Ing. Bernhard Rögner

Zulassungsverfahren für Flugmodelle über 25kg

Flugmodelle mit mehr als 25 Kilogramm bis zu 150 kg dürfen nur mit einer behördlichen Betriebsbewilligung geflogen werden. Seit Dezember 2015 ist unter Anwendung des §140 b) der ÖAeC Kommission FAA die zuständige Luftfahrtbehörde zur Erteilung solcher Bewilligungen. Für Modelle dieser Art wird der Ausdruck FM25 verwendet.

Was ist eine Betriebsbewilligung?

Eine Betriebsbewilligung ist immer auf einen Bewilligungsinhaber ausgestellt, der Halter des Modells, und damit für den Betrieb verantwortlich ist. Der Halter kann jedoch auch anderen Personen gestatten, das Modell zu fliegen, wenn sie in der Bewilligung als Piloten eingetragen sind. Eine Eintragung ist nur möglich, wenn sie im Zuge des Verfahrens die notwendigen theoretischen Kenntnisse und die sichere Steuerung durch Absolvierung zweier Flüge nachgewiesen haben.

Welche Richtlinien sind zu beachten?

Gemäß dem österreichischen Luftfahrtgesetz §24 c) (3) ist für den Betrieb eines FM25 eine Bewilligung erforderlich. Details über die erforderlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer solchen Bewilligung sind im, nach LFG §24 h), vom ÖAeC/FAA veröffentlichten Lufttüchtigkeitshinweis LTH-MF01 enthalten. Die technischen Anforderungen an die Modelle sind in den Lufttüchtigkeit- Standards der jeweiligen Modellart festgelegt.

Wer ist für die Einhaltung der Richtlinien verantwortlich?

Der Bewilligungswerber muss der Behörde glaubhaft nachweisen, dass er alle gestellten Anforderungen für einen sicheren Betrieb erfüllt und sein Modell den technischen Vorschriften entspricht. Der Nachweis erfolgt durch entsprechende Dokumente wie Pläne und Zeichnungen, Berechnungen, Berichte über durchgeführte Versuche, Handbücher, Checklisten und Betriebsanleitungen von Komponenten.

Wie läuft das Verfahren ab?

Für das Verfahren ist ein schriftlicher Antrag beim ÖAeC/FAA zu stellen, der neben den persönlichen Daten die Type und Art des Modells, ein Foto und eine Dreiseitenansicht mit den Hauptabmessungen, sowie die Kopie eines amtlichen Lichtbildausweises zum Nachweis der Identität enthalten muss. Eine Werknummer ist ebenfalls anzugeben, die individuell selbst zu wählen ist (z.B.: NN01 …. für Vorname und Nachname – und Nummer).

Aufgrund des gestellten Antrags werden dem Bewilligungswerber die Antragsunterlagen zugesendet. Es sind dies mehrere Formularseiten die zur genauen Beschreibung des Modells dienen. Nur sorgfältig ausgefüllte Unterlagen ermöglichen eine zügige Bearbeitung und die Vorbereitung der im nächsten Schritt erforderlichen physischen Prüfung.

Was ist die physische Prüfung?

Nach Prüfung der Antragsunterlagen und der Dokumente wird mit dem Bewilligungswerber der Ort und Termin für die Durchführung der physischen Prüfung vereinbart. Die Prüfung besteht aus einer technischen Begutachtung des Modells und einer Prüfung im Flug. Je nach Erfordernis finden dabei auch eine Wiegung, Standlauf, Lärmmessung Reichweitenprobe und Belastungsversuche von tragenden Strukturen (wenn hiefür keine Nachweise vorhanden sind) statt. Die Prüfung im Flug dient zur Beurteilung des Flugverhaltens des Modells und auch zum Nachweis der praktischen und theoretischen Fähigkeiten des Piloten.

Was dient zum Nachweis der theoretischen Kenntnisse?

Gemäß LTH-MF01 ist für die Erlangung einer Betriebsbewilligung erforderlich, dass der Bewilligungswerber bereits mit größeren Flugmodellen, die jedoch unter 25 Kilo Masse hatten, Erfahrungen gesammelt hat. Zusätzlich sollte er den Besuch eines Theoriekurses für FM25 nachweisen. Wenn dies nicht der Fall ist, so wird bei der Flugprüfung durch den Prüfer in geeigneter Weise festgestellt, ob entsprechende Mindestkenntnisse vorhanden sind.

Wie kann ein Belastungsversuch selbst durchgeführt werden?

Um einen Belastungsversuch durchführen zu können, müssen die Lasten und die Positionen an denen sie aufzubringen sind bekannt sein. Nach Übersendung der Antragsunterlagen besteht die Möglichkeit, einem Bewilligungswerber diese Daten bekannt zu geben. Wenn er die Versuche selbst durchführen möchte, so ist bei deren Dokumentation die Durchbiegung des Bauteils festzuhalten. Es ist einmal vor dem Aufbringen der Last der Abstand zum Boden zu messen, dann bei aufgelegter Last und anschließend nach der Entlastung. Es darf zu keiner bleibenden Deformation kommen. Die Messwerte nach der Entlastung müssen also den gleichen Wert wie vor der Belastung ergeben.

Dowloads: Alle notwendigen Dokumente finden Sie hier:   ...... weiter