 Hier eine Darstellung, warum man entgegen dieser vorgefassten Meinung solche Zellen auch dem Alltagsmodellflieger empfehlen kann.
Dass die technische Innovation der Akkuzellen an der stürmischen Entwicklung des Elektrofluges den Hauptanteil einnimmt, ist unbestritten. Ob bei Nickel-Cadmium oder Nickel-Metallhydrid, ununterbrochen wird an den Leistungsparametern verbessert.
Die Kenntnis, dass Hochkapazitätszellen mehr der Dauerstromentnahme und Hochstromakkus den Amperefressern dienen, sei vorausgesetzt. An Hand zweier Beispiele soll nun aufgezeigt werden, wie sehr sich nicht nur eine angepasste Auswahl lohnt, sondern warum gerade selektierte Hochstromzellen durchaus im Alltagsmodellflug eingesetzt werden sollten.
Unter theoretischer Energiedichte (TE) in Wh/kg versteht man, wie viel Amperestunden mal Spannung pro Zelle, im Verhältnis zum Gewicht, sich in einer Zelle breit machen (Ah * 1,25 V / kg). Letzter Stand der Hochenergiezelle: SANYO NiMH Twicell 2100 = 97 Wh/kg!!! Dies stellt einen Traumwert für NiMH AA Mignon-Zellen dar, denn erst gestern war man noch mit der Hälfte dieses Wertes zufrieden. Der hohe Innenwiderstand von 24 mO bringt es allerdings mit sich, dass der Wirkungsgrad h dieser Zelle bei adäquater Belastung (bis max. 8 A), etwa dem der guten Hochstromzelle (bei max. 30 A) entspricht. (h = Akkuspannung unter Last / Urspannung von 1,25 V pro Zelle). Die Beschaffung dieses Akkutyps sollte kein Problem darstellen.
Anders sieht es bei den gepuschten, selektierten Zellen aus. Hier beschäftigen sich Spezialisten mit beträchtlichem Aufwand, mittels verschiedenster Methoden, die Hochstromeigenschaften, u.a. durch Senken des Innenwiderstandes, zu verbessern. Welch gewaltiger Unterschied heutzutage zwischen einem 'Normalakku' und einem 'Spezialpack' besteht, geht aus folgendem Vergleich hervor: ein bei Alltagsmodellfliegern noch immer häufig eingesetzter 7-zelliger Graupner SANYO-2000 CUP oder Ähnliche, hat ein Gewicht von 418 g! Wird dieser Akku mit hohen Strömen belastet, geht die Spannung beträchtlich ein und schlussendlich auch die vom Propeller ersehnte Motorwellenleistung.
Ein von der Firma HOPF, BRD behandelter Toshiba-Sanyo Akku TS 1700 AUP, Größe nur 4/5 AF statt SUB C, auf 8! Zellen konfektioniert (obige Abbildung), wiegt nurmehr 280 g!!! Sein Innenwiderstand beträgt 4,0 mΩ. Bei 30 A Belastung entspricht der Spannungsabfall eines heißen Akkus * (siehe weiter unten) der Maximalbelastung eines Hochkapazitätsakkus und der Spannungsverlauf ist über einen weiten Bereich sehr flach. Das bedeutet, bestückt man ein Flugmodell mit so einem Akkupack gegenüber dem Vergleichstyp, sinkt die Flächenbelastung des Modells beträchtlich. Die Kraftflugzeit bleibt nahezu gleich. Sinkgeschwindigkeit und Steigfluggeschwindigkeit werden spürbar besser. Zur verbesserten Steigflugfähigkeit trägt nicht nur die höhere Spannungslage der Einzelzelle bei, sondern natürlich auch die Erhöhung auf 8 Zellen. Dies alles führt zu einer nicht unbeträchtlichen Verlängerung der Gesamtflugzeit, was auch dem Alltagsmodellflieger nicht egal sein dürfte.
So eine Luxuszelle verlangt entsprechenden Umgang. Mit mehr als 30 A sollte man sie nicht belasten. Vorsicht beim Laden mit Automatikladern: hier kann die Erkennung des Akkus falsch erfolgen und die Ladeströme erreichen dann nicht gerade wohltuende Spitzen bis zu 9 A.
* Bemerkenswert ist der Hinweis zu dieser NiMH-Zelle, sie nicht 'kalt' in ein Modell einzusetzen, also 'heiß', da sonst die Spannungslage bei der Entnahme von hohen Strömen deutlich nachlässt. Anzuraten ist daher Laden unmittelbar vor dem Flug mit etwa 3 A. Man kann davon ausgehen, dass bei einem 8 Zellen Akku der Unterschied zwischen 'kalt' und 'heiß' ca 1 V beträgt. Ein kalter 8 Zeller ist dann ein 7 Zeller!
Zur Lagerung der Akkus: Zelle auf 0,9 V entladen, nach einer Woche ca 200 mA einladen, dies dann monatlich wiederholen. Der Kauf von nach Innenwiderstand selektierter Zellen ist Vertrauenssache.
Eine gute Adresse ist: z.B.: www.hepf.at, E-Mail: m.pfeiffer@aon.at, schriftlich oder telefonisch: Fa. Hepf Modellbau, Feldgasse 5, 6342 Niederndorf/Tirol, Tel.: 05373 57003. Hier kostet eine Zelle € 5,04.
Nachsatz: die Wunderzelle!
Soeben traf ein neues Testmuster von Hepf-Modellbau über eine Hochleistungszelle der Spitzenklasse ein.
Es handelt sich um die Type SANYO A-TS 1950 FAUP P&M. Gewicht: 38g, Zellengröße: Durchmesser 18 mm und Länge 43 mm, Kapazität 1,95 Ah. Wegen ihres sehr niedrigen Innenwiderstandes von unter 3 mOhm eignet sie sich für höchste Belastungen, obwohl ihre theoretische Energiedichte satte 64 Wh/kg beträgt. Preis pro Zelle € 5,75. Siehe auch unter www.zubehör.hepf.at/akku/.
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