Wolfgang Semler

Rookie- meeting des OAeC - wie lerne ich mit der Düse umzugehen

Das Fliegen von Turbinenmodellen stellt eine große Herausforderung dar und erfordert viel Schulung und Übung. Gerade für Einsteiger ist aufgrund von mangelnden Informationen und des Zugangs zu erfahrenen Jetpiloten, dies nicht immer ganz einfach.

Aus diesem Grund veranstaltete der österreichische Aeroclub – Sektion Modellflugsport bereits zum zweiten Mal ein  Rookie-Meeting am Modellfluggelände des UMFC Gnas. Diesmal fand es erst in der zweiten Jahreshälfte am Wochenende vom  11.-12.10.2014 statt.  Hier bekamen interessierte Einsteiger, sowohl in Theorie und Praxis alle für einen erfolgreichen Beginn in das Jetfliegen notwendigen Informationen aus erster Hand.
Bevor es so richtig mit dem Lehrer- Schülerfliegen losging, lernten die sieben Rookies die Grundlagen über die Funktionsweise der Turbinen und das richtige Verhalten beim Betrieb und dem Umgang mit Jetmodellen. Jetexperte  Bernd Theissel von powerjets.at konnte viele Fragen beantworten und wichtige Tipps und Hinweise für den Bau und Betrieb von Jetmodellen an die Teilnehmer weitergeben.

Nach den sehr umfangreichen Ausführungen von Bernd ging es anschließend zum praktischen Teil über, dem Lehrer- Schülerfliegen. Hier konnten die Teilnehmer mit den erfahrenen Lehrern Bundesfachreferent für Jet Flug Peter Cmyral- und Showflugpilot Alex Balzer ihre ersten Flugerfahrungen sammeln.

Das Wochenende bot mit seinem spätsommerlichen Wetter mit strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen die idealen Bedingungen für das Lehrer-Schülerfliegen. Daher ging es am Samstag nach dem Mittagessen gleich mit den ersten Schulungsflügen los. Peter Cmyral flog mit seiner Lockheed Martin F35 und Alex Balzer verwendete das Trainingsmodell „Super Reaper“. Das von Bundessektionsleiter Manfred Dittmayer zur Verfügung gestellte Modell, wird mit einer Walluschnig-Turbine mit Gasstart angetrieben.

Es ist zwar ein Oldtimer, jedoch leistete das Modell während des Meetings sehr gute Arbeit. Dies musste der „Super Reaper“ auch, denn schon nach dem zweiten Schulungsflug ging die F35 von Peter leider durch Absturz verloren. Damit hatten wir auch so wie im letzten Jahr wieder die Situation, dass wir für das restliche Meeting nur mehr eine Schulungsmaschine zur Verfügung hatten.

 Somit übernahm der „Super Reaper“ mit Pilot Alex Balzer die komplette Schulungstätigkeit für alle Teilnehmer. Obwohl das Modell nicht mehr zu den jüngsten zählt, hielt es wacker bis zum Ende des Meetings durch. Wir hatten sogar den Eindruck, dass die Turbine nach über 30 Liter Sprit immer besser lief und das Modell zum Schluss so richtig eingeflogen war.  
 Mittlerweile hatte die „Bodencrew“ bestehend aus Manfred Dittmayer und Wolfgang Semler den Tank- Startvorgang und Senderwechsel soweit perfektioniert, dass die „Turn Around“-Zeiten sich laufend verkürzten. Daher konnten alle sieben Teilnehmer an den beiden Tagen drei Flüge absolvieren.

  Selbstverständlich gehörte natürlich die traditionelle Kerosintaufe am ersten Tag auch dazu. Dabei wurden die Teilnehmer standesgemäß von Bundesfachreferent Peter Cmyral mit Kerosin getauft und erhielten von Bundessektionsleiter Manfred Dittmayer die Urkunde samt Medaille, die ihnen nun die bestandene Prüfung zum Jetpiloten bescheinigte. Um den Tag auszuklingen zu lassen, verbrachten die Teilnehmer und das Lehr-Team den Abend im Restaurant „zur Mühle“, wo bereits ein sehr gutes Menü auf alle wartete. Der Sonntagvormittag gehörte ebenfalls dem Lehrer- Schülerfliegen, wo jeder Teilnehmer nochmals die Gelegenheit eines Jetfluges hatte.

Kurz vor dem Mittagessen ging es zum letzten Mal zurück in den Lehrsaal, wo Wolfgang über den Erstflug eines Jetmodells referierte und alle zu beachtende Punkte zusammenfasste. Für das üppige Mittagessen sorgte sowohl am Samstag als auch am Sonntag das Team des UMFC Gnas. Auch hierfür herzlichen Dank!!! Zum Abschluss zeigte Alex Balzer mit seinem „Avanti Jet“ ein Flugprogramm mit vielen tollen Flugfiguren und Kunstflugeinlagen. Der Jet besitzt eine Schub-Vektorsteuerung, wodurch erst viele Flugfiguren überhaupt erst möglich werden. Die Kunstflugvorführung von Alex bot einen würdigen Abschluss und Motivation für die Teilnehmer auf diesem Gebiet weiterzumachen. Damit endete am frühen Sonntagnachmittag das Rookie- Meeting und somit konnten alle Beteiligten noch rechtzeitig die Heimreise antreten. Der ÖAeC- Modellflugsport möchte sich ganz zum Schluss bei der Firma Robbe bedanken, denn sie hat für das Rookie-Meeting die Schülersteuerungen zur Verfügung gestellt.