 Vom 10. bis 11. Juli 2010 wurde in Meggenhofen die Staatsmeisterschaft in der Klasse F3A auf dem Modellflugplatz der Sportunion Meggenhofen Sektion Modellflug ausgetragen. Dies war die 3. F3A Staatsmeisterschaft seit Bestehen des Vereines.
Im Vorfeld hatten sich 26 Piloten angemeldet, 23 Piloten davon waren schlussendlich am Start.
Wie üblich, wurde der Freitag vor dem Wettbewerbswochenende, von den Teilnehmern zum Kennenlernen des Platzes mit umliegendem Gelände und zum Training genutzt, wobei ein paar ganz ehrgeizige Piloten bereits am Donnerstag die ersten "geheimen" Trainingsflüge absolvierten.
Die Trainingswütigen fanden dabei hervorragende Wetterbedingungen und einen bestens vorbereiteten Flugplatz vor. So konnten die Piloten bis zum Einbruch der Dunkelheit ihr Pensum absolvieren und sich top vorbereiten.
Freitags Abend gab es als erste Randveranstaltung ein etwas verspätetes Petersfeuer mit kurzem Feuerwerk und anschließendem Nachfliegen an dem einige junge Mitglieder des Vereines viel Freude hatten und es zeitweise so richtig "krachen" ließen. Passend zum F3A Bewerb flog Tobias Kronlachner sogar mit einer beleuchteten F3A Maschine mit eingebautem Mikroprozessor-gesteuertem Lichtprogramm tollen Kunstflug bei Nacht.
Heinz Kronlachner hatte für die teilnehmenden Piloten gleich am Freitag die erste kleine Überraschung bereit. Durch die "Startnummernverlosungsaussuche" startete die Veranstaltung gleich in einer besonderen Weise. Dabei wurden die Startnummer an einer Leine aufgehängt und der Reihe nach jene Teilnehmer gezogen, welche sich daraufhin eine Nummer aus den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Startnummern aussuchen konnten. Somit war hier jeder seines Glückes Schmied.
Die Wetterfrösche hatten für das gesamte Wochenende heißes Sommerwetter mit wenig Wind vorausgesagt. Dies ließ also beste, wenn auch heiße Wetterbedingungen erwarten. Es deutete also alles drauf hin, dass es ein heißer Kampf werden sollte. Sogar hier hatte Heinz perfekt vorbereitet.
Am Samstagmorgen konnte bei wolkenlosem Himmel und herrlichem Sonnenschein, die Jury, der Wettbewerbsleiter, die Punkterichter und die Piloten begrüßt werden.
Die Wettbewerbsleitung lag, wie immer bei Kunstflugveranstaltungen in Meggenhofen, in den bewährten Händen von Heinz Kronlachner, der sehr souverän den Wettbewerb leitete. Als Jury konnte LSL Hans Eistert gewonnen werden.
Als Messtechniker zog Heinz auch bezüglich Modellprüfung einige Register. Sowohl Modellgewicht, Lautstärke und Akkuspannung wurde überprüft. Ich bin überzeugt, Heinz hätte diesbezüglich noch einiges auf Lager.
Pünktlich um 9:00 Uhr begann die Pilotenbesprechung mit zwei anschließenden Probeflügen als kleine Eingewöhnungsphase für die Punkterichter und deren Schreiber.
Gleich anschließend startete der erste Pilot zum Wertungsflug im Programm P11.
Modelle und Technik
Technisch sind die Modelle bis auf ganz wenige Ausnahmen absolut im High End Bereich angesiedelt. Sogar unser Ernstl (Ernst Maurer) hat sich heuer von seinem geliebten Webra getrennt und setzt ebenfalls wie fast alle Teilnehmer auf Elektroantrieb. Nur ein Verbrenner war noch im Teilnehmerfeld zu finden.
Im Modellbereich sind ca. die Hälfte der Modelle Eigenbaumodelle wie Andastra (gleich 5 Stück), Deep Space, Avalon, Osiris, etc. zu finden, die restliche Hälfte sind Baukasten bzw. Fertigmodelle wie Sebart Wind S, Osmose, Spark, Amethyst, Favorit, etc. Erwähnenswert ist hier, dass auch ein Sebart Wind S50 Doppeldecker im Einsatz war, welcher mit nur 5S eine enorme Leistung zeigte und trotz groß geflogenem Programm erstaunlich gut erkennbar war. Dies zeigt, dass man auch mit einem "relativ" günstigen Modell im Mittelfeld mitmischen kann.
Trotz des allgemein erkennbaren Doppeldecker Trends waren hier "nur" 3 Doppeldecker im Einsatz.
Motortechnisch ist das Feld wie gehabt in der Hand von Hacker C50XL mit Getriebe (12 Teilnehmer), gefolgt von AXI 5325 / 5330 (7 Teilnehmer). Plettenberg zählt hier mit nur einem Teilnehmer genau schon so zu den Exoten wir Strecker und Turnigy. Bei den Reglern dominiert der Jeti / Hacker Spin 99 ganz klar das Geschehen. Kaum ein anderer Regler ist hier zu sehen, vielleicht noch der eine oder andere Schulze.
Es wurde also ausnahmslos auf bewährte Technik gesetzt und kein Risiko eingegangen. Dies wurde auch durch die Tatsache keines einzigen technischen Gebrechens trotz der enormen Hitze bis 34° untermauert. Also auch keine Experimente wie Hackers neuer Außenläufer, Plettenbergs neuer Advance oder neue Regeltechnik.
Akkutechnisch kann man im F3A Bereich erkennen, dass heute beinahe jeder am Markt befindliche Akku die notwendigen Leistungen bringt und Markenakkus meist nur noch durch bessere Energiedichte, also weniger Gewicht, Ladestrom und evtl. Zyklenanzahl einen Unterschied bringen können, der zum Teil aber teuer erkauft werden muss.
Fernsteuerungstechnisch ist 2.4 GHz de facto Standard, nur mehr ein Teilnehmer hatte noch eine 35 MHz Anlage im Einsatz. Dies machte die umständliche Senderabgabe überflüssig. Präferiert werden hier ganz klar Futaba, gefolgt von Jeti und Graupner.
Pult und Handsender sind in etwa gleich verteilt, wobei man hier sagen kann "je älter desto Pult", sprich die jüngeren Piloten setzen mehr und mehr auf Handsender.
Durch die durchgeführte Gewichtskontrolle erhielt man etwas Einblick, wie weit sich aktuelle Modelle der 5kg Grenze anpirschen. Zwischen dem leichtesten Modell mit 4.63kg und dem schwersten grenzwertigen mit 5.05kg lagen 420g.
Die Lärmmessung brachte mit Werten von 82 bis 92 dB eigentlich die Erkenntnis, dass es lautstärkemäßig keine Probleme gibt und der Grenzwert von 94 dB doch in relativ weite Ferne gerückt ist.
Wettbewerbsverlauf
Erster Durchgang
Das schöne, ruhige Sommerwetter zu Beginn bereitete den Teilnehmern flugtechnisch kaum Schwierigkeiten und so konnten sich viele von der besten Seite zeigen. Obwohl der Wind zwischenzeitlich etwas auffrischte, herrschten sehr faire Bedingungen.
Bei perfekten Bedingungen lies Gerhard Mayr gleich im ersten Durchgang keine Spekulationen über seine Favoritenrolle aufkommen und legte mit einem gewohnt souveränen Flug, der mit 1627 Punkten belohnt wurde, die Messlatte entsprechend hoch. Im ersten Durchgang noch mit etwas Respektabstand gefolgt von den üblichen "Verdächtigen" Markus Zeiner und Helmut Danksagmüller. Die Routiniers gaben sich also keine Blöße und zogen gleich im ersten Durchgang auf und davon.
Gleich darauf wurde es aber sehr interessant, denn hier gaben die "jungen Wilden" in der F3A Szene ein ganz kräftiges Stelldichein und deuteten damit an, was in den nächsten Jahren von Ihnen zu erwarten sein wird. Somit waren die Plätze 4-6 fest in der Hand von Gernot Bruckmann, Tobias Kronlachner und Patrick Hofmaier.
Im restlichen Feld ging es sehr eng zu, sodass ein spannender 2. Durchgang zu erwarten war.
Nach dem ersten Durchgang folgte die Mittagspause, und pünktlich um 14:00 Uhr begann die Startnummer 11 mit dem zweiten Durchgang.
Zweiter Durchgang
Bei sehr gleichmäßigen, perfekten Bedingungen konnten sich viele Piloten im diesem Durchgang zum Teil sogar erheblich steigern. Damit rückte das Feld nochmals näher zusammen. Vor allem die Abstände im vorderen Bereich wurden deutlich kleiner.
Bis knapp vor Ende des Durchganges sah es schon nach einer klaren Sache für Gerhard Mayr aus, der auch im 2. Durchgang eine sehr solide Leistung zeigte. Als Vorletzter Starter zog Markus Zeiner aber alle Register und konnte mit einem sehr guten Flug und 1611 Punkten knapp die 1000er Wertung in Durchgang 2 für sich entscheiden. Somit war wieder alles offen und volle Spannung in Durchgang 3 garantiert.
Helmut Danksagmüller konnte seinen 3. Platz mit einem sehr guten Flug absichern.
Dahinter wurden die Plätze aber neu verteilt und die "Oldstars" konnte etwas zurückschlagen und zeigen, dass nach wie vor mit ihnen zu rechnen ist. Daniel Hammer, der im ersten Durchgang noch auf Platz 8 war zog mit einem hervorragenden Flug komplett an den "jungen Wilden" vorbei auf Platz 4.
Erich Filgas konnte sich von Platz 7 auf Platz 6 zwischen die "Youngstars" schieben.
Die "jungen Wilden" belegten nach dem 2. Durchgang die Plätze 5, 7 und 9 und mischen somit bereits voll in der Szene mit. Dies ist wirklich eine sehr erfreuliche und in der Szene belebende Entwicklung. Dahinter das dicht gedrängte Feld der restlichen Piloten.
Die beiden Durchgänge verliefen absolut ruhig und fair ohne jegliche Zwischenfälle oder Proteste.
Am Abend wurde von Heinz ein Galaabend organisiert, der ein gemütliches Beieinander von Piloten und Vereinsmitglieder ermöglichte. Der Bewerb stand in diesem Jubiläumsjahr unter dem Zeichen "40 Jahre Sportunion Meggenhofen Sektion Modellflug". In Zeitraffer zogen bei der Ansprache des Sektionsleiters die erfolgreiche Geschichte der Sportunion und deren Wettbewerbserfolge vorbei. Bei einem sehr schmackhaften Buffet konnte der erste Wettbewerbstag entspannt ausklingen.
Dritter Durchgang
Wie am Vorabend angekündigt startete pünktlich um 9.30 Uhr der dritte Durchgang. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren 27° am Thermometer abzulesen mit stark steigender Tendenz, also eine Herausforderung für die Elektroantriebe.
Markus Zeiner gelang es mit 1623 Punkten einen hervorragenden Durchgang zu fliegen und forderte damit seinen unmittelbaren Mitstreiter Gerhard Mayr voll aus der Reserve.
Hammer Daniel gelang in diesem Durchgang mit einem wieder sehr guten Flug der 3. Platz.
Da Gerhard Mayr mit Startnummer 14 durch die Startreihenfolgenaufteilung im dritten Durchgang erst sehr spät an die Reihe kam, blieb es bis zum letzten Abdruck extrem spannend.
Gerhard behielt schlussendlich die Nerven, bewies damit wieder einmal seine Klasse und legte, mit einer sehr hohen 1651 Punkte Wertung, den 1000er im letzten Durchgang fest.
Den Durchgang und damit den Bewerb beendete, last not least, Gernot Bruckmann.
Endergebnis
Bei der anschließenden Siegerehrung wurden für die Top Ten schöne Pokale ausgegeben.
Die Musikkapelle Meggenhofen umrahmte mit einigen musikalischen Stücken die Siegerehrung und gab dieser damit ein besonders Flair nicht zuletzt durch die Bundeshymne.
Meggenhofens Bürgermeister LAbg. Max Hiegelsberger und LAbg. Erich Pilsner halfen tatkräftig bei der Siegerehrung mit und verliehen der Veranstaltung mit kurzen, aber tollen Ansprachen entsprechende offiziellen Anerkennung.
Verpflegung und Organisation
Zum Abschluss möchte ich mich im Namen der Sportunion Meggenhofen Sektion Modellflug bei allen Piloten, Punkterichtern, Funktionären, dem Wettbewerbsleiter und den zahlreichen Helferinnen und Helfern aus dem Verein sehr herzlich bedanken. Ein Wettbewerb in dieser Größenordnung ist ohne gute Zusammenarbeit und einen guten Zusammenhalt im Verein nicht durchführbar.
Viele fleißige Hände und Köpfe waren im Vorfeld, während der Veranstaltung und auch in der Nachbereitung notwendig. Auch wenn dies während der Veranstaltung nicht immer ersichtlich ist, wäre ohne diese aufwendigen Vorarbeiten keine Veranstaltung möglich.
Die Verpflegung und vor allem das Kuchenbuffet unserer "Fliegerfrauen" sind mittlerweile nicht mehr ganz unbekannt und tragen ebenfalls einen großen Teil zu einer angenehmen Veranstaltung bei, bei der sich alle Beteiligten wohl fühlen und Spaß am Hobby haben.
Den zum Teil weit angereisten Teilnehmern sei hier nochmals gedankt. Viele hunderte Kilometer auf sich zu nehmen, ist in der heutigen Zeit nicht mehr so selbstverständlich. Auch den Punkterichtern gilt ein herzlicher Dank. Am Samstag und Sonntag bei Temperaturen zum Teil über 34 Grad jeden Flug aufmerksam zu beobachten, ist eine extra Erwähnung bezüglich Durchhaltevermögen wert.
Ein herzlicher Dank gilt auch den vielen Firmen, die den Verein und die Veranstaltung mit einer wohlwollenden Spende bedacht haben!
Auf ein hoffentlich zahlreiches Wiedersehen bei der nächsten Kunstflugveranstaltung in Meggenhofen freut sich die Sportunion Meggenhofen Sektion Modellflug.
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