Das Original:
Sie ist eines der faszinierendsten Flugzeuge unserer Zeit: Die Concorde.
Kaum jemand, der sie nicht kennt. Beeindruckend die technische Leistung der Entwicklungsingenieure der Länder Frankreich und England.
Bei einem Englandbesuch hatte ich Gelegenheit, in Duxford den ersten Prototypen zu besichtigen. Beeindruckend ist die Größe des Flugzeugs. Immerhin ist sie das einzige Zivilflugzeug, in welchem Triebwerke mit Nachbrenner verwendet werden. Traurige Berühmtheit erlangte die Concorde am 29.07.2000. Um 14:00 Uhr stürzte unmittelbar nach dem Start in Paris eine Air France Concorde ab. Bei dem Absturz kamen alle 109 Passagiere ums Leben.
Modell:
Sie war eine der Attraktionen auf der Nürnberger Spielwarenmesse 2002: die robbe Concorde.
Ein schnittiges Hartschaummodell mit einer Spannweite von 800 mm, angetrieben von zwei preiswerten Speed 400 Elektromotoren. Da leuchteten die Augen so mancher Besucher.
Für einen in der Modellbaubranche unüblichen frühen Liefertermin war es im Juni so weit: Robbe lieferte die ersten Baukästen aus.
Prop erhielt einen der ersten Bausätze für einen ausführlichen Test.
Baukasteninhalt:
In einem beachtlich großen, bunt bedruckten Karton werden die Einzelteile ins Haus geliefert. Durch die ordentliche Verpackung sind Beschädigungen während langer Lieferwege nahezu ausgeschlossen.
Das Material, schlagzäher Formschaum, sieht zwar auf den ersten Blick wie Styropor aus, ist aber von der Grifffestigkeit bedeutend stabiler. Rüdere Landungen sollte die Concorde also locker wegstecken.
Neben den Schaumteilen befinden sich noch zwei Speed 400 Elektromotore (entstört!), Luftschrauben, Bowdenzugrohre, Stahldraht, Kleinteile, Dekorationsmaterial und eine vorbildliche Bau- und Montageanleitung im Karton.
Aufbau:
Empfehlenswert ist es, sich an die Bauanleitung zu halten. Das Flächenmittelstück besteht aus einem Stück. Daran müssen noch die Nase sowie das Heckteil mit dem Seitenruder angeklebt werden. Am schnellsten geschieht dies mit Sekundenkleber für Styropor und einen Hauch Aktivatorspray.
Die Motorgondeln werden aus vier Schaumstoffteilen zusammengefügt und wie die vorderen Stabilisierungsstummel an den Rumpf geklebt. Die Antriebsmotore sind mit wenigen Tropfen Zweikomponentenkleber in den Triebwerksschächten zu fixieren.
Beim Einbau der RC-Komponenten muss man sich entscheiden, ob man die Ruder auseinandertrennt oder in einem Stück lässt. Dies deshalb, weil robbe die Möglichkeit vorsieht, einfache Vierkanal Fernsteuerungen für die Steuerung des Modells einzusetzen. Ein Hinweis darauf, dass auch Jugendliche mit einem schmaleren Budget eine Concorde fliegen können.
Im vorliegenden Fall wurden die Ruder nicht getrennt und mittels Deltamischer die Ruder angesteuert. Die Schächte für die 20mm Standardservos sind wie der Schacht für die Akkuaufnahme natürlich bereits im Schaumstoff vorbereitet. Es werden somit keine teuren Miniservos und Microempfänger benötigt. Ebenso sind auch die Aussparungen für die Bowdenzugröhrchen bereits in der Flächenunterseite eingelassen. Bei Verwendung eines Deltamischers erspart man sich zwei Bowdenzugröhrchen inklusive der Stahldrähte zu den Rudern.
Ein kleiner Wermutstropfen sollte nicht unerwähnt bleiben. Wenn man wirklich Spass haben möchte, sollte man anstelle des empfohlenen 7 zelligen Antriebsakkus 8 Zellen verwenden. Dann muss aber aus Schwerpunktsgründen der Akkuschacht ca. 2cm in Richtung Heck ausgespart werden. Wie sich bei den Flugversuchen herausstellte, stimmt der in der Bauanleitung empfohlene Schwerpunkt genau. Der Flugregler, natürlich mit BEC Versorgung, hat in einer kleinen Ausnehmung Platz und wird von oben mit einem kleinen Stück Schaumstoff abgedeckt. Dabei bleiben zwei kleine Öffnungen zurück, durch die der Regler mit Frischluft zur Kühlung versorgt wird. Die beiden Speed 400 werden parallel angesteuert und müssen verkehrt laufen. Die beiliegenden Günther Luftschrauben werden mittels Gummimitnehmer auf die Wellen aufgesteckt.
Zur Dekoration hat man die Wahl zwischen den Farben der Air France oder der der British Airways. Für die Aufbringung der großen Dekorteile ist eine dritte Hand sehr hilfreich.
Die Tragflächenunterseite wird noch großzügig mit weißer Folie abgedeckt und sorgt somit für eine bessere Aerodynamik der Concorde.
Flugerprobung:
Nach dem obligaten Reichweitentest kommt die Stunde der Wahrheit: wie fliegt die robbe-Concorde?
Für den Start haben sich die eingearbeiteten Griffmulden sehr bewährt. Mit einem kräftigen Wurf und jaulenden Motoren wird die Concorde ihrem Element übergeben. Bei einem Deltamodell mit Druckantrieb ist der Start immer etwas heikel. Aber die Concorde zeigt keine bösartigen Überraschungen. Nach dem Start ist kein besonderes Durchsacken festzustellen.
Wenn erst etwas Fahrt aufgenommen wurde, dann geht's zur Sache. Die robbe-Concorde sieht nicht nur aus wie eine Concorde, sonders fliegt auch wie eine Concorde.
Mit beachtlichem Tempo zieht das Modell seine Kreise begleitet vom heulenden Sound der beiden Motore. Wie bei einem Delta üblich, ist auch diese Concorde um die Längsachse äußerst agil, um die Querachse hingegen sehr träge. Bei modernen Computersendern ist mittels Dualrate eine Querruderreduzierung leicht realisierbar. Wie das aber mit einer einfachen Vierkanalfernsteuerung funktionieren soll, ist ungewiss. Getestet wurde das Modell mit einer robbe/Futabe FC 28. Rollen kommen mit unglaublichem Tempo. Ein Looping hingegen ist nur mit Überwindung und vorherigem Anstechen zur Fahrtaufnahme möglich. Aber eine echte Concorde fliegt diese Manöver auch nicht. Dafür gibt es geeignetere Modelle. Die Landung ist wieder eine Spezialität der robbe-Concorde. Den Landepunkt anpeilen, Gas raus und sauber setzt sich Concorde ins Gras. Man sollte im Übrigen nicht bis auf den letzten Ampere den Akku leer fliegen, denn der Gleitwinkel ist miserabel. Mit ein Grund der unkomplizierten Flugeigenschaften ist das geringe Gewicht von etwas über 1000gr. Zuviel Wind behagt dem Modell weniger, obwohl es kein Parkflyer ist. Die Flugdauer ist natürlich abhängig vom verwendeten Akku und den Vollgaspassagen. Aber rund 8-10min sollte man schon schaffen.
Resümee:
Robbe's Concorde ist ein kleiner Herzwärmer. Die moderne Bauweise in Schaumstofftechnik ermöglicht einen kleinen, vorbildähnlichen Nachbau des berühmten Überschallpassagierflugzeugs für Jedermann. Erfreulich ist weiters, dass dieses Modell auch mit preiswerten, einfachen Fernsteueranlagen geflogen werden kann und günstige Standardservos genügen. Die Flugeigenschaften sind mit den Originalmotoren mehr als ausreichend. Der Wunsch nach Tuning kommt zu keiner Zeit auf. Die komplette Baukastenausstattung ist vorbildlich. Besonders erwähnenswert ist die umfassende Bauanleitung. Wenn sie ein außergewöhnliches, schnelles und dabei vorbildähnliches Modell suchen und nicht Unsummen dafür ausgeben wollen, dann ist die robbe-Concorde genau das Richtige für Sie. Ab € 105,00 sind sie dabei.
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