Neues von der Elektro-Schlepperriege aus Lienz / Osttirol
Am letzten Septemberwochenende fand in Lienz das "2. Osttiroler E-Schleppmeeting" statt. Die lange Nennungsliste ließ auf viele interessante Vorführungen hoffen. Doch leider spielte das Wetter an beiden Tagen nicht wirklich mit. So konnten die trotzdem angereisten und wetterfesten Piloten zwar nur wenige Flüge absolvieren, für die Fachdiskussionen blieb hingegen in der Clubhütte bei fürsorglicher Verpflegung durch die Vereinsdamen genügend Möglichkeit.
Fachliches Ziel war es, die verschiedenen Modell- und Antriebsvarianten in der Praxis zu beurteilen, wobei Lärmpegel und Zugleistung besondere Beachtung erfordern sollte. Die dafür vorgesehenen Messungen konnten wetterbedingt allerdings nicht vollständig durchgeführt werden.
Fliegerisch war zu sehen, dass der Elektroschlepp heute schon zum Alltagsbetrieb gehört, allgemein gut beherrscht wird und ausgereifte technische Komponenten in allen Größen zur Verfügung stehen, sodass kraftvolle und leise Steigflüge möglich sind aber leider auch die Geldtasche ordentlich strapazieren!
Im Clubbetrieb bevorzugt wird meist das "Zweckschleppen" - also das möglichst schnelle Hochziehen vieler unterschiedlicher Segler. Weiters werden wegen ihres eleganten Flugbildes auch die Schleppzüge immer größer. Beides erfordert dann stärkere Antriebe und damit ist auch der Lärm wieder ein Thema geworden.
In Lienz dürfen es max. 82 dbA / 7m sein. Dies ist mit den Außenläufern, entsprechenden Schrauben und bis 10S Li-Zellen für Segler bis ca. 8 kg kein großes Problem. Bei mehr Li-Zellen und über 7000 U/min wird diese Grenze jedoch schnell erreicht. Dann bedarf es genauerer Abstimmung der Antriebskomponenten (ev. Verwendung eines Getriebes).
Modelle:
Stärkster Schlepper war der große und wunderschöne Doppeldecker von Florian Sporer aus Innsbruck, der mit seinem Plettenberg-Nabenmotor aber auch lauter war. Etwas fremdverwendet wirkte die Kunstflugmaschine als Schlepper schon, doch der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel!
Das größte E-Modell war die Piper J3 von MFC-Lienz Obmann Josef Bader mit Eigenbau-Getriebemotor (siehe unten) - eine gelungene Kombination.
Den idealen "Mittelklasseschleppzug" zeigten die Innsbrucker Piloten Dieter Wolf mit der mittleren Pilatus T. Porter und Kurt Sporer mit einer ASW. Solche Größenordnungen sind für "Otto-Normalverbraucher" noch budgetfreundlich, transportabel und machen beiden Piloten auch richtig Spaß.
Das wertvollste Gerät, eine "Voll-GFK-Augenweide" war die naturgetreue OMF 160 (RC-flight-academy) von Michael Sussitz.
Bei den Großseglern hervorzuheben sind der Duo Discus (6,06 m, 15 kg) von Heinrich Kleinlercher und die MG 19A (5,8 m, 10,5 kg, Bruckmann) von Josef Bader, die beide völlig problemlos auf Höhe gebracht wurden und dabei durch ihr majestätisches Flugbild begeistern konnten.
Abschließend noch eine interessante Getriebevorstellung, wie sie in Osttirol für größere Modelle bereits mehrfach verwendet wird: MFC-Lienz Obmann Josef Bader entwickelte ein Eigenbautriebwerk, welches von seinem Sohn Michael - von Beruf Dreher und Fräser - in Kleinserie gefertigt wird und nunmehr bereits 1 Saison lang wartungsfrei und bestens funktioniert: Die Drehzahl des in der Piper eingebauten AXI 5345/14 wird über ein Riemengetriebe 1,5:1 untersetzt. Die gesamte kugelgelagerte Antriebseinheit misst 17 x 11 cm (H x B) und wiegt mit Propeller und Motor ca. 2150 Gramm. Samt Antriebsakku 10S/1P/5000 mAh und JetiSpin 99 Regler wiegt das Kraftpaket 3,7 kg.
Mit der verwendeten APC 26/15 ergibt sich bei 4500 U/min und 80dbA / 7m ein Standzug von 13,5 kg.
Je nach Auslegung von Motor und Luftschraube (24 - 27") können Zugkraft und Lautstärke noch variiert werden. Verwendet werden kann dieser Antrieb für Modelle ab ca. 9 kg und wird z. B. auch in einer 2,2 m großen Stuka Ju 87 leistungsstark und leise eingesetzt.
Soweit einige Impressionen aus Lienz/Osttirol, eventuell als Impuls für ein neues Winterprogramm in der warmen Werkstatt.....
Weitere Bilder gibt es auf: www.modellfliegerclub-lienz.at
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