In den vergangenen Jahren haben sich die steirischen Vereine KSV Kapfenberg und der UMFC Graz bei Stocking/Wildon einen Namen als Veranstalter in der Motorkunstflugklasse RC3 gemacht. Dieser Umstand ermutigte den UMFC-Graz sich um die Austragung der österreichischen Staatsmeisterschaft in der Klasse F3A zu bewerben.
Mit organisatorischer Hilfe der steirischen Piloten, allen voran Hermann Polaschek, unterstütze der noch im Amt stehende BFR Ernst Hödl diese Bewerbung, welche dann auch vom ÖAeC befürwortet wurde- somit war der erste F3A-Berweb in der grünen Steiermark beschlossene Sache. Diese Feststellung 'erster F3A-Bewerb' ist natürlich ein schwerwiegender Irrtum meinerseits, denn nach einigen Recherchen gibt es zum Thema F3A in der Steiermark einiges zu berichten: Ende der 60-er und Anfang der 70-er richtete der UMFC Graz Modellflugplatz Unterfladnitz bei Weiz Pokalfliegen in den Klassen RC-III und RC-I (heute F3A genannt) aus. Beim Pokalfliegen 1969 gewann der Grazer Heinz Sekirnjak vor Hanno Prettner und Franz Bittner aus Waidhofen/Thaya in der Klasse RC-I.
Zu dieser Zeit schmückten die Steirer Heinz Sekirnjak, Heinrich Sekirnjak und Alfred Schwarzl die obersten Zeilen von Kunstflug-Ergebnislisten. Der Hang zur Motorkunstflugklasse kommt in Graz nicht zufällig zustande, sondern ist Tradition (wenn auch mit Pausen) in der Steiermark.
Zurück in der Gegenwart ist es natürlich erfreulich, dass bei dieser Staatsmeisterschaft vier Steirer im Teilnehmerfeld von 24 Piloten vertreten waren (für Statistiker 6xWien, 5xOÖ, 4xStmk, 3xNÖ, 2xSbg, 2xTirol, 1xKtn, 1xBgld.). Bereits am Freitag überprüften zahlreiche Piloten die Parkplatzkapazität des UMFC-Graz - gemeint ist natürlich, dass nahezu alle Piloten am Freitag die Gelegenheit zum offiziellen Training in der grünen Steiermark ('baumhohe' Maisfelder soweit das Auge reichte), auf einem perfekt vorbereitetem und gepflegtem Flugfeld, nutzten.
Abends wurde die ÖSTM im Gasthaus durch LSL Hans Eistert, dem Wettbewerbsleiter und 'Alt-BFR' Ernst Hödl, dem BFR Manfred Dworak und dem UMFC-Graz Organisationsleiter Peter Cmyral eröffnet. Bei der anschließenden Startnummernauslosung erhielten alle Teilnehmer eine sportliche Kopfbedeckung als Präsent, welches in der Funktionalität nicht besser gewählt werden konnte, denn Samstag versuchten alle damit einen kühlen Kopf zu bewahren - am Sonntag allerdings um sich vor dem Regen zu schützen.
Die gemütliche steirischen Wirtshauskultur wurde an diesem Abend auch genutzt um die Geburtstage von Markus Zeiner und Michaela Dworak mit netten Showeinlagen zu feiern.
Bei sonnigem Flugwetter konnte am Samstag, nach der Ansprache der Offiziellen und nach kurzem Zuwarten aufgrund der noch im Flugfenster stehenden Sonne, der erste Durchgang der ÖSTM 2002 beginnen.
Der Niederösterreicher Markus Zeiner konnte den ersten Durchgang für sich entscheiden vor Helmut Danksagmüller, gefolgt von Heinz Kronlachner und Erich Filgas. Diese Vierergruppe setzte sich bereits in diesem Durchgang deutlich ab und es zeichnete sich ab, dass der neue Staatsmeister nur aus dieser Gruppe ermittelt werden konnte.
Ein störungsfreier und gut organisierter Wettbewerb ließ am Samstag auch einen kompletten zweiten Durchgang zu, den der amtierende Staatsmeister Helmut Danksagmüller vom ASKÖ ÖMV Wien gewinnen konnte, dicht gefolgt von Markus Zeiner. Ebenso geringe Punkteabstände zwischen Heinz Kronlachner und Erich Filgas machten die Entscheidung um den dritten Platz spannend. Dieses Zwischenergebnis vom Samstag, mit einer Differenz von nur 5 Punkten zwischen ersten und zweiten Platz und eine Differenz von 37 Punkten zwischen dritten und vierten Platz, versprachen einen interessanten dritten Durchgang am Sonntag.
Den Samstag ließ der UMFC-Graz mit einem Nachtflugprogramm für das Publikum und einer Einladung zu einem italienischen Abendessen ausklingen. Die steirische Gastfreundschaft half den Wettbewerbsstress schnell vergessen und einer gemütlichen, langen und vor allem feucht-fröhlichen (hier ist der legendäre B-Kader gemeint) Sommernacht stand nichts im Wege.
Der mit Spannung erwartete dritte Durchgang am Sonntag wurde aber leider ein Opfer der schlechten Wetterlage. Von noch akzeptablen Flugwetter am frühen Morgen bis hin zu Sturm, Regen und Gewitter während des geplanten Startzeitpunktes machte die Eröffnung des dritten Durchganges unmöglich.
Der Start wurde von der Wettbewerbsleitung und der Jury mehrmals nach hinten verschoben - Rückfragen bei den Meteorologen in Graz Thalerhof und der Hohen Warte in Wien ließen keine Wetterbesserung erwarten. Dieser Umstand führte zur Entscheidung der Wettbewerbsleitung, diese ÖSTM abzubrechen und mit dem Ergebnis von 2 geflogenen Durchgängen zu werten.
Da aufgrund der Prozentwertung vom ersten und zweiten Durchgang kein Sieger ermittelbar war (beide je ein Durchgangssieg) wurde Punktewertung herangezogen, welche der Reihung vom Samstag entsprach.
Den Staatsmeistertitel der Motorkunstflugklasse F3A holte Markus Zeiner vom MFC Böheimkirchen vor dem Vize-Staatsmeister Helmut Danksagmüller und Heinz Kronlacher vom UMFC-Meggenhofen.
Besonders erfreulich war der 16. Rang des jungen Grazers Daniel Hammer, der bei seinem zweiten F3A-Wettbewerb mit präzisen Darbietungen beeindruckte.
P.S.: ......oft kommt es anders, als man denkt - die Wetterlage hat sich doch im Großraum Graz gebessert und es blieb trocken .....
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