Am 3. Juli 2010 war es wieder soweit. Die schnellsten Piloten in Österreich trafen sich in Admont, um den Österreichischen Staatsmeister in dieser Rennklasse zu ermitteln. Da der regierende Mannschafts- und auch der Einzelweltmeistertitel in dieser Klasse von Piloten des Österreichischen Aeroclub erflogen wurde, durften spannende Wettkämpfe erwartet werden. Leider konnte der amtierende Einzelweltmeister Daniel Mayr nicht antreten. Auf Grund einer kurz zuvor erlittenen Handverletzung war ein Start - schon aus Sicherheitsgründen - nicht möglich.
Pünktlich startete der Wettbewerbsleiter, Gerhard Niederhofer, den Wettbewerb unter der strengen Aufsicht der Jury, ONF Del. Gottfried Schiffer. Schon im ersten der zehn ausgeflogenen Durchgänge konnte Günther Mayr eine Durchgangszeit von unter 60 Sekunden erzielen und unterstrich damit von Beginn an seine Favoritenrolle. In der Klasse F5D muss der Pilot einen Dreieckskurs von 40m x 180m x 180m außen umfliegen. Die Zeit nach 10 absolvierten Runden ergibt die Durchgangszeit. Die zurückgelegte Wegstrecke beträgt bei diesem Rennen ca. 4,5 km. Da dabei 30 Richtungsänderungen enthalten sind, müssen die ausschließlich in Kohlefaserbauweise hergestellten Modellen Beschleunigungswerte und Geschwindigkeiten wie ein Formel 1 Auto aufweisen. Unterstrichen wird die Dramatik und Faszination in dieser Klasse durch den gleichzeitigen Start von bis zu 3 Modellen. Die Piloten müssen bei Geschwindigkeiten um 300 km/h perfekte Reaktionen aufweisen und diese auch ständig trainieren.
Zügig wurden an diesem Tag 10 Wertungsdurchgänge geflogen. Dieser reibungslose Ablauf des Wettkampfes konnte nur durch die perfekte und routinierte Vorbereitung der Mitglieder der Union Eisenerz sichergestellt werden. Die Familie Planitzer versteht es immer wieder Wettkämpfe perfekt vorzubereiten und auch auszuführen. Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Bemühungen! Wir Piloten freuen uns immer wieder auf ein Zusammentreffen in dieser wunderschönen Gegend.
An der Spitze der Ergebnisliste ergab dieser Tag sportlich keine Überraschung mehr. Mit aller Routine gewann Günther Mayr (UMFC Waizenkirchen) diesen Wettbewerb und wurde mit 469,2 Punkten souverän Staatsmeister in der Klasse F5D. Spannend entwickelte sich jedoch der Kampf um die Vizestaatsmeisterkrone. Mit nur 3,7 Punkten Unterschied erreichte Christian Schnepfleitner (Union Eisenerz) den umkämpften 2. Platz vor Frantisek Koukol (ASKÖ Perg). Schnepfleitner ist ein Newcomer in dieser Klasse. Deshalb ist diese Leistung um so beachtlicher, da Koukol als Mannschaftsweltmeister kein unbeschriebenes Blatt ist.
Gleichzeitig zu dieser Staatsmeisterschaft wurde auch ein NWI Wettbewerb in dieser Klasse ausgeflogen. Der schweizer Nationalteampilot Marcel Schlage lieferte Günther Mayr einen sehenswerten Kampf. Dieser konnte jedoch der junge Österreicher für sich entscheiden und unterstrich damit auch seine internationale Topform. Interessant war in diesem Zusammenhang der Vergleich von 2 unterschiedlichen Antriebskonfigurationen. Während Mayr, sowie auch die anderen Österreicher, auf hochdrehende (ca. 45.000 U/min) Direktantriebe setzten, experimentiert der Schweizer schon einige Zeit mit Getriebeantrieben und großen Luftschrauben. Ein interessantes Konzept, welches weiter beobachtet werden muss. Ob sich dieses System durchsetzen wird, werden die zukünftigen Wettbewerbe ergeben.
Gleichzeitig zu diesem Termin wurde auch die Österreichische Meisterschaft der neuen nationalen Klasse RC-E/P450 ausgeschrieben. Da leider nur 4 Piloten dieser Einladung folgten, konnte die ÖM nicht gewertet werden. Gewonnen wurde dieser erste Schlagabtausch in dieser Klasse vom "dienstältesten" Pylonpiloten Peter Meisinger (ASKÖ MFC-Linz) vor Gottfried Schiffer (MFC Grashüpfer) und Martin Hoff (MFC Grashüpfer). Diese Klasse unterscheidet sich nur durch die zur Verfügung stehenden Energie von der internationalen Klasse F5D. Während die F5D Piloten 1000 W/min zur Verfügung haben, müssen die RC-E/P450 Piloten mit 450 W/min die 10 Runden absolvieren. Kontrolliert wird dies in beiden Klassen durch eine Elektronik, die die Energiezufuhr nach Verbrauch der Energie unterbricht. Der Sieger konnte mit dieser geringen Energie eine Spitzenzeit von 91,19 Sek. erreichen. Spitzengeschwindigkeiten von ca. 200 km/h sind nötig um diese Zeiten zu erlangen. Auch hier sind ausgezeichnete Reaktionen erforderlich. Diese Klasse eignet sich hervorragend als Einstiegsdroge für die internationale Rennklasse. Da die Modelle sowie auch die Antriebe in diesen beiden Klassen gleich sind und nur andere Akkus verwendet werden, ist es auch möglich beide Klassen zu fliegen bzw. der Umstieg auf internationales Niveau ist mit sehr wenig Zusatzkosten verbunden. Mit gleichem Regelwerk wird diese Klasse auch bei den deutschen Kollegen geflogen. Ich bin schon jetzt auf den internationalen Vergleich gespannt.
Abschließend möchte ich mich bei den Verantwortlichen des austragenden Vereines für diesen hochklassigen Wettbewerb bedanke und freue mich schon auf ein erneutes Zusammentreffen in Admont.
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