Ohne die prinzipielle Idee der praktischen Wendelantenne (WA) in Zweifel zu ziehen, folgende bauartbedingten Nachteile:
Die WA ist durch ihren Überzug optisch nicht kontrollierbar! Es können somit Wendeldrahtbrüche und Kontaktfehler im Übergangsbereich von Antennenfuß zum Wendel nicht einfach, am Flugfeld praktisch überhaupt nicht, erkannt werden. Es scheint somit sinnvoll zu sein, elektron. Prüfmethoden anzuwenden, wie Scanner diversester Art, uralt-Feldstärkemesser oder (nicht mehr modelltaugliche) PPM-Fernsteuerempfänger mit gekürzter oder zusammengerollter Empfängerantenne, um die als vorhanden angenommene Antennenleistung immer wieder zu überprüfen.
Die Beurteilung der Leistung einer WA oder sonstigen Kurzantenne kann man auf einem Testgelände durch einen Reichweitenvergleich mit einer Original-Teleskopantenne mit praxisgerechter Genauigkeit durchführen.
Prozedere:
Ein Kollege hält den voll Teleskopantenneversehenen Sender fluggerecht in der Hand - der Körper ist ein wichtiges elektron. Gegengewicht!- und dann heißt's marschieren, bis ein am Empfänger angeschlossenes Servo signifikant zu zucken beginnt. Da das bei gekürzter Empfängerantenne eines nicht mehr im Modell eingesetzten Empfängers noch im Sichtbereich der beiden Experimentatoren passiert, kann jetzt auf Zeichen leicht auf die Wendelantenne gewechselt werden.
Das (die) Servos werden jetzt massivst zucken oder sich überhaupt nicht mehr bewegen. Wenn man jetzt auf den Sender zugeht, wird es einen Punkt geben, an dem das Zuckverhalten des (der) Servos gleichartig ist wie vor dem Wechsel zur Wendelantenne.
Wenn jetzt diese Entfernung zum Sender z.B.. 70% der mit der Teleskopantenne erreichten Funkstrecke ist - wie erlebt -, dann hat die Wendelantenne nur die halbe Praxisleistung einer Teleskopantenne (0,7 mal 0,7 gleich 0,49). Sollten man überhaupt nur die halbe Entfernung erreichen, so ist die an der Empfängerantenne verfügbare Leistung überhaupt nur mehr 1/4 der Teleskopantenne.
Mit einem Scanner und einer kurzen Scanner-Antenne (wenige cm) funktioniert das ähnlich. Beurteilt wird natürlich dann das Sendesignal akustisch, mit Einbeziehung der Squelch-Funktion oder auf einer vorhandenen opt. Anzeige.
Wichtig ist auf jeden Fall der Vergleich der zwei Antennentypen, Absolutmessungen(?) nur einer Antenne sind nicht aussagekräftig.
Mit zwei Sendern auf verschiedenen Frequenzen und dann mit 2 zu vergleichenden Antennen funktioniert das Verfahren natürlich auch, besonders mit einem Scanner. Mit dem Fernsteuerempfänger als Pseudoscanner ist aber nur das o.a. Wechselverfahren empfehlenswert.
So lange man alleine nahe am Sender fliegt, oder alle Anwesenden mit Kurzantenne in 10 Meter Umkreis zusammenstehend(!), geht das ja noch. Wenn aber einer mit Teleskopantenne voll abstrahlt, womöglich noch mit einem Uraltsender mit 500 mW Abstrahlleistung und womöglich noch in einer anderen Fluggelände-Ecke, gibt's 'Partnerschaftsprobleme' und u.U. Trümmer.
Ach ja, und der Windfaden in Bauchnähe zeigt auch falsch an.
KEINESFALLS darf man auf den Vorflug-Reichweitentest des Modells, üblicherweise mit einem Teleskopantennenglied vergessen. Als WA-Benützer braucht man dafür die normale Teleskopantenne oder, GEWINDE-schonender, ein entsprechendes ISOLIERTES Drahtstück mit außenisolierter(!) Krokoklemme. Und nachher schraubt man erst die WA an.
Da immer wieder der Sinn des Vorflug-Reichweitentests hinterfragt wird: Letzten Endes dient er nur zur beruhigenden Funktionsprüfung der doch mechanisch beanspruchten EMPFÄNGER-Antenne oder der Bestätigung über eine wie schon früher vorhandene Empfangsleistung an der hoffentlich immer gleichen Servozittergrenze. Mehr wirklich nicht, aber das scheint mir doch sehr wesentlich zu sein. Das Selbiges von manchen Piloten prinzipiell unterlassen wird, erstaunt mich immer wieder.
EMPFÄNGERQUARZE kann man mit der o.a. Funkstrecken-Methode auch gut prüfen. Hier kann - soll - allerdings der Sender mit nur ca. 2 ausgezogenen Teleskopgliedern abgestellt sein und sich niemand im Nahfeld des Senders befinden. Wenn man jetzt an der Zittergrenze bei voller Antennenlänge eines Empfängers Quarze verschiedener Provenienz einsteckt, wird man deutliche Unterschiede merken. Festzuhalten ist allerdings, dass mit dieser Methode natürlich nur die Frequenz-'Harmonie' zwischen DIESEM Sender und DIESEM Empfänger und somit nur DIESES Quarzpaares getestet wird.
Bei einem anderen Senderquarz oder Empfänger kann sich ohne weiteres ein anderer Empfängerquarz als 'matched' Gruppenbester herausstellen.
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