Robin 2160

"Eine Schleppmaschine muss her!", war der Grundgedanke der mich dazu bewegte mich ein bisschen im Internet umzusehen und nach einem für mich geeigneten Modell zu suchen. Ein typisches Zweckmodell sollte es nicht sein, auch nicht zu groß, nicht zu klein, eben genau in mein Auto passend und als Antrieb einen Benzinmotor - mein Erster! Preisgünstig ist auch eine Forderung die in dieser Größe aber schon schwer umsetzbar ist. Herausgekommen ist nach langem suchen die Robin 2160 von Modellbau Lindinger. Eine geteilte Tragfläche mit 2210 mm Spannweite und einer Rumpflänge von 1760 mm passen haargenau in mein Fahrzeug und der Preis des Modelles mit € 349,- ist meiner Meinung nach seeeehr günstig für ein Fertigmodell dieser Größe! Was bekommt man jetzt für sein Geld? Einen lackierten GFK Fertigrumpf, Tragfläche in Holzbauweise fertig bespannt, sowie sämtliche Kleinteile die für den Bau dieses Modells erforderlich sind. Als Motor wählte ich einen 50 ccm Einzylinder, nämlich einen Dl 50 der mit € 349,- ebenfalls als sehr preisgünstig anzusehen ist. Dieser Motor wurde im Shop aber inzwischen durch das Nachfolgemodell DL (DLE) 55 ersetzt!!

Was benötigt man noch alles um das Modell fertig zu stellen? 2 Servos für die Querruder, 2 für die Landeklappen, 2 für die Höhenruder welche getrennt angelenkt werden, 1 Servo für Seitenruder und Bugfahrwerk, 1 Servo für die Schleppkupplung, 1 Servo für das Gas und 1 Servo habe ich noch für den Choke vorgesehen. Ergibt in der Summe schon 10 Servos die man nicht mehr alle direkt an den Empfänger anschließen sollte weil die Stromaufnahme schon beachtliche Werte annehmen kann! Aus diesem Grund habe ich noch von der Firma Emcotec ein DPSI RV Mini mit zwei LongGo "S" Akkus verbaut welche die Stromversorgung des Modells übernehmen. Für die Zündung verwende ich einen ganz normalen NiCd Akku mit 2400 mAh der mittels eines Zündschalters über die Fernbedienung die Zündung des Motor scharf schaltet. Ich wollte nur 1 Schalter am Modell haben und wenn dieser ausgeschaltet ist, dann ist auch die Zündung definitiv ausgeschaltet!

Als Servos benutze ich für die Landeklappen 2 Hitec 5645 welche eine sehr hohe Stellkraft von 10,3 kg besitzen und dieses Servo verwende ich auch für das Seitenruder/Bugfahrwerk. Die Querruder werden durch 2 Hitec 5625 angesteuert die nicht ganz so stark sind aber dafür schneller. Diese beiden Servotypen sind im Augenblick im Angebot und kosten im Augenblick nicht ganz € 40,-. Für die restlichen 5 Funktionen (2x Höhenruder, Gas, Choke, Schleppkupplung) habe ich mir 5 Stück Futabe 3152 Digitalservos gekauft welche ebenfalls im Angebot gerade mal € 25,- kosten und durch ihr Preis/Leistungsverhältnis überzeugen können. Diese Servos verwende ich schon seit einiger Zeit auch in anderen Modellen und bin sehr zufrieden damit.

Kommen wir zum Bau des Modelles:

Tragfläche:

Hier gibt es nicht wirklich viel zu tun außer das doch recht schwere Fahrwerk, welches gefedert ist, anzuschrauben und die 2 Servos in die Tragfläche einzubauen und anzulenken. Das Fahrwerk sollte vorher unbedingt zerlegt und ein bisschen eingefettet werden weil es sonst wie bei mir (habe ich leider nicht gleich gemacht) nach kurzer Zeit nicht mehr gefedert hat... Die Klappen sind unten angeschlagen und damit ist es möglich die Landeklappen 90° nach unten auszuschlagen was für einen extremen Langsamflug auch unbedingt notwendig ist!!! Bitte NICHT nach Bauanleitung nur 20mm Ausschlag einstellen weil sie sonst das Beste an diesem Flugzeug nie erfahren würden :-))) Die Tragfläche wird durch sehr massive Aluhalterungen am Modell gehalten und beim Probeanstecken habe ich festgestellt, dass eine Tragfläche nicht im rechten Winkel am Rumpf anliegt, sich also vorne ein kleiner Spalt ergibt!!! Dies läßt sich aber durch unterlegen von Beilagscheiben an den Aluhalterungen beseitigen und damit ist alles wieder korrekt eingestellt. Die Schrauben der Tragflächenhalterung sollten ohnehin ALLE entfernt und mit etwas Schraubstop erneut angeschraubt werden!

Höhenleitwerk:

Das Höhenruder wird laut Bauanleitung fest mit dem Rumpf verklebt, aber durch das beigelegte Alurohr ist es ohne größeren Bauaufwand möglich dieses auch abnehmbar zu gestalten. Nachdem das Leitwerk aber nur 80 cm groß ist, habe ich dieses, wie in der Anleitung vorgesehen, fest mit dem Rumpf verklebt. Die Bohrung im Rumpf für das Höhenleitwerk ist aber alles andere als genau und ergibt ein total schiefes Leitwerk!!! Hier ist Nacharbeiten angesagt und außerdem habe ich noch 2 Kohlerohre als Verdrehsicherung mit eingeklebt.

Motor:

Einfach 4 Löcher bohren und anschrauben!!! Somit ergibt sich ein Abstand zwischen Spinner und Motorhaube von 5mm. Den Motor selbst habe ich hängend eingebaut weil er so am besten unter die Motorhaube passt. ACHTUNG beim Anschrauben des Bugfahrwerkes!!! Auch dieses ist gefedert ausgeführt und wenn man die Maße aus dem Bauplan nimmt schlägt das Fahrwerk beim Duchfedern auf die Kühlrippen des Motors auf! Nach der ersten zugegeben unsauberen Landung ist der Motorspant im Bereich des Bugfahrwerkes ausgebrochen und ich habe diesen danach mit Kohlefaser innen verstärkt. Seither habe ich damit nicht die geringsten Probleme mehr, also würde ich vorschlagen, dieses schon beim Bau des Modelles zu machen. Die 2 Servos für Gas und Choke habe ich innen an den Motorspant angeklebt und mit 2 Gestängen sowie Kugelköpfen direkt angelenkt - einfach und gut.

Rumpf:

Den Einbau des Leitwerkes habe ich ja schon beschrieben und auch dass man den Motorspant gleich verstärken sollte also bleibt nicht mehr allzu viel zu schreiben, weil ja der Einbau der Fernsteuerung für jeden individuell anders ist. Nach dem ein Probeauswiegen ergeben hat, dass das Modell kopflastig wird, habe ich eine Halterung für meine Akkus gebaut und diese im Rump sehr weit nach hinten geschoben. Die Akkus habe ich auf ein paar kurzen Stücken Benzinschlauch mit 4 mm Plasikschrauben montiert damit diese ein bisschen frei schwingen können. Diese Verfahren habe ich auch beim DPSI angewandt.

Gewicht fertig: 10,3 kg.

Der Erstflug:

Leider ist der Erstflug nicht ganz so gut verlaufen wie ich es wollte, aber es war nicht der Fehler des Modelles sondern die Aufregung und auch ein paar kleine Fehler meinerseits die dazu führten, dass das Bugfahrwerk aus dem Motorspant ausgerissen wurde. Mein erster Fehler waren die Ruderausschläge die ich eingestellt habe!!! Viel zu groß und nicht nach Bauanleitung hat das Modell dann eher ein Flugverhalten wie ein Funflyer gezeigt und jeder kleine Ruderausschlag wurde gleich ganz gewaltig umgesetzt. Speziell das Seitenruder sollte für den ersten Flug auf die vorgegebenen Ausschläge eingestellt werden, weil dieses ganz gewaltig reagiert und im Endeffekt bei der Landung fast für eine Katastrophe gesorgt hätte. Das Modell reagiert relativ stark auf Seitenwind und das sollte nicht unterschätzt werden!!! Ansonst fliegt es aber sehr gut und auch Kunstflug ist kein Problem, selbst Messerflug ist mit diesem Flugzeug ohne weiteres möglich. Anfangs habe ich mich nicht getraut die Landeklappen ganz auszufahren, was ebenfalls ein Fehler war!!!!! Erst nach mehreren Flügen habe ich es ausprobiert und man glaubt es einfach nicht wie langsam die Robin wird OHNE negativen Erscheinungen. Die Maschine fliegt dann fast schon wie ein Drache auf einer Schnur gehalten und sie zeigt es durch schaukeln an wenn ihr die Strömung dann schön langsam doch zu wenig wird.
Für die Landung einfach die Klappen in grosser Höhe komplett raus, die Maschine fallen lassen und kurz vor dem Boden die Nase hoch, schon ist die Vorwärtsgeschwindigkeit wieder weg und sie schwebt nur mehr herein. Aber Achtung: entweder Motor auf Schleppgas oder sofort aufsetzen sonst verliert sie rasch an Höhe und plumpst auf das Fahrwerk und es sind doch immerhin 10,3 kg die hier bewegt werden.

Fazit:

Etliche Passungenauigkeiten korrigiert, bekommt man danach doch für einen sehr günstigen Preis ein bildschönes Modell, dass viel Freude beim Fliegen bereitet und trotzdem noch problemlos in ein Fahrzeug passt, sofern es sich um einen großen Kombi handelt... :-))) Mit voll gesetzten Klappen (90°) ist es eine Schau in Schrittgeschwindigkeit über den Platz zu schweben und auch einfacher Kunstflug ist kein Problem. Von mir gibt es für dieses Modell eine Kaufempfehlung!

Für Detailfragen stehe ich gerne zur Verfügung und meine Mailadresse erfahrt ihr unter www.mfv-eistenstadt.at

Mit Holm- und Rippenbruch

Günter Pichler
MFV Eisenstadt - Sankt Georgen
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