Christian Pfannhauser | Fotos: Martin Mischkulnig

LS8-18 von YUKI Model

Eigentlich war kein Modellfliegerneukauf geplant, und schon gar keine Schaumwaffel, aber als ich die LS8-18 sah und dann den Preis dazu musste ich einfach zuschlagen. Nachdem ich im Sommer letzten Jahres meine Robbe ASW15 in den Bäumen am Rande meines Wohnortes versenkt habe (und sie da noch immer oben hängt) war in meinem Sender wieder ein Speicherplatz freigeworden. Als ich die LS8-18 bei D-M-T gesehen habe bestellte ich sie kurzerhand und hatte einen Tag drauf schon richtig Spaß damit. Aber alles der Reihe nach.

Das Original:
Das Original der LS8-18 wird von Rolladen Schneider gebaut, ursprünglich mit 15m auf den Markt gebracht. Die LS8 gibt es in verschiedenen Versionen, der Modellnachbau hier bezieht sich auf die LS8-18 welche durch aufsteckbare Winglets eine Spannweite von 18m hat. Die Firma Rolladen Schneider wurde mittlerweile von DG Flugzeugbau übernommen, welche die LS8 weiterentwickelt.

Das Modell:
Das Modell hat eine Spannweite von 2m und ist im Massstab 1:9 gehalten. Die LS8-18 ist ein Modell aus Formschaum, fix und fertig mit Motor, Regler, Servos und Klappluftschraube ausgestattet. Als Steckung wird ein Kohlevollstab verwendet welcher anstandslos den rauen Hangflugbetrieb am Wöllaner Nock überstanden hat und das obwohl der Rumpf doch insgesamt eher instabil wirkt. Der Cockpitbereich wirkt nämlich etwas labbrig und lässt sich mit geringem Kraftaufwand leicht verdrehen. Ebenso der ganze Heckausleger. Die LS8-18 kommt gut verpackt in einem stabilen Karton mit Tragegriff an, den man für den Transport des Modells weiterhin verwenden kann. Die LS8-18 ist in wenigen Minuten zusammengeschraubt, es sind wirklich nur mehr ein paar wenige Handgriffe für die Fertigstellung nötig. Als Akku habe ich für den Erstflug einen 2S 1700mAh Lipo verwendet, den ich allerdings gegen einen 2S 1300mAh Lipo ausgewechselt habe. Ein toller Blickfang ist die transparente Kabinenhaube, bei der man sogar das Cockpit noch etwas ausbauen kann. Ebenso habe ich das Design ein wenig nach meinem Geschmack geändert, die rote Klebefolie an den Tragflächen habe ich entfernt und die Winglets sowie das Seitenleitwerk mit oranger Signalfarbe lackiert. Nachträglich habe ich noch den Instrumentenpilz sowie die Kopfstütze schwarz lackiert und eine Pilotenbüste eingebaut. Das wertet die Optik des Modells noch mal richtig auf!

Erstflug am Wöllaner Nock:
Der Erstflug der LS8-18 fand bei meinen Freunden aus Kärnten statt, genauergenommen am Wöllaner Nock. Es war noch Platz im Auto also musste die LS8-18 an ihrem 2.Tag gleich antreten. Nachdem wir bis zum Nachmittag mit unseren Großmodellen geflogen sind war es nun an der Zeit die LS8-18 auch auszuprobieren. Also musste ich sie erst mal in meinem Sender einprogrammieren. Dank der Futaba T12FG ein Kinderspiel was in wenigen Minuten erledigt war. Die Ausschläge habe ich gefühlsmässig eingestellt (im Nachhinein mit der Anleitung verglichen und als fast identisch nachgemessen), den Schwerpunkt laut Plan und dann war sie auch schon startklar. Leider hatte ich nur einen 2S 1700mAh Lipo zur Verfügung, also musste das Setup sich im Flug beweisen. Der 2S1700mAh Lipo ist allerdings das Maximale was sich von der Größe her im Cockpit ausgeht. Ebenso vom Schwerpunkt her, mit dem 1700er Lipo ist sie bereits etwas kopflastig. Meine Freunde hatten zwar leichte Bedenken ob die LS8-18 die aktuellen Windbedingungen aushalten würde, weil es doch ordentlich windig war, aber ein Zurück gab es keines mehr. Also ein paar Schritte nach vor zur Hangkante und ab geht die Post. Die Flächen haben sich zwar im turbulenten Bereich der Hangkante ordentlich bewegt, das hat die LS8-18 aber anscheinend überhaupt nicht beeindruckt, im Gegensatz zu meinen Freunden, von denen lautes Gelächter im Hintergrund zu hören war. Nach kurzer Zeit war die LS8-18 im Segelflug auf eine ordentliche Ausgangshöhe gestiegen wo ich mich dann anschließend damit austoben konnte. Der 2S 1700mAh Lipo hat sich bei diesen Windbedingungen als perfekt herausgestellt, die LS8-18 hat sich richtig gut gegen den Wind durchgesetzt. Sie flog auf Anhieb fast perfekt, aber nur fast, weil ich das Höhenruder auf vollem Senderweg nach oben trimmen musste damit die LS8-18 geradeaus flog. Sonst tauchte sie nämlich leicht nach unten weg.

Ich war dann für den restlichen Nachmittag nur mehr mit der LS8-18 in der Luft weil sie einfach richtig Spaß machte und lustig anzusehen war wie sich die Flügel durchgebogen haben bei den Loopings und Abfangbögen. Nach einiger Zeit haben wir dann auch die Schnellflugeigenschaften der LS8-18 getestet mit der Erkenntnis dass die Flügel weder zu flattern beginnen geschweige denn irgendwie zusammenklappen würden. Ganz im Gegensatz zu meiner damaligen Robbe ASW15, die bei leicht erhöhter Geschwindigkeit schon mit der ganzen Tragfläche gezittert hat. Die LS8-18 ist in der Luft wirklich wie ein fliegender Kaugummi, zäh bis raus zu den Winglets.

Der zweite Flug in der Ebene:
Einige Tage drauf habe ich den zweiten Flug am Modellflugplatz gemacht, bei einem sonnigen windstillen Hochsommertag. Den gefühlsmässig viel zu schweren 1700er Lipo habe ich gegen einen 2S1300 mAh Lipo ausgetauscht, bei Windstille wäre das nämlich eine fliegende Gleitbombe geworden. Die Servotrimmung vom Höhenruder habe ich ebenfalls wieder auf neutral gestellt um mit dem 2S1300er Lipo dauerhaft die LS8-18 einstellen zu können. Der 2S1300 Lipo passt perfekt in den Cockpitbereich und der Schwerpunkt passt exakt damit wie sich im anschließenden Flug herausstellte. An diesem Tag konnte ich dann auch die Steigleistung der LS8-18 erleben. Mit dem 2S Lipo meines Erachtens nach ausreichen. Es geht zwar nicht annähernd senkrecht, aber doch halbwegs zügig nach oben. Doch an diesem Tag ist sie irgendwie äusserst unbefriedigend geflogen. Es war wieder ein dauerhaftes Wegtauchen nach unten zu spüren und in den Kurven war sie jedes Mal kurz bevor oder in einem Strömungsabriss obwohl die Fluggeschwindigkeit doch recht zügig war. Das Höhenruder wieder stark nach oben getrimmt hat dann eine leichte Verbesserung bewirkt aber von der Einstellung her war das natürlich nicht die Ideallösung. Nach zwei, drei Flügen habe ich dann die EWD erhöht was die Lösung des Problems war. An der Höhenleitwerkshinterkante habe ich ein etwa 1,5mm dickes Stück Balsaholz geklebt und anschließend einen Neustart gewagt. Die Höhenrudertrimmung konnte ich wieder auf Null zurücknehmen und die LS8-18 zog ruhig und langsam ihre Bahnen über der Wiese. Sogar Thermik hatte sie angenommen und in Höhe umgewandelt. Mit dieser Einstellung hat sie nun sehr gute Flugeigenschaften wo sie auch jeder Anfänger beherrschen kann. Der 2S 1300mAh Lipo reicht auch für lange Flugzeiten, da der Motor nur für Kurze Zeit benötigt wird um Höhe zu gewinnen. Die LS8-18 hat einen guten Gleitwinkel und setzt Thermik gut in Höhe um, was die Verwendung des Motors eher rar macht.

Zusammenfassung:
Die LS8-18 von Yuki Modell ist um den Preis wirklich ein Hit. Flugfertig bis auf Antriebsakku und Empfänger für weit unter 100 Euro zu haben, hat sie ein wirklich tolles vorbildgetreues Flugbild. Und sie ist mal etwas anderes als all die Easyglider und Solius oder wie sie alle heißen.