Erfahrungsbericht vom Slovakia F3f Open 2010 in Donovaly (Eurotour-Bewerb).
Donnerstag, halb fünf am Morgen. Gut, für einen Studenten wie mich ist das eher mitten in der Nacht, aber was nimmt man nicht alles in Kauf für sein Hobby? Also, aufstehen, schnell einen Kaffee trinken und auf geht's in Richtung Gratkorn zu Franz Prasch, der mich samt RC-Anlage und drei Fliegern dankenswerterweise mitnimmt in die Slowakei zum Eurotour-Bewerb nach Donovaly. Gut 500km liegen vor uns, also noch schnell das Navi programmieren und los geht's.
Nach etwa zwei Stunden kommt in uns beiden ein kleiner Hunger hoch. So ein Zufall, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt gerade in Hainburg, am Fuße des Braunsberg befinden. Das Wetter ist schön und der Wind kräftig. Außerdem juckt es schon in den Fingern. Wir wollen fliegen! Also schnell eine kleine Jause kaufen und dann nichts wie rauf auf den Braunsberg. Kräftiger Wind mit vielen Turbulenzen. Nahezu perfektes Flugwetter! ;-) Nach zwei Stunden fliegen am Braunsberg wird es dann Zeit, weiterzufahren.
Um 14:30Uhr treffen Franz und ich endlich in Donovaly ein. Leider können wir heute nicht mehr auf den Berg hinauf, da die Seilbahn um 16Uhr schließt. Das würde sich nicht mehr auszahlen. Fliegen wollen wir aber heute trotzdem noch. Also suchen wir neben der Straße nach einem geeigneten Hang. Diesen finden wir etwas außerhalb der Ortschaft auch recht schnell. Wie sich zeigen wird, ist dies eine gute Entscheidung, da wir auf diesem Hang auch sechs Durchgänge fliegen werden. Nach einiger Zeit beginnt es jedoch zu regnen und nachdem uns wieder der Hunger packt, machen wir uns auf die Suche nach einem guten Gasthaus. Zufällig treffen wir dabei auf Sigi Schedel, welcher sich auch gleich anschließt.
Für heute, Donnerstag, steht nicht mehr viel am Programm. Noch schnell ein Quartier suchen, welches wir auch bald finden und am Abend mit einigen bereits anwesenden Kollegen aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei das eine oder Bier trinken.
Freitag. Für 09.00Uhr ist das erste Briefing angesetzt. Mittlerweile sind fast alle Teilnehmer eingetroffen. Das Briefing und die Startnummern werden vergeben. Diesmal habe ich Glück und entwische der Startnummer 1. Nicht so viel Glück hat Thuro. Er wird mit der Startnummer 1 den Bewerb eröffnen. Aufgrund des schlechten Wetters kann am Freitag leider kein Durchgang geflogen werden. Ein paar Kollegen entscheiden sich, zusammen mit Franz, Eberhart und mir, wieder den kleinen Hang aufzusuchen. Im leichten Nieselregen werfen dann aber nur Franz und ich unsere Modelle hinaus. Lukas, Stefan und Martin kommen nach und haben mit ihren Alulas bei dem Wetter sichtlich mehr Spaß, als wir beide mit den größeren Modellen. Langsam wird uns der Regen aber auch zu viel und ein leichtes Hungergefühl bahnt sich wieder einmal seinen Weg. Das sollte es also schon für den Freitag gewesen sein.
Samstag. Auch heute ist wieder ein Briefing für 09.00Uhr angesetzt. Das Wetter ist allerdings gleich schlecht wie gestern. Der Berg hüllt sich in dichtem Nebel. Einzig der Regen dürfte ausbleiben. Die Veranstalter entschließen sich, den Bewerb trotzdem zu starten. Nicht am Berg, sondern auf dem kleinen Hang, den Franz, Sigi und ich bereits die Tage davor beflogen haben.
Die Strecke wurde also aufgebaut und Thuro eröffnet den Bewerb. Auch heute zeigt der kleine Hang seine Tücken. Turbulente Bereiche in den Wenden, nahe den Bäumen stellen einige Piloten vor größere Herausforderungen. Das eine und andere Modelle fiel förmlich vom Himmel. Der Wind weht den ganzen Tag mit 7-19m/s. Allerdings sind die Bedingungen sehr unregelmäßig. Der Pilot vor mir liegt in einem Durchgang nach vier Strecken plötzlich am Boden. Es ging halt leider nichts mehr. Das es aber auch anders geht, zeigt Mr. Speedy, Frankie Ruisl, der mit 35,20 Sekunden den schnellsten Flug des Bewerbes für sich beansprucht.
Nach 6 Durchgängen müssen wir leider das Feld räumen. Den örtlichen Vertretern des Gesetzes ist es nicht recht, dass wir unsere Autos in der Wiese am Straßenrand parken. Für heute steht noch die Grillerei, die Fußball-WM (Ghana vs. USA) und wieder das eine oder andere Bier am Programm.
Sonntag. Endlich schönes Wetter! Wind an der Bergstation der Seilbahn mit 16-20m/s. Perfekte F3f-Bedingungen. Gespannt warte ich auf das Briefing, als ich plötzlich höre, dass die Seilbahn bei diesen Windgeschwindigkeiten nicht fahren kann. Für heute entscheidet die Wettbewerbsleitung, dass der Bewerb nahe Ruzomberok zu Ende geflogen werden soll. Nahezu das gesamte Starterfeld macht sich im Konvoi auf den Weg zu besagtem Hügel. Um 11 Uhr können wir endlich den 6. Durchgang starten. Auch heute wechseln die Bedingungen ständig, allerdings nicht mehr so extrem wie gestern. Wir haben mit wenig Wind zu kämpfen, was zu relativ vielen Reflights führt.
Heute ist der Tag von Stefan Hölbfer. Während sich am Samstag Sigi Schedel und Martin Ziegler ein Duell um den ersten Platz liefern, greift heute Stefan ins Rennen ein. Mit einem ausgezeichneten 35,88 Sekunden Flug übernimmt er im letzten Durchgang die Führung und gewinnt letzten Endes auch das Slovakia Open vor Martin Ziegler (2) und Sigi Schedel (3).V
Im Großen und Ganzen blicke ich auf vier lustige Tage mit sehr netten Kollegen zurück. Auch den Veranstaltern und natürlich den fleißigen Helferinnen und Helfern muss ich ein großes Lob aussprechen, da sich wirklich sehr bemüht haben und der Bewerb im Ablauf auch reibungslos war. Bilder und die genauen Ergebnisse gibt's unter www.f3f.eu
|