Faszination Karlsruhe 2010

Dieses Jahr war das Messegelände in Karlsruhe vom 25. - 28. März die erste öffentliche Modellbau Messe für alle Sparten des Modellbaues nach der Nürnberger Spielwaren Messe. Mit dabei war wieder die von der FMT- Redaktion initiierte Neuheiten Flugschau. Dieses Jahr feierte man ein kleines Jubiläum, denn es war schon die 15. Flugschau. An die 400 Aussteller (aus allen Sparten des Modellbaues) zeigten die aktuellen Neuheiten und ihr Produktprogramm.

Bis letztes Jahr war noch Sinsheim Heimat für diese Veranstaltung. Aber ich finde, der Ortswechsel hat der gesamten Veranstaltung gut getan. Die Hallen sind weitaus größer als in Sinsheim und was für die Neuheiten Flugschau besonders zählte, war der geringe Abstand zum Flugfeld von den Ausstellungshallen.

Da die Nürnberger Spielwarenmesse eine reine Händlermesse ist, bietet diese Veranstaltung die erste Gelegenheit im Jahr, die Neuheiten der Hersteller von den 'Endkunden' begutachtet zu werden. Alle namhaften Hersteller waren wieder anwesend und man konnte auch, wenn man etwas Glück hatte, sich genauer über ein Produkt mit den 'Produktmanagern' der Hersteller unterhalten.

In der riesigen Eingangshalle war für die Indoor - Vorführungen ein Flugraum, durch ein Netz gesichert, vorhanden. Mit einer Größe von ca. 25 x 25m erschien er etwas klein geraten zu sein, zumal ja genug Platz vorhanden gewesen wäre um eine größere Fläche abzusichern. Ein Fieseler Storch mit 2,1m Spannweite und eine für diese Verhältnisse riesige Christen Eagle waren die Hingucker der Flugdarbietungen. Ansonsten zeigte man die übliche Mischung aus Koaxial- Helis und Indoor Modellen.

Laut Angaben des Veranstalters wurden an die 56.000 Besucher gezählt. Eine deutliche Steigerung gegenüber Sinsheim. Beim Bummeln durch die für uns interessante Halle der Flugmodellhersteller und Händler trifft man wieder auf bekannte Händler, so etwa die Crew von Modellsport Schweighofer oder etwa Rudi Freudenthaler, der eben mal bei Power Box Systems eine Hand voll Elektronik abholte. Aber für ein paar Minuten Schwätzchen war dann doch noch Zeit.

Eine Augenweide der besonderen Art waren die ausgestellten, außergewöhnlichen Modelle. Aus verschiedenen Vereinen wurden tolle Eigenbauten präsentiert. Wunderschöne und große Modelle wurden publikumswirksam gezeigt.

Auch die schon hinlänglich diskutierte und prognostizierte Wirtschaftskrise scheint am Modellbausektor vorbei zu gehen. Schon lange vorbei ist auch die Zeit, bis man endlich die angesagten Neuheiten in Form von Katalogen von großen Händlern oder Herstellern in den Händen hielt. Im Zeitalter des Internets kann man sich zu jeder Zeit über die aktuellen Artikel informieren. Aber die brandneuen Modelle in der Luft zu sehen, kann man eben nur bei der FMT-Neuheiten Flugschau in Karlsruhe.

Schon im Vorfeld dieser Veranstaltung konnte man sich im Internet über das Programm der Schau informieren und alle namhaften Hersteller hatten kurze Zeitfenster, denn möglichst alle wollten 'ihre' Neuheiten präsentieren.

Mehr als drei oder höchstens vier Minuten pro Modell waren da leider nicht möglich. Seglerschlepp Vorführungen, egal ob von Graupner oder robbe, sahen dann auch wie gehetzt aus. Rauf mit dem Segler und dann schnell schauen, dass die Landung eingeleitet wird. Dann wieder sind sechs Multiplex Fun Jets oder die neuen Nano Jets von robbe gleichzeitig in der Luft. So ein Spektakel sieht man auch nicht alle Tage. Auch die österr. Firma CNC Technik Kolm war mit zwei Modellen dabei und zeigten eindrucksvoll die Kraft der 4-Takt Boxermotoren mit 100 und 130ccm Hubraum. Pilot Peter Zarfl zeigte mit seiner großen Graupner BO 209 eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit dieser Motore.

Aber leider hatten die Veranstalter mit dem Wetter Pech. Das prognostizierte Schlechtwetter traf gnadenlos ein. Bockiger Wind, unterbrochen von einigen Regenschauern und mit Temperaturen um die 5°-7° Grad plus stellte die Organisatoren vor einige Probleme, besonders wenn auf Grund der wetterbedingten Unterbrechungen die Zeit wieder hereingebracht werden musste. Das einzig positive daran war noch, dass der Wind exakt zur Pistenachse blies. Am zweiten Tag war dann gegen 15 Uhr definitiv Schluss mit dem Fliegen. Der Regen verhinderte weitere Schauflüge.

Karlsruhe war auf alle Fälle die weite Reise wert. Gegenüber Sinsheim waren die Ausstellungshallen weiträumiger. Das Fluggelände verfügt über eine asphaltierte Piste und für die Besucher ist der Anmarsch weitaus kürzer als noch in Sinsheim. Dieser kurze Bericht sollte dazu anregen, sich diesen Termin schon im nächstjährigen Kalender anzumerken, denn die Faszination Karlsruhe 2011 wird es sicher geben.



Hier habe ich einige Bilder zusammengestellt:
Ein kurzer Film mit einigen Eindrücken von der 'Faszination Karlsruhe 2010':

Wolfgang Lemmerhofer
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