Squall! Phase 3 - die Sturmböe aus England

Sie werden sich jetzt fragen, wie kommt man auf so ein außergewöhnliches Modell? Nun ja, wir haben im Internet ein Video gefunden und uns gefragt, wie man solche ungewöhnlichen Flugkapriolen mit einem Deltamodell zu Stande bringt.

Gesteuert wird das kleine Delta - Jetmodell mit dem Seitenruder und den kombinierten Höhen- u. Querrudern. Das Modell verfügt über eine Schubvektorsteuerung (Vectored Thrust Unit), die mit den Rudern verbunden ist. Für die Speedfanatiker gibt es das Modell mit einem Antriebsakku für 4Lipos. Wer es nicht ganz so scharf mag, erhält dieses Modell auch für drei Lipo Zellen Antrieb.

Nach einem Anruf bei Modellbau Lindinger erhielten wir nach längerer Wartezeit das Modell Squall Phase 3. Das Modell kommt aus England und wird von Ripmax vertrieben. Ripmax ist der größte Händler in England.

Das einzige was noch für die Fertigstellung dieser kleinen Rakete fehlte, sind drei Servos und der Empfänger und natürlich der vierzellige Lipo-Akku. Ansonsten ist alles für den Aufbau des Modells im Karton vorhanden. Gleich vorweg, wir haben Futaba Nano Servos S3113 eingebaut. Zum einen waren sie vorhanden und passen exakt in die vorgeformten Servoöffnungen. Aber alle Servos mit einer Länge von 20mm können ebenso eingebaut werden. Nur sollte auf eine ausreichend große Stellkraft und Rückstellgenauigkeit geachtet werden.

Der Lieferumfang umfasst alle Styroporteile (!), eine erstklassige, mit vielen Farbfotos ausgestattete, englischsprachige Bauanleitung und eine deutschsprachige Übersetzung (!). Ferner findet man den fertig montierten dreiflügeligen Impellerantrieb mit Brushless-Außenläufer und (Squall-) Regler im Karton. Alles ist schon fertig verkabelt und einbaufertig. Die Klipse für die große, blau getönte Kabinenhaube sind schon im Rumpfvorderteil eingeklebt. Ein großer mehrfarbiger Dekorbogen und Kleinteile runden den Baukasteninhalt ab. Insgesamt machen alle Teile einen hochwertigen Eindruck. Einzig für die Ruderanlenkungen wurden nicht die mitgelieferten Kunststoffteile verwendet, sondern erprobte Stahlgabelköpfe verwendet. Ein Zugeständnis an die Sicherheit im Flugbetrieb. Bewährtes soll man nicht ändern.

Als Klebstoff wird ausdrücklich 5min Epoxyd Harz empfohlen. Das macht Sinn und verleiht der ganzen Konstruktion noch mehr Festigkeit. Die Servos wurden vor dem Einharzen noch mit einem Schrumpfschlauch überzogen um ein zerstörungsfreies Ausbauen im Falle des Falles zu ermöglichen. Auch nicht unbedingt notwendig, aber bewährt.

Alle Teile passen perfekt zusammen und bis auf das Einfeilen von zwei Belüftungsöffnungen in der Nasenspitze und eines Abluftkanals in den Impellertunnel fällt keinerlei Schmutzarbeit an. Das Modell sollte an drei bis vier Abenden gemütlich fertig zu stellen sein. Als Empfänger dient ein 7Kanal FASST 2.4GHz Empfänger von robbe/Futaba.

Die bebilderte Bauanleitung führt gezielt durch den Aufbau. Zum exakten Einstellen des Schwerpunktes wird der vierzellige Antriebsakku im Rumpfvorderteil so lange verschoben, bis der angegebene Schwerpunkt passt. Das erforderliche Befestigungsmaterial, bestehend aus einem Sperrholzbrettchen und den üblichen Klettbändern ist im Lieferumfang enthalten. Sehr vorbildlich.

Die separat erhältliche Schubvektoreinheit (klingt in Englisch erfrischender: Vectored Thrust Unit) wird wie alle anderen Teile ebenfalls mit Harz an das gekürzte Schubrohr geklebt. Die mitgelieferten Schubstangen werden an den Servohebeln ganz außen eingehängt, um einen großen Ausschlag der Schubvektorruder zu erhalten.

Die ersten zaghaften Probeläufe in der Werkstatt im Rahmen der Senderprogrammierung ließen die Augen von unserem Testpiloten Alexander Balzer (www.showfly.at) erwartungsvoll aufleuchten. Das Teil verspricht ordentliche Flugleistungen.

Das abschließende Ausschneiden des Dekors aus dem großen Bogen und Aufkleben auf das Modell schließen die Bauarbeiten ab. Positiv überrascht waren wir von den guten Klebeeigenschaften des dünnen, selbstklebenden Materials auf den Styroporteilen. Wie sich bei den ersten Flugversuchen gezeigt hat, ist die kontrastreiche Farbgebung für eine gute Fluglagenerkennung von Vorteil. 744gr Fluggewicht zeigt zum Abschluss die Waage. Bei einer Spannweite von gerade einmal 650mm sind somit tolle Flugleistungen zu erwarten.

Von oben betrachtet erinnert das Modell ein wenig an das Space Shuttle. In der Seitenansicht erkennt man die kompromisslose Auslegung des Modells auf Geschwindigkeit. Der Lufteinlass des Impellers ist verhältnismäßig groß ausgelegt, während der Rumpfquerschnitt schmal gezeichnet ist.

Vor den ersten Flugversuchen muss noch der Sender programmiert werden. Um die wilden Kapriolen fliegen zu können, sollten die Ausschläge der Ruder so groß als nur möglich gewählt werden. Für den Start und die Landung ebenso wie beim 'normalen' Fliegen sind aber zahmere Ausschläge unabdingbar. Für die ersten Versuche sollte man sich an die Angaben in der Bauanleitung halten.

Nach dem obligatorischen Reichweitentest kommt dann die Stunde der Wahrheit. Für die ersten Starts sollte auf alle Fälle ein Werfer angeheuert werden.

Der erste Wurf ging beinahe daneben, da zu steil weggeworfen wurde. Beherztes Nachdrücken und die schnelle Reaktion unseres Piloten verhinderten ein jähes Ende dieses kleinen Flitzers. Aber erst einmal in der Luft, zeigt sich das Modell von seiner besten Seite. Normales, jetähnliches Fliegen macht richtig gute Laune und das Modell verhält sich so, wie man es sich von einem Delta Modell erwartet. Schön großräumig geflogen und mit einem hellen Heulen des dreiflügeligen Impellers (rein rechnerisch sollte sich der Impeller ca. 60.000 mal in der Minute drehen!) zieht die Sturmböe aus England seine Runden. Rollen und Looping sind kein Problem und ein angedeuteter Messerflug ist Dank des angelenkten Seitenruders auch noch möglich.

So, jetzt genug der Normalität, jetzt wird Höhe aufgenommen und die Ruderausschläge auf den maximal möglichen Ausschlag gebracht. Und die dann folgenden Flugfiguren sind dann eben abnormal. Winzige Loopings, Flachtrudeln mit infernalisch jaulendem Impeller sorgt zuerst für Staunen bei den Zusehern und letztendlich ein Grinsen auf den schon eingefrorenen Gesichtern. Das ist ja der Wahnsinn, das sollte man einmal erlebt haben. Das Modell baut bei diesen Flugmanövern sehr stark an Höhe ab. Also Vorsicht, die ersten Male bitte in ausreichender Höhe mit den Kunststückchen beginnen. Nach den Kapriolen ist die Fahrt heraus und das Modell reagiert recht schwammig auf die Ruderbefehle bis wieder ordentlich Fahrt aufgenommen wird. Nach den ersten 4min wurde die Landung eingeleitet. Dabei zeigt Squall Phase 3 einen erstaunlichen Gleitwinkel. Jetzt wurde noch schnell der Strom gemessen und moderate 30A zieht sich Außenläufer aus den Akkus.

Fazit:
Für Speedjunkies ein 'must have' sozusagen. Moderater Preis gepaart mit großem Spaßfaktor - Herz was willst du mehr. Der Aufbau ist dank der hervorragenden Anleitung rasch erledigt und der Spaß findet auf dem Flugplatz statt. Ein perfektes Modell für den, der schon beinahe alles hat. Nach kurzer Eingewöhnungszeit hat man mit Squall Phase 3 mit Vectored Thrust Unit ein außergewöhnliches Modell in seinem Hangar, um das Sie Ihr Modellflugnachbar sicher beneiden wird. Vorsicht: Suchtgefahr. Also kaufen, und- beim Lindinger gibt es das alles.

Hier noch ein Video auf youtube.com:

Josef und Wolfgang Lemmerhofer & Alexander Balzer
www.showfly.at
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