informatives/interessantes

Konstantspeed mit querliegendem Tankpendel

Teil 1
Nach 2 Jahren Erprobungszeit in diversen Funflyern, die die Richtigkeit dieses Konzeptes zeigten, einige Anregungen für ein QUER zur Flugrichtung eingebautes Tankpendel, in einem, wenn platzmäßig möglich auch querliegendem Tank. Ansonsten eben an der Seitenwand eines längsliegenden Tanks.
Begründung:
Bei aerodynamisch gebremsten Abwärtsfiguren - leichtes Modell und/oder kleine Propellersteigung, eben dem Konstantspeedstil entsprechend - fällt der Sprit nach vorne und ein längs eingebautes Tankpendel steht dann in den spritlosen Tankraum, gefüllt mit einem Gemisch überwiegend aus Auspuffgasen! Von Vorteil ist es somit, wenn das Pendel dem Sprit nach vorne folgen kann.
Ein weiterer Vorteil:
Der Tank kann bis fast zum letzten Tropfen ausgelutscht werden, es kann somit weniger Sprit(=Gewicht) mitgeführt werden.

Nachteile:
1) je nach Pendelelastizität steht das Pendel u.U. in EINER Messerflugseite aus dem Sprit. In diesem Fall dreht der Motor allerdings eher schnell und langsame Rollen sind kein Problem.
2) bei zu langem Flug stellt der Motor eventuell schlagartig ab und warnt nicht durch blasenbedingtes Herumkotzen vor.

Nicht mehr unbedingt notwendig:
Headertanks und/oder ein übergroßer Tank mit einem kurzen Pendel, das zB. bis zur halben Spritmenge auch immer im Sprit ist. Bei dem eigentlich die Hälfte der Spritmenge (Gewicht!) nur zur Blasenverhinderung mitgeführt wird.

Realisierung:
Bei meinem Diablotin 2000 liegt ein ganz normaler Graupner 400ccm-Tank möglichst tief(!, siehe Motorlage-Artikel) direkt hinter dem Motor (ST20/23) quer zur Flugrichtung. Daher mit kürzestmöglichem Sprit-Ansaugweg! (Den Dia 2000 habe ich aus Erfahrungsgründen mit dem 1,55m und dem Mini als Rohbau bestellt, daher konnte ich die Motoraufhängung nach meinen Vorstellungen verwirklichen.)

Bei schmalen Rümpfen habe ich das mittels nestbarer Katzenfutterdosen verwirklicht, die vor der Bodenverlötung einen Pendelanschluß in die Seitenwand=Dosenboden erhielten. Beim sehr schmalen Minidiablotin habe ich einen Pendelnippel gedreht, der mittels eines eingelöteten 90Grad-Anschlusses innerhalb des Tanks die Verbindung per Schlauchstück entlang der Tankseitenwand(=Dosenboden)zu dem vorne oben liegenden Entnahmenippel garantiert.

Die Erfahrungen sind derart positiv - absolut keine Motorhusterei oder Absteller durch (Auspuffgas!-)Blasen aus dem Tank - dass es mir unverständlich erscheint, dass Tanksysteme dieser Auslegung für Funflyer nicht schon lange allgemein in Verwendung sind. Bei Pumpenvergasern kommt allerdings wenigstens nur Benzindampf-Luftgemisch ohne Auspuffgase in die Spritversorgung, aber auch hier ist der Gewichtsvorteil durch weniger Sprit an Bord für eine völlig blasenfreie Spritversorgung bedenkenswert. Umso mehr, da ja bei großen Modellen genug Platz für Spritentnahmen an der Tankseitenwand vorhanden ist.

Seit fast mehr als zwei Jahren liegt eine druckfertige Dokumentation samt Teilefotos und Tankfüllungs-Vergleichsfotos bei verschiedenen Modelllagen über dieses Thema bei MFI. Ich finde es schade, dass es zum Nutzen fast aller Flieger noch immer nicht veröffentlicht ist. Andererseits ist dieser in der Tischlade schlafende Artikelentwurf, plus noch mehrere zwischenzeitlich veröffentlichte andere, der Grund, warum ich mich jetzt seit Juni 01 per Gastgebercomputer im Internetforum RCOnline bewege.

Teil 2
Es kam per Internet die Frage an mich, wie man unklebbare Tanks vor dem Motorspant gleich hinter dem Motor befestigt.

Ich habe beim Diablotin 2000, nach abstützen der Motorträger mittels 4 mm Kohlefaserstäben nach unten zum Motorspant hin, einen 400 ccm Graupner-Tank quer unter Zugabe von ausreichend Silikon gegen den Motorspant, eigentlich richtiger Brandschott gedrückt und das 2 Tage in Ruhe gelassen.
Damit entstand ein formschlüssiges Bett für den Tank und gegen dieses habe ich ihn dann letztendlich mittels textilarmierten 6mm Gummibändern aus dem Segelshop (oder manchen Bauläden) und vorherigem Setzen von 4 Hakenschrauben fixiert. Ohne ihn nochmals herunterzunehmen, ein bisserl klebt er durchs Vakuum natürlich schon. Warum sollte ich das zerstören. Hält schon 10 Monate.
Für wichtig halte ich es allerdings bei Tanks direkt hinter dem Motor in einer Cowling, den Tank mittels dazugespannter Alufolie vor den heißen Motorabwinden zu schützen (detto die CFK-Motorträgerabstützungen und das Textil-Gummiband!), sonst wird der Flug immer fetter, weil der erwärmte Sprit dünnflüssiger durch den Düsennadelkonus fließt. Theoretisch, durch meinen Aluschutz ist diese Vermutung noch nicht hochsommerlich verifiziert.

Und wenn's nichts nützt, schadet´s auch nicht.
Bedenkenswert sind auch manche Tankgewohnheiten:
Durch das Rücktanken des durch die Auspuffgase mit Staub, Motorabrieb, Verbrennungsprodukte etc. etc. verdreckten Sprits aus dem Modell, wird der Sprit im Vorratskanister auch immer mehr verunreinigt !!
Lösung:
nicht Rücktanken, sondern zum Hangarieren mit "Kurzschlussrohr" Tankschlauch und Druckanschlussschlauch, wie die Benzinflieger das auch machen, verbinden. Oder viele von uns gleichartig beim Tankkanister ohnedies auch.
Dass der Druckanschluss am Auspuff nicht an die tiefste (und wegen der Rückenflüge höchste) Stelle gehört, sei nur sicherheitshalber für unsere Newcomer erwähnt.
Rudolf Fiala
E-Mail: flugtechnik.fiala@utanet.at
FMBC-Vienna
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