Wolfgang BAIER | BFR u. Mannschaftsführer

Weltmeisterschaft der Klasse F1E

 25.08 – 30.08.2013  in Martin, Slowakei 

   Eine neue Gegend im Nationalpark der kleinen Fatra. Wir waren schon sehr gespannt darauf, wie sich dieses Gelände uns präsentieren wird, denn bis dato fanden die in der Slowakei durchgeführten Welt- und Europameisterschaften fast immer in Liptovsky Mikulas statt. Am Montag musste die Eröffnung, vorgesehen am Hauptplatzt von Martin, leider wegen Schlechtwetter verlegt werden. Die Feier fand dann in einem großen Zelt im Schizentrum Snowland  (Sitz des Veranstalter- und Organisationsteams) statt. Ein Paradies für Wintersportler mit der dazugehörigen Infrastruktur. Eine slowakische Volkstanzgruppe untermalte die schön gestaltete Eröffnungsfeier, wo auch nach vielen Jahren wieder der sportliche Eid gesprochen wurde.

Der Tag der Weltmeisterschaft

   Regenwolken schon in aller früh. Keine gute Voraussetzung für die Durchführung einer Weltmeisterschaft. Der erste Durchgang wurde pünktlich gemäß Zeitplan begonnen. Noch schien es gut zu laufen, Fritz und Reinhard hatten „voll“, Edith fehlten 30 sec.; aber das erste Problem tauchte leider schon auf. Reinhard WOLF schaffte es nicht mehr, rechtzeitig zum zweiten Durchgang zu kommen. Was war passiert? Obwohl sein Modell mit einem Sender ausgerüstet war konnte er es trotz Vollausschlag des Empfängers im Gelände nicht finden. Das dies zu seiner Nervosität ordentlich beigetragen hat, ist sehr wohl verständlich. Durch reinen Zufall konnte er sein Modell unter einer Brücke (deshalb nicht sichtbar) finden. Das Ärgerliche daran war, dass das Modell ordnungsgemäß zerlegt war und sich offensichtlich jemand einen „Scherz“ erlaubt hat. Die daraus entstandene Verärgerung wird sicher jeder verstehen können. Der zweite Durchgang (leider ohne Reinhard) lief für uns äußerst gut  Nach diesem Durchgang wollte der Wettbewerbsleiter die Startstelle weiter nach unten verlegen, aber dazu ist es wegen plötzlich auftauchenden starken Regens nicht mehr gekommen. Die Weltmeisterschaft wurde abgerochen und die restlichen drei Durchgänge auf den nächsten Tag (Reservetag) verschoben. 
   Jetzt tauchten erst noch zusätzliche Probleme auf; durch den starken Regen wurde der Bode so aufgeweicht, dass manche Fahrzeuge buchstäblich im „Dreck“.  versanken. Die Franzosen kommen immer mit ihren Wohnmobilen zu den Bewerben und die hatten natürlich die ärgsten Probleme. Doch der Organisator dieser WM hatte auch an solche Vorkommnisse gedacht und einen starken Geländewagen als Schlepphilfe zur Verfügung gestellt, der so manchen aus dieser Misere helfen konnte.  Wir waren froh, wie wir wieder festen Boden unter den Rädern hatten. Es regnete ununterbrochen und erst am frühen Morgen hörte es auf. Was wird uns im Gelände erwarten?  Die Startstelle war natürlich auch für uns mit dem Auto nicht erreichbar (Bus mit Hinterradantrieb) und so mussten wir die Kisten zur Startstelle tragen.
    Manche haben es doch geschafft; da hat sich der Vorderradantrieb wieder einmal ausgezeichnet. Die Startstelle war wieder so angelegt wie beim ersten Durchgang.  Anfangs spielte der Wind auch verrückt, bis er sich als äußerst böiger Seitenwind einpendelte. Von nun an ging`s für uns im wahrsten Sinn bergab. Die letzten drei Durchgänge  gestalteten sich für alle Teilnehmer als sehr schwierig, da wegen des ruppigen Seitenwindes viele Modelle seitlich abgetrieben wurden  Das Gelände hat auch sehr dazu beigetragen; durch die vielen Geländestufen und Baumreihen war natürlich die Sicht für die Zeitnehmer eben stark eingeschränkt hat. Bei diesen drei Durchgängen war viel Glück angesagt; leider diesmal nicht auf unserer Seite. Unser Team musste sich leider geschlagen geben und scheint somit erst ab dem 25. Platz der  Ergebnisliste auf. Es gab ein Stechen mit nur 2 Teilnehmern, welches der Franzose Alain ROUX vor dem Amerikaner Robert SIFLEET gewann. Den 3. Platz erreichte Pierre CHAUSSEBOURG, ebenfalls aus Frankreich, der damit auch zum Weltmeister-Mannschaftstitel beitrug.  
  Das war natürlich kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Dass wir das Fliegen nicht „verlernt“ haben, bewiesen wir gleich am nächsten Tag beim „NOSKO – Memorial Cup“, einen Weltcupbewerb mit 66 Teilnehmern. Bei einem spannenden Verlauf kamen nur  3 Teilnehmer ins Stechen; MANG Edith, MANG Armin und POPESCU Marian, der das Stechen knapp vor Armin für sich entscheiden konnte.  Bei Edith stand leider ein Baum im Weg und so wurde sie mit dem 3. Platz belohnt. Armin gewann natürlich überlegen die Jugendwertung und in der Mannschaft konnte der 2. Platz von 20 Mannschaften erreicht werden. Interessant sei die Feststellung, dass der neue Weltmeister, der Franzose Alain ROUX, nur  den 42. Platz erreichte. So ist es halt im Sport; einmal oben, einmal unten, und das ist wahrlich gut so.    
   Zu erwähnen sei, dass die Veranstalter von Welt- und Europameisterschaften immer zwei Weltcupbewerbe zusätzlich durchführen und sie immer so geplant werden, dass sie jeweils am Beginn und am Ende der Veranstaltungswoche stattfinden. So gab es auch am Beginn dieser Woche den „MARTIN Cup“, ein Weltcupbewerb mit 75 Startern. Ein Massenstechen mit 35 Teilnehmern war angesagt. Fritz und Edith nahmen nicht daran teil, denn sie wollten keinen Modellverlust riskieren, denn der Hauptbewerb, die WM, stand ja noch bevor. 5 „Volle“ und damit erreichte 100%-Wertung für die Qualifikation waren ja geschafft. Armin, der das Stechen bestritt, konnte in der Jugendwertung den 4. Platz erreichen und  die Mannschaftswertung zusammen mit den Rumänen gewinnen. Diese Ergebnisse waren für uns ein gutes Omen, aber es kommt meistens anders als man denkt, und so war es dann ja auch.                                                        

  Ein großes Lob gebührt dem Organisationsteam und dem Wettbewerbsleiter bei der Ausrichtung dieser Weltmeisterschaft und den Weltcupbewerben. Es gab keine Engpässe, alles lief nach Plan  und auch die Versorgung der Teilnehmer mit Essen und Trinken funktionierte wirklich ausgezeichnet. Erstmalig konnten wir eine Maßnahme des Wettbewerbsleiters erleben, die wahrlich auch Wirkung zeigte. So wurde verlautbart, dass das Befahren von landwirtschaftlichen Nutzflächen mit einer Strafe von € 500,- geahndet wird und dies mussten auch alle Mannschaftsführer gegenzeichnen. Einige „Allradfahrer“ hatten es vorher versucht und somit war diese Entscheidung notwendig geworden. Bravo dem WL. Einziger Kritikpunkt war diese Startstelle. Viele Geländekanten, Baum- und Strauchreihen und leider große Maisfelder, wodurch teilweise der Sichtbereich für die Zeitnehmer stark eingeschränkt, sowie das Finden und Rückholen der Modelle sehr erschwert wurde.  Die Siegerehrung war wieder in jenem  Zelt, wo auch die Eröffnung stattgefunden hatte. Das daran anschließende Bankett war ausgezeichnet und man merkte, dass  der Veranstalter keinesfalls große Mühen gescheut hatte. Einen herzlichen Dank dafür!