informatives/interessantes

Tanklage, Motorlage und Spritversorgung

(Dieser Artikel ist eine für "prop" adaptierte Internetanfrage-Antwort über hohe Tanklagen bei hängenden Motoren.)

Ein hochliegender Tank ist ganz schlecht und ein prinzipielles Problem bei hängenden Motoren. Die ausserdem noch von unten zusätzlich Motorschädigendes aus dem Bodenbereich ansaugen.
Vor dem dazu folgenden Richtigkeitsbeweis noch eine Tatsache aus jener Zeit, in der Modellmotore nicht einmal einen Schalldämpfer, geschweige denn mittels Druckanschluss eine Spritförderhilfe hatten.
Wir flogen damals auch Kunstflug und das hat ohne Motorabsteller funktioniert, weil die Motore STEHEND montiert waren und der Tank einige cm tiefer lag. Das einzige Problem war das Überfetten beim (gedrückten) Rückenfluglooping. Siehe dazu u.a. Beispiel Nr.3!

Der Wahrheitsbeweis, dass ein Tank, besonders fürs Hovern und Torquen möglichst tief liegen soll:

Stellt Euch bitte vor, bei senkrecht nach oben gehaltenem Modell wäre für diese Rechenbeispiel der Spritspiegel genau 10 cm unter dem Vergaser.
Jetzt wieder in Modell in Horizontallage:

Beispiel 1): Vergaser und Spritspiegel in gleicher Höhe, daher Saugdifferenz in Horizontallage NULL; Motor läuft zufriedenstellend:
Beim Senkrechtstellen muss der Vergaser, Drucksystem und Motorrest jetzt bei diesem Beispiel 10cm Druckdifferenz verkraften, ohne abzumagern mit allen möglichen Folgen. War der Motor etwas auf der fetten Seite eingestellt, wird es wohl keine Folgen geben.

Beispiel 2) Spritniveau 10cm ÜBER Vergaser (hoher Tank):
Düsennadel muss gegen Überfetten am Boden etwas mehr geschlossen werden als bei Beispiel 1)
Jetzt senkrechtgestellt liegt der Spritspiegel 10 cm UNTER dem Vergaser. Und jetzt muss der ohnedies magerer gestellte Vergaser 20cm Differenz (10 ÜBER, aus der horizontalen Modelllage, plus 10 UNTER, aus der vertikalen Lage) verarbeiten. Überhitzen beim Hovern und/oder Abstellen, besonders bei zu magerer Einstellung, GARANTIERT. Wenn nicht heute, dann morgen. Wenn zB. das Filter langsam unbemerkt dichtmacht.

Beispiel 3) Spritniveau beim am Boden stehendem Modell 10cm UNTER dem Vergaser, wie eben früher beim üblicherweise stehenden Motor. Die Düsennadel wird minimalst etwas mehr geöffnet sein für diese 10cm Steighöhe.

Jetzt Modell senkrecht stellen:

DAS SPRITNIVEAU IST NOCH IMMER DIE GLEICHEN 10cm UNTER DEM VERGASER, DruckDIFFERENZ für die Vergaserarbeit beim HOVERN daher NULL, der Motor magert jetzt auch beim minutenlangen Torquen weder ab, noch überhitzt er !!!
Dafür wird er im Rückenflug fetter, stört wahrscheinlich nur wenige Piloten.
Soweit zur Tanklage.
Rudolf Fiala
E-Mail: flugtechnik.fiala@utanet.at
FMBC-Vienna
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