Flugerprobung MC22-Sender

     Für einen Prüfer neuer RC-Komponenten ist die Zeit zwischen der flugfernen Labortisch-Beurteilung, den sich daraus ergebenden Feststellungen und deren noch hypothetischen Anwendungsvorteilen, und andererseits dem endlich durchführbaren Praxisstest im Flug ziemlich belastend. Man kennt ja schließlich den üblichen Skeptizismus.
      Die Vorhersagen aus dem obigen Testbericht sind voll eingetroffen und für JEDEN MC20-Umsteiger ist das auch sofort durch einen kollegialen Probeflug verifizierbar, wobei ich allerdings den sich jetzt in praxi herausstellenden Flugqualitätsgewinn durch einen schnellen Servorücklauf noch gar nicht prophetisch erwähnt habe:

      Die Ruderrückstellung und damit das Beenden einer Figur erfolgt wesentlich schneller als bisher gewohnt, große Ruderausschläge gehen Servogeschwindigkeit-abhängig "schlagartig" auf neutral. Somit ist auch weniger "Vorsteuern" notwendig und bei Falschausschlägen ist auch eine wesentlich schnellere Ruderkorrektur möglich! Auch natürlich bei figurbedingt extremen Ruderlagenwechseln.

      Das hat mich zu Beginn des 1.Testfluges zuerst so überrascht, dass ich meine schnellen Funflyer-Rollen und engen Loopings die ersten paar Minuten zu früh beendet habe. Aber es war erstaunlich, wie schnell ich mich an "die weniger Luft in der Lenkung" gewöhnt habe. Und dann begann die Begeisterung! Wird wohl vielen anderen mit dem MC22-Sender auch so gehen. Dass unter diesem Leistungsgewinn natürlich auch das Pisten-"Kitzeln" bei den Landungen quasi schon vorprogrammiert war, war auch nicht mehr wirklich überraschend.

Testkonfiguration:

Sender MC-22, PPM18
Empfänger Simprop 5Kanal, erweitert auf 6 Kanäle (Wingo voll bis Null für Böenwetterlandungen); mechanisch gekoppelte
Höhenruderflossen, 1x JR 3241, EXPO 50%;
Querruder 2x JR 4041, EXPO 50%;

5 Zellen Akku, alle Ruder über 2 Graupner Powerkabel Empfänger-schonend und Betriebsspannung-erhaltend direkt versorgt.

Modell: Mini-Diablotin, Flugeigenschaften und Ruderreaktionen durch sicher mehr als 100 Flüge mir bestens bekannt; Ruderausschläge größer als 45 Grad.

      Die dramatische Verkürzung der Reaktionszeit auf Knüppelstellungsänderungen war zwingend fühl- und erkennbar. Detto auch die viel feinere Trimmung (Stufe 2) als bei der MC20.

Die "Elektronische" (potentiometerlose) Trimmung:
Da ich in der Praxis auch testen wollte, ob ein Umsteiger wie ich damit auch gut zurechtkommt, habe ich die modellspezifische MC22-Senderprogrammierung nicht besonders genau mit den MC20-Neutralwerten verglichen. Somit geschah folgerichtig, dass nach dem Abheben Quer und Tief baldigst nachgetrimmt werden musste. Durchs Trockentraining fand ich blind sofort die IMMER an der selben Stelle befindlichen Trimmknubbel und, OHNE besondere Vorsicht wegen des "Überschießens" bei Rastertrimmungen, stellte sich die Sound-unterstützte Tip-Tip-Trimmung als sehr angenehm heraus.
     Gegen Überraschungen beim Erstflug nach der Umstellung eines Modells auf den MC22-Sender erscheint es natürlich sinnvoll, die Neutrallagen eines eingetrimmten Modells genauestens zu übernehmen, wobei ich mich nicht auf die Werteanzeige im Senderdisplay, sondern ausschließlich auf einen Ruderlagen-Vergleich in natura am Modell - alte MC20-Stellung gegen gleiche MC22-Sollstellung - verlassen würde.

Sonstiges:
- Testwetter: Sonnig, Windstill, ca. 9-10 Uhr, Bodentemperatur nahe 0 Grad; daher keinerlei testverzerrender Böeneinfluss auf das Modell.
- Die Bodenreichweite mit einem Antennenglied entspricht der MC24 und ist besser als bei der MC20. Letzteres gilt auch für die Reichweite mit voller Antennenlänge, bei gleichem Senderstandort mit verschiedenen Quarzen audiell gescannt ca. 20% mehr; dabei stand mir allerdings kein MC24 Sender vergleichsweise zur Verfügung.
Rudolf Fiala
FMBC-Vienna
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