Europameisterschaft F3C in Pitesti Rumänien

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Als mir bekannt wurde, dass die FAI die EM nach Rumänien vergeben hatte, hatte nicht nur ich gemischte Gefühle. Straßenkinder, hohe Kriminalität und niedriger Lebensstandard sind bei uns ein Begriff für dieses Land.

Vieles stimmt und wir konnten einiges selbst erfahren. Jedoch lernten wir auch ein hohes Maß an Gastfreundschaft und Herzlichkeit kennen sowie perfekte Organisation und Hilfsbereitschaft und großes Bemühen für eine bessere Zukunft. Vielleicht können daher internationale Veranstaltungen ein hilfreicher Begleiter auf den Weg in eine neue Zukunft für dieses Land sein.

Pitesti ist eine relativ moderne Kleinstadt mit großer Industrie ca. 100 km nördlich von Bukarest. Ein sehr bemühter Bürgermeister versucht 'seine Stadt' auch international bekannt zu machen und so sind in dieser Stadt immer Modellflugveranstaltungen herzlich willkommen, die übrigens die Elite der rumänischen Freiflieger beherbergt.

Doch nun zum Bewerb selbst und dem Abschneiden unseres Nationalteams.
Der österreichische Konvoi bestehend aus Bernhard und John Egger, Andreas und Sepp Kals und Wolfgang Worgas sowie Hans Emmenegger und Gattin aus der Schweiz erreichte Pitesti nach langer aber eigentlich sicherer Fahrt. Eine kleine Einlage lieferte jedoch John, der ca. 200m vor dem Hotel angeblich eine rote Ampel überfuhr und mit 50 Euro Geldstrafe, ohne Beleg natürlich, den Lebensstandard eines Polizisten drastisch erhöhte.

Nach dem tollen Abschneiden unseres Nationalteams bei der WM in den USA ( 4.Platz Mannschaft) waren natürlich unsere Erwartungen recht hoch gesteckt und auch unsere Konkurenz zählten uns zu den Favoriten auf einen 'Stockerplatz'. Unsere Piloten waren daher hoch motiviert, legten sich voll ins Zeug und konnten nach zwei Durchgängen den zweiten Platz hinter den bei dieser EM nicht zu schlagenden Italienern belegen, noch vor Deutschland und Frankreich. Für den dritten und vierten Durchgang war unser Team jedoch weder mit Glück noch mit Punkterichtergunst gesegnet und so überholten uns das deutsche und das französische Team, zwar um das berühmte A..... aber doch und wir belegten wiedereinmal mit der 'Blechernen' den undankbaren vierten Platz.

In der Einzelwertung wurde Wolfgang Worgas achter im Finale , Bernhard Egger 'undankbarer' elfter und Andy Kals fünfzehnter.
Bei insgesamt 38 Teilnehmern nicht schlecht !

Eines möchte ich als Bundesfachreferent für F3C unserer Mannschaft gerne bestätigen:
Die gezeigten Leistungen waren hervorragend!
Der mannschaftliche Zusammenhalt, die Kameradschaft und Hilfsbereitschaft waren einfach toll. Ihr habt gezeigt, dass wir international zu den Spitzennationen im Hubschraubermodellflug zählen und man mit uns rechnen muss!
Ich bin sehr stolz auf Euch!

Mit einer ausgezeichneten Leistung wurde Rüdiger Feil wieder Europameister dicht gefolgt von Laurent Lombard und Fabio Livi. Hans Höhnle aus Deutschland belegte trotz totalen Einsatzes, er verlor beim Training einen Heli, 'nur' den vierten Platz.

Die gezeigte Leistungsdichte war enorm. Auch nur kleinste Fehler können über eine gute Platzierung entscheiden.

Die Modelle der Hersteller HIROBO, KYOSHO und JR waren am meisten vertreten. Bei den Motoren kamen hauptsächlich OS und Webra zum Einsatz. Außer FUTABA, JR und SANWA Fernsteuerungen konnte ich keine anderen Fabrikate entdecken. Als Sprit wurde COOL POWER (gesponsert von BBT) in unterschiedlichsten Nitrokonzentrationen geflogen.

Die EM Pitesti 2002 zeigte, dass sich die europäischen Spitzenpiloten sehr gut auf das neue Programm umgestellt hatten. Alle Piloten beherrschten das neue Programm, zu unserer Überraschung auch die Teilnehmer aus Russland, die zum ersten Mal an einer EM teilnahmen und zeigten, dass sie auch nicht 'hinter dem Mond' leben.

Den rumänischen Veranstaltern kann man zur Organisation und Gastfreundschaft bei dieser EM nur gratulieren. Wir hatten eine gute Zeit in Pitesti.

Manfred Dittmayer
BFR F3C
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