an Rumpfkonturen angepasst und mit den Hauptspanten nahe am Schwerpunkt zu verbinden
  • Kugel - Hoppertank
  • Schubrohr
  • Schutztaschen für Rumpf und Flächen
  • CFK Einlage für Kabinenhaube (Effekte für Ausschnitte in CFK)

Die gelieferten Bausatzteile entsprachen dem bisher vom Hersteller bekannten sehr hohen Qualitätsstandard und konnten durch Gewichtsoptimierung bei ausreichender Festigkeit (für Turbinen bis 230N Schub!) und hochwertiger Oberflächengüte auffallen.

Ausgeliefert wird der Bausatz in weißer Farbe mit einem UV-beständigen Lack in RAL 9003. Der Rumpfrücken wurde bearbeitet und lackiert. Somit ist der Bausatz perfekt für ein Folienfinish vorbereitet.

Da Paritech noch kein elektrisches Einziehfahrwerk verfügbar hatte, habe ich bei Behotec in Dachau das elektrische C50 als Natrix Set bestellt. Dieses ist auf die benötigten Abmessungen und mit 3 nachlaufenden Fahrwerksbeinen ausgelegt und stellt aus meiner bisherigen Erfahrung eines der zuverlässigsten elektrischen Einziehfahrwerke mit Elektrobremse dar. Behotec bietet inzwischen für alle gängigen Modelle Fahrwerkssets aus eigener Produktion an und baut auch bestehende pneumatische Fahrwerke auf elektrischen Antrieb um.

Bezüglich der Turbine habe ich mich wie zuvor bei der ViperJetXXL, der MB339 und anderen Großjetmodellen erneut für Behotec entschieden. Ich sehe keinen Grund, ein auf dem Letztstand befindliches und bestens funktionierendes System der JB220 zu wechseln.

Diese Turbinen haben mich nach unzähligen Flügen nicht enttäuscht und zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit, Standfestigkeit und Laufqualität aus. Somit wird auch die Natrix durch eine JB220 angetrieben und damit stark befeuert sein. Diese Turbine sollte uneingeschränkten Kunstflug, starke Vertikalleistung und eine hohe Endgeschwindigkeit vermutlich über 400km/h garantieren. Damit sollte dieser Sportjet zum absoluten Spaßfaktor werden.

Gewählte technische Ausstattung des Sportjets:

Turbine:                  Behotec JB220
Einziehfahrwerk:       Behotec C50 – Set Natrix (E-EZFW mit elektrischen Radbremsen)
RC:                                        Futaba FX40; R6303SB (2x)
Futaba BLS175SV (8x)

PowerBoxSystems Royal SRS

PowerBoxSystems 2S 3200 LiFePo
PowerBoxSystems Power Bus PowerBoxSystems Premium Kabelsatz (Übergänge Rumpf>Flächen)

Rauchanlage:     PowerBoxSystems Jet Smokepump

DAS MODELL und seine Ausstattung:

 Das zuvor beschriebene Jetmodell wird also von einer Behotec JB220 Turbine angetrieben, das elektrisch betriebene Einziehfahrwerk mit Elektroradbremsen C-50 von Behotec wird zusätzlich für Alltagstauglichkeit sorgen und die RC Anlagen mit Top-Produkten von Futaba und PowerBoxSystems  werden Sicherheit und höchste Verfügbarkeit sicherstellen. Mit dieser gewählten Konfiguration baue ich auf den Erfahrungen der letzten Jahre auf. Ich habe mit diesem set up noch keinen Jet aus technischen (oder anderen) Gründen verloren.

Die technischen Daten des Jetmodells Natrix:

Gesamtlänge:                3.076 mm
Rumpflänge:                  2.920 mm
Rumpfbreite max:             357 mm
Spannweite:                  2.660 mm
Wurzeltiefe Fläche:            700 mm
Spannweite HR:              1.200 mm
Profil:                     RG15 mod. 10,7%

Abfluggewicht:           ab 20 kg (160N)

Die Abmessungen erlauben neben dem tollen Flugbild und besseren Flugeigenschaften eines Großmodelles noch den Transport in gehobenen Mittelklassekombis. Diese Alltagstauglichkeit ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor um nachhaltig Spaß am Gerät zu haben.

Für Turbinen der Schubklasse >220N oder generell für den Feinspitz ist optional eine Voll CFK Version der Natrix zu einem fairen Aufpreis von ca. EUR 400 erhältlich.

 Eine gute Gelegenheit, einen Vergleich zum aktuellen Hauptmitbewerber im Bereich Sportjetmodelle, der Futura 2,5m herzustellen.

Der vorliegende Bausatz der Natrix wiegt bei selber Belegung und CFK Rumpf sogar um runde 400g weniger, obwohl die Futura mit 2,5m Spannweite und 2,7 m Rumpflänge der kleinere Jet ist. Der Gewichtsunterschied ist teilweise mit einer der Formgebung geschuldeten größeren Oberfläche der Futura zu erklären.

Der BAU:

Wie bei den letzten Jets habe ich auch für dieses Modell einen Bauservice gesucht. Meine spärliche Freizeit erlaubt es nicht, ein Modellbauprojekt in überschaubarer Zeit abzuwickeln und somit setze ich die Prioritäten nicht zuletzt auf Basis unterschiedlicher Interessenslagen anders.

Ein Modellbaufreund in erreichbarer Entfernung zu meinem Wohnort hat sich immer wieder durch erstklassige Modelle ausgezeichnet, welche meinen Maßstab an Ausführungsqualität vollkommen treffen.

Andreas Pack hat sich nach dem Austausch zu diesem neuen Jet und seinem großen Interesse daran rasch bereit erklärt, dieses Gemeinschaftsprojekt in Angriff zu nehmen und den Jet flugfertig zu bauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, es besticht durch eine fachlich erstklassige aber auch optische Meisterleistung.

1)  Steckungen und Spanten:

 Für ein Großmodell eher unüblich – jedenfalls noch dem ersten Serienbausatz der Natrix geschuldet - musste zuerst das Tragflächen-Steckungsrohr samt Hauptspanten fixiert werden, also wurden der Rumpf samt Höhenruder und Seitenruder sowie die Flächen zusammengesteckt, fixiert und das Modell komplett vermessen und eingerichtet. Die vorgerichtete Bohrung für das Steckzeug hatte bereits sehr gut gepasst, die Feineinstellungen in Relation zur Flächenanformung am Rumpf wurden umgesetzt und die Steckungshülse mit dem Spantensatz im Rumpf verharzt.  Die Spanten in Airex/CFK wurden gemäß Planung zur Aufnahme des GFK Tanks sowie der 2 Rauchtanks verwendet. Die Turbinenhalterung samt Schubrohr wurde auf die Behotec JB220 ausgelegt. Die Heckspanten und der Bugfahrwerksspant wurden ebenfalls eingerichtet und verklebt. 

Die nachfolgenden Serienbausätze werden gemäß Information von Paritech die Spanten bereits eingebaut haben bzw. ist diese gewünschte Leistung bei der Bestellung anzugeben.

2)      Ruder, Servoeinbau und Steckungssystem:

Die doppelt ausgeführten Ruderhebel wurden mit einer Wandstärke von 2 mm gefräst, montiert und sorgfältig mit den Schalen und Spanten verklebt. Da eine JB220 eingebaut wird, sollten die Anlenkungen nicht nur spaltfrei sondern auch robust und für alle Belastungen, welche im Flug maximal auftreten können, ausgeführt sein. Die Lösung mit zwei massiven Kugelgelenken je Anlenkung wurde mit CFK verstärkten Gabel - Servohebeln umgesetzt. Die Gewindestangen in 3mm wurden mit einem dünnen Edelstahlrohr verkleidet, eine optisch ansprechende Lösung wurde so umgesetzt.

Die Servoeinbauten erfolgten wie bei Großjetmodellen üblich liegend entweder auf vorbereiteten stabilen Servorahmen für QR oder in den Flächenspanten wie LK, HR und SR  direkt im Holzspant verschraubt, am QR mit der Flächenschale final verschraubt. Beim SR wurde analog zu den anderen Rudern eine einseitige Anlenkung umgesetzt.

Als Servokabel-Steckungssystem zwischen den Übergängen zum Rumpf wurden bei den steckbaren Elementen der Fläche das PowerBoxSystems Premium Kabel auf MPX Steckern für QR und LK verwendet.

Dies garantiert eine sichere Verbindung über lange Betriebszeiten und damit bestmögliche Verfügbarkeit der Servo - Steckverbindungen.  Die Übergänge zum SR und HR wurden mit EWC 3 gelöst. Das Einziehfahrwerk samt Bremse wurde ebenfalls über ein EWC 6 realisiert. Die gesamte Verkabelung im Modell wurde mit dem PowerBoxSystems Premium Kabel umgesetzt. Dieses Kabel ist hochflexibel und aus sehr dünnen Einzeladern gefertigt, um ein Maximum an Strom durch den gegebenen Querschnitt von 0,35mm² zu bekommen. Die Ummantelung ist aus einem speziellen Material welches auch in der manntragenden Luftfahrt Verwendung findet. Die Isolierung ist extrem widerstandsfähig und bietet dadurch auch in der Materialstärke eines dünnen Films um das Kupfer besten Schutz. Mit dieser Isolierung wird gemäß Angaben des Herstellers eine Gewichtsreduzierung von ca. 30% gegenüber herkömmlichen PVC Servokabeln erreicht.

3)      Lichtanlage:

Für die Natrix hatte ich mir zum Ziel gesetzt in der Tragfläche eine starke LED Beleuchtung einzubauen. Zwei Doppelscheinwerfer sollten je Fläche in eine in CFK hergestellte Verkastung eingebaut und mit einem gebogenen transparenten Kunststoffglas verschraubt geschlossen werden. Die LEDs sollten über einen elektronischen Schalter über die Fernsteuerung aktiviert, auf Lichteffekte über eine Lichtsteuerung wollte ich bei diesem Sportjet verzichten. Leider musste ich dieses Vorhaben auf Grund der geringen Profildicke nahe des Flügel-Randbogens verwerfen.

4)      Fahrwerk:

Das gelieferte Fahrwerk von Behotec entspricht allen Anforderungen an ein Modell dieser Klasse und hinterlässt schon vor dem Erstflug einen sehr präzisen, stabilen und damit sehr professionellen Eindruck. Der Einbau erfolgte auf den vorgerichteten Spanten, da das Fahrwerk von Behotec speziell für die Natrix als Set konstruiert wurde. Die korrekte Einstellung der Vorspur verlangt, wegen der sich verjüngenden Profildicke im Bereich des Rades bei eingefahrenem Zustand, eine Feinjustierung.

Die ECU E-Tract des Fahrwerks wird direkt über die Empfänger bzw. die Royal SRS angesteuert und steuert nachfolgend die drei Fahrwerksmechaniken mit Wegmessung, steuert die elektromagnetischen Bremsen und regelt bei Bedarf (wenn nicht direkt über Gyro gesteuert) das Bugfahrwerksservo. Dabei wird das Bugradservo im eingefahrenen Zustand deaktiviert. Die minimale Batteriespannung ist einstellbar, bei Erreichen der Minimalspannung fährt das Fahrwerk automatisch aus.

Bei jedem Fahrwerk wird durch den integrierten Encoder permanent die Umdrehung der Schubspindel überwacht und somit ein 100 prozentiger Verfahrweg des Messingschiebers gewährleistet. Diese revolutionäre Entwicklung verhindert das Festfahren bzw. Abschalten durch

Stromanstieg beim Erreichen der Endposition was wiederum wesentlich zur Haltbarkeit der Präzisionsspindel und des MS-Schiebers beiträgt.

5)      Ruder- / Flächenbefestigung:

Das Seitenruder wurde vor der Profilendleiste unten mit dem Rumpf über eine Zylinderkopfschraube mit Innensechskant in M3 und Einschlagmutter verschraubt. Diese Fixierung liegt unter der Seitenruderklappe und ist somit in Neutralstellung des SR verdeckt.

Das Höhenruder wurde mit einer Imbusschraube M3 von unten in das Steckungsrohr fixiert. Als Gegenlager in der Steckung dient ein hochmolekularer thermoplastischer Kunststoff (POM), welcher mit dem M3 Gewindegang versehen wurde.

Die Flächen werden jeweils mit der mitgelieferten Schraube M4x30 von der zu verstärkenden Rumpfinnenseite in die Fläche (Wurzelrippe um Bohrung ebenso verstärkt und mit Einschlagmutter versehen) verschraubt.

6)      Empfangsanlage:

Die Empfangsanlage wurde zentral an einer Montageplatte positioniert. Dabei wurden die Komponenten PowerBoxSystems Royal SRS sowie der GPS Empfänger und das LC-Display und die 2 busfähigen Empfänger Futaba R6303SB montiert.  Wegen der CFK Verstärkung im Rumpfbereich wurde ein Empfänger in der Rumpfspitze und der andere im Bereich vor der Turbine über der Rumpföffnung platziert.

 

Mit der Royal SRS hat PowerBoxSystems ein neues High-End Produkt entwickelt, um anspruchsvollen Piloten ein Maximum an Funktionen und Sicherheit zu bieten. Während der Entwicklungszeit mussten neue Ideen aufgenommen werden, um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Dazu gehört sowohl der 3-Achsen iGyro, wie auch die neue PowerBus Technologie, mit deren Einführung sich der gesamte elektronische Aufbau in großen Modellen verändern wird.

Bewährte Konzepte wurden übernommen und weiterentwickelt. So ist die neue Royal SRS mit dem SensorSchalter über das blaue, beleuchtete LC- Display menügeführt programmierbar. Nach dem Flug stehen hier wie gewohnt alle akkuspezifischen und flugrelevanten Daten zur Verfügung. Die Doorsequenzer-Funktion (bei diesem Jet wegen fehlender angesteuerter Fahrwerksklappen nicht erforderlich), wie auch der integrierte iGyro haben Einstellassistenten eingebaut, mit deren Hilfe Einstellarbeiten binnen kürzester Zeit erledigt sind.  Der Gyro garantiert mir neben der üblichen Komfortlösung die große Sicherheit, bei hohen (Seiten-) Windstärken mit stabilen Fluglagen rechnen zu können und das hohe Invest in diesen Jet bei stark böigen Wetterlagen nicht unnötig zu riskieren.

Die seriellen Empfänger Bus-Eingänge haben sich in den letzten zwei Jahren zum Stand der Technik entwickelt und wurden auch für die neue Royal SRS übernommen. Meine zwei R6303SB liefern in Kombination mit der SRS bereits in der ViperXXL einen sehr zuverlässigen Dienst.

Um HV-Servos wie auch herkömmliche 6V Servos betreiben zu können wurden vier leistungsstarke Regler eingebaut. Jedes Regler Paar, um auch hier doppelte Sicherheit zu bieten, ist in der Ausgangsspannung auf 5,9V oder 7,4V einstellbar. Ich setze in der Natrix jedoch ausschließlich HV Servos ein.

Erweitert wurden auch die Servomatch- und Failsafe Funktion. Es können jetzt per Software bei allen 24 Ausgängen individuell Servomitte, Servowege, Failsafe oder Hold eingestellt werden. Servoumpolung ist mit nur einem Knopfdruck möglich.

Fünf verschiedene Fernsteuersysteme – Spektrum, Futaba, Multiplex, Hott und Jeti, können an die Royal SRS angebunden werden, teilweise auch mit Telemetrie Ausgabe der akkurelevanten Daten.

Die Royal SRS ist per USB-Adapter updatefähig und somit für kommende Systeme oder andere Erweiterungen für die Zukunft gerüstet.

7)   Finales Modellgewicht:

 8)   Einstellungen:

Zuletzt wurde vor der Positionierung der RC-, Turbinen=Einziehfahrwerk - Akkus noch der Schwerpunkt-Check mit meiner speziellen SP-Waage mit Kugelkopfauflager durchgeführt.

Schwerpunktangabe Paritech (mit leerem Tank):

An der Wurzelrippe der Fläche (Länge der Profilsehne 695mm) werden zum SP genau 360mm von der Profilnase gemessen. Dies ergibt gleichermaßen einen Abstand von der Hauptsteckung bzw. von dessen Kreisbogen in Richtung Profilnase von rund 16mm.

Servoeinstellungen Paritech: (gemessen im äußersten Bereich der Klappe)

Querruder:        + 35 / - 15 mm
Höhenruder:     + 15 / - 14 mm
Seitenruder:      Maximalausschlag
Landeklappen: - 130mm

Das Höhenruder wird mit + 1mm Trimmung geflogen.
Die Landeklappen bei Vollausschlag erfordern eine Zumischung des Tiefenruders mit - 3mm.

Diese von Matthias Paul angegebenen Einstellungen habe ich für den Erstflug vorbereitet.

9)  Turbine und Rauchanlage:

Wie bereits zuvor ausgeführt setzte ich wieder auf die zuverlässige und leistungsstarke Behotec JB220 mit 5-Achs CNC gefrästem Verdichter aus der Turbinenschmiede in Dachau/Bayern. Zusammen mit der neuen Brennkammer-Technologie verleiht dieser Verdichter der Turbine phänomenale Beschleunigungszeiten, eine sehr große Laufruhe, sowie eine außerordentliche Dynamik. Die Turbine wurde bis auf den Akku mit allen zum Betrieb notwendigen Komponenten inklusive dem Testlaufzertifikat geliefert. Ich verbaue für die Turbine einen LIPO 3s-4500mAh, da ohnedies Gewicht in der Rumpfspitze erforderlich ist und so zahlreiche Flüge ohne Zwischenladung absolviert werden können.

Die Turbine wird am Turbinenspant mit der mitgelieferten Halterung verschraubt und eine Masseverbindung zwischen Schubrohr und Turbinenhalterung hergestellt.

Daten Turbine JB220 (gemessen bei 10°C und 951mbar):

Durchmesser:   133 mm
Länge:                  343 mm
Gewicht:             1.648 g
Schub:                  210,9N @ 123k UPM; 8,82N @ 35k UPM
Temperatur:      740°C @ 123k UPM
Verbrauch:         720ml/min @ 123k UPM

Der korrigierte normierte ISA Wert (15°C, 1013mbar):

Schub:                  221N @ 123k UPM; 9,23N @ 35k UPM

Die Rauchanlage PowerBoxSystems Jet Smokepump wurde ebenfalls im Nahbereich zur Turbine und den 2 Rauchtanks nahe dem Schwerpunkt verbaut und das Rauchöl wird über ein Messingrohr ca. 25cm hinter dem exhaust der Turbine eingesprüht. Die Pumpenmechanik wird komplett aus hochwertigem Aluminium und Messing gefertigt. Alle Pumpen werden in der Fertigung einem Einlaufverfahren unterzogen. Dies stellt sicher, dass die Zahnräder exakt aufeinander eingelaufen sind und die Pumpe zu 100% dicht ist. Ein zusätzliches Absperrventil ist bei der PowerBox Smokepump aufgrund der niedrigen Fertigungstoleranz nicht notwendig.

Die Elektronik lässt sich sehr fein von 0% - 100% stufenlos regeln um die Fördermenge exakt auf die Gegebenheiten im Modell anzupassen. Die Smokepumpe kann sowohl von der PowerBox oder einem separaten Akku versorgt werden. Die gewählte Jetversion garantiert eine höhere Fördermenge von maximal 950ml und hat 2 Anschlüsse.

10)  Design:

 Der nächste für die Außenwirkung des Sportjets entscheidende Schritt ist die Festlegung des Designs. Wie bereits mit meinem Modellflugfreund Helmut Posratschnig als erfahrenen Design-Profi und langjährigen Modellflieger besprochen, soll nicht lackiert sondern ein Foliendesign mit qualitativ hochwertigen, dünnen aber hochbelastbaren 3M-Klebefolien aufgebracht werden. Somit wird mit den zB. vom KFZ-Bereich bestens bekannten Qualitätsfolien beklebt. Es sollte ähnlich meiner ViperJetXXL oder chromfarbigen MB339 wieder ein „Formula RC“ Design entworfen werden.

Das Ergebnis mit Chromeffekt kann sich bei diesem schnittigen Jet wieder mehr als sehen lassen, dafür gebührt Helmut große Anerkennung.

Ich habe mit diesem Modell erneut erkannt, dass man seit Bestehen dieser dreidimensional applizierbaren hightech Folien auf aufwendige Lackierungen verzichten kann. Diese Oberfläche ist mit geringerem Aufwand hergestellt, jederzeit leicht reparierbar, ist sommerhitze- und spritbeständig und der Hersteller 3M als Weltmarktführer gibt je nach Folientyp bis zu 10 Jahre Garantie. Das Aufbringen von langen 2D Folienstücken wird mit Wasser erleichtert, da man noch verschieben kann. Wenn die Folie korrekt sitzt, wird der Wasserfilm mit einer Spachtel ausgestrichen.

Der erste Bericht endet mit dem flugfertigen Jet, welcher Anfang 2015 bei unseren Clubfreunden in Italien eingeflogen wird. Über die Flugerfahrungen mit der NATRIX und ersten Erfahrungen bezüglich der gewählten Komponenten werde ich gerne in einem kurzen Folgeteil berichten.

Was kann soweit im ersten Schritt resümiert werden:

Die NATRIX wurde von Lars Weber voll in CAD entwickelt, hat eine hochmoderne und schnittige Form und wird so dem Namen Natrix (nach der Schlange namens Ringelnatter benannt) gerecht. Es handelt sich um einen Voll-GFK/CFK Bausatz in exzellenter Qualität, welcher vom namhaften Hersteller  Paritech produziert und auch direkt ausgeliefert wird. Mit Transportmaßen von 2,92m Länge - ohne Seitenruder gemessen - passt der Sportjet in alle größeren Kombifahrzeuge.

Aus meiner Sicht wurde der Jet mit aktuellen und aus eigener Erfahrung als sehr zuverlässig einzustufenden Komponenten von namhaften und seriösen Produzenten wie Behotec, PowerBoxSystems und robbe/Futaba ausgestattet, um ein ausgewogenes Verhältnis der Qualitäten herzustellen. Die überschaubare Fertigstellung wurde diesmal von meinem in der Steiermark beheimateten Modellflugfreund Andi Pack in einem Gemeinschaftsprojekt vorgenommen, die gelieferte Bauqualität kann als sehr hochwertig bezeichnet werden.  Mein hoher Anspruch an Qualität und Design wurde somit sowohl vom Hersteller Paritech als auch von Andi Pack und Helmut Posratschnig vollkommen erfüllt.

Der Erstflug soll Anfang 2015 im nahen Norditalien am ehemaligen Militärflugplatz in Risano (UD) bei bekannt mildem Klima erfolgen, die Vorfreude auf dieses Ereignis ist im hohen Maße gegeben.

Informationen zu den ersten Flügen folgen in einem kurzen update um mit dem Resümee zu den Flugleistungen der Natrix  den Bericht abschließen zu können.