Bericht von der ersten österreichischen Meisterschaft F3K, Schleudersegler

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   Am 10. Juni 2004 wurde in Berndorf (Niederösterreich) die erste österreichische Meisterschaft der Schleuderseglerklasse ausgetragen. Im zweiten Anlauf, der erste Versuch im Oktober 2003 ging "baden".

Nochmals kurz zur Aufgabenstellung dieser recht jungen Wettbewerbsklasse: Es werden ferngesteuerte Segelflugmodelle mit maximal 150cm Spannweite und maximal 600g Gewicht mit der Hand gestartet um gewisse Zeitflugaufgaben zu erfüllen. Die Anzahl der verwendeten Servos zur Steuerung ist unbegrenzt. Es wird in einem definierten Start- und Landefeld in Gruppen gleichzeitig gestartet, was die Chancengleichheit erhöht. Genauere Details ersuche ich im Prop (Juni 2002) , bzw. im Internet (www.prop.at /berichte/was ist f3k?) nachzulesen.

Nun zur ÖM selbst: Danken möchte ich im Namen aller Teilnehmer der Juri LSL Otto Schuch und dem veranstaltenden Verein, dem MBC Hernstein. Die Organisation, die Wettbewerbsleitung und das Büffet hat wunderbar geklappt.

Bei strahlendem Sonnenschein konnte der erste Durchgang gestartet werden, Flugaufgabe 4 mal 2 Minuten in 10 min Rahmenzeit. 28 Teilnehmer wurden in 3 Gruppen zusammengelost, eine mit 10 und zwei mit jeweils 9 Teilnehmern. Das bedeutete "viel Verkehr in der Luft". Wie erwartet konnten sich hier die Favoriten in ihren Gruppen durchsetzen. Für Heinz Pfaffinger, Mathias Gerstgasser, Wolfgang Zach, Peter Hoffmann und Gschiesl Hans Jürgen gab es die 1000er. Wetterumschwünge sind im Jahr 2004 ja nichts ungewöhnliches, so zeigte sich auch im 2. Durchgang, wie schnell alles anders werden kann. Die neu zusammengeloste erste Gruppe startete bei noch recht schönem Wetter in die nächste Runde: 3mal 180 Sekunden. Der aufkommende Wind brachte so richtig Würze in den Bewerb, fliegerisches Können wurde belohnt. Gschiesl machte den 1000er. In der 2.Gruppe wurde es dann so richtig resch. Das aufziehende Schlechtwetter schickte sturmartige Windböen voraus. Manche Flieger wurden schon im Start derart verblasen, das an einen Flug mit Landung im Landefeld nicht zu denken war. Besonders aufgefallen ist mir Daniel Madzia, der 16 jährigen Oberösterreicher (Shootingstar 2003, Jugendmeister...) Daniel konnte den Wind für enorme Starthöhen nutzen, beim 2. Start rissen jedoch die Anlenkungen der Querruder ab, das Modell wurde im Nachbarfeld "zwischengelagert". Mit seinem Ersatzmodell machte er weiter. Und das war für mich die eigentliche Sensation dieser ÖM. Daniel hat aus einem alten kaputten Flügel (vom Shark) einen neuen kleineren Flieger gebaut. Er hat die zerfetzten Randbögen durch Balsateile ersetzt und die Spannweite auf 110cm reduziert. Ein Eigenbaurumpf aus 0,4mm Sperrholz rundet die Sache ab, Endprodukt.: ein nur 140g !!! leichter HLG mit nur 2 Servos (Quer/Höhe) Die Starthöhen und die Wendigkeit vor allem bei diesem starken Wind waren fantastisch. Einfach toll was er mit einfachen Mitteln und geringem finanziellem Aufwand zustandegebracht hat. Er zeigt uns, das hier nicht nur die, aus dem Ei gepellten, Topmodelle gewinnen können. (Was im Vorfeld der ÖM noch diskutiert und getüftelt wurde...und dann das!!!) Jedenfalls ging Daniel hinter Heinz Pfaffinger als Zweitbester seiner Gruppe vom Platz. Dann setzte Regen ein und eine Zwangspause für die Piloten forderte der Crew vom Buffet alles ab, nochmals danke! Nach etwa einer Stunde war der Spuk (und Regen) vorbei und der Bewerb konnte bei wieder ruhigerer Luft mit der 3.Gruppe fortgesetzt werden.

Es folgten Phasen mit guten thermischen Bedingungen und Zeiten mit "toter Luft". Jetzt konnten die Teilnehmer mit ihren Allroundeigenschaften punkten. Generell kann man sagen, das diese Meisterschaft für jeden Teilnehmer etwas zu bieten hatte. Bei toter Luft waren die Teilnehmer mit den besten Starthöhen vorne. Einfaches Abgleiten der erreichten Wurfhöhe machte die Flugzeit aus, und wer 2m höher geworfen hatte, konnte bis zu 20 sec. Länger fliegen. In den thermischen Phasen waren all jene gut dran, die Ablösungen gut aufspüren und vor allem auch ausfliegen konnten. Und im Sturm waren die kontrollierten Draufgänger die Sieger. Ein wenig Glück gehört natürlich schon auch noch dazu. Jemand der 2 Modelle durch Midair (Zusammenstoß in der Luft) verliert, hat eben dieses Glück nicht ....

Das beste Paket aus all diesen Faktoren machte dann den ersten österreichischen F3k-Meister aus. An der Spitze ging's dann recht knapp zu, wie auch schon aus vergangenen Bewerben zu erwarten war. Durchgesetzt hat sich dann Peter Hoffmann, er ist hiermit der erste österreichische Meister der Klasse F3K. Zweiter wurde der freudestrahlende Mathias Gerstgasser. Matthias war in den letzten Bewerben immer hautnah dran, diesmal hat es geklappt. Seine Starthöhen sind wirklich toll, das sollte man gesehen haben. Besonders freut mich, das Daniel Madzia mit seinem Recycling- Flieger den 3. Gesamtrang erreicht hat. Er ist damit auch der erste österreichische Jugendmeister F3K. Er zeigt uns, das auch mit geringem finanziellen Aufwand Wettbewerbsfliegerei machbar ist.

4.Platz an geht an Wolfgang Zach, der Entwickler und Thermikpapst schlechthin. Er hat ein neues Leitwerk entwickelt. Er hat lange Zeit herumgetüftelt um die wirkenden Kräfte in den Griff zu bekommen. Das Ergebnis sieht in der Ansicht längs der Flugachse wie ein Mercedesstern aus. Vorteil, ein Randwirbel weniger als beim Kreuzleitwerk, weniger Gewicht. Das Rollmoment am Leitwerkshebelarm entspricht dem Rollmoment des gewünschten Flugzustandes. Wolfgang ist bei toter Luft etwas benachteiligt, da er durch seine Verletzung keine guten Starthöhen erreichen kann.

5. Platz geht an Heinz Pfaffinger. Wäre eine Wertung für Luftcrashs vorgesehen, hätte er gewinnen müssen. Er hat 2 Modelle bei Kollisionen verloren, somit auch wertvolle Flugsekunden, die eine bessere Platzierung ausgemacht hätte. Das an der Spitze jede Reihenfolge möglich ist, kann man aus der Tatsache erkennen, dass eine Woche zuvor beim Contestbewerb in Chomutov die Reihung der Österreicher so ausgesehen hat: 1. Pfaffinger, 2. Hoffmann, 3. Madzia, 4. Gerstgasser. (Zach war aus privaten Gründen nicht dabei). Ich finde das erwähnenswert, weil hier die Lebhaftigkeit der F3K Szene zu sehen ist. Schlagwort. Schuhmacher- gähn!

Die Jugend mischt bei den "Alten" kräftig mit. David Kauran belegt den guten 12. Gesamtrang und wird in der Jugendwertung Österreichischer Vize. Er macht es seinem Vater Mathias Gerstgasser gleich, die beiden 2. Platzierten nehmen ihre Preise mit nach Hause in die Südsteiermark. Den 3. Platz in der Jugendwertung belegt Markus Leeb. Er konnte im dritten Durchgang sogar den 1000er für sich verbuchen.

Zusammenfassend kann man sagen, bei diesen österreichischen Meisterschaften der Klasse F3K war die Chancengleichheit für Jung und Alt, Spürnasen und Superwerfer, Materialwichser und "einfach nur Flieger" gegeben, ein toller Bewerb und eine gute Werbung für die Schleudersegler.

Mehr Info über Schleudersegler auf Werner Starks Seite: http://members.aon.at/wstark/bobo/

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Mario Testory 
Fotos: Christian Wörister
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