1. Osttiroler Elektro-Schleppmeeting beim Modellfliegerclub Lienz / Osttirol
Angeregt von den guten Erfahrungen und den vielen Nachfragen bezüglich des im PROP 3/2008 erschienenen Berichtes zu unseren E-Schleppmaschinen entschloss sich der MFC-Lienz im Frühjahr spontan zu dieser Veranstaltung. Wegen der geltenden Platzordnung kamen nur elektrisch betriebene Schleppmaschinen in Frage, wobei auch deren dbA von Interesse waren.
Ziel des Treffens war es, Fachinformationen über erprobte Antriebsauslegungen hinsichtlich ihrer Leistungsgrenzen und Lärmentwicklung dem interessierten Fachpublikum zu vermitteln. Dazu wurden neben den Modell-, Motor- und Akkutypen auch die Drehzahlen und dbA / 7m erhoben.
So trafen sich am 19. und 20. Sept. 2009 bei mildem Flugwetter 27 Piloten aus Italien, Deutschland, der Steiermark, Kärnten, Niederösterreich und Tirol vor der mächtigen Kulisse der Lienzer Dolomiten.
Besonders erfreulich war der Besuch vom Elektroflugreferenten des Deutschen Modellfliegerverbandes (DMFV) Dipl.-Ing. Ludwig Retzbach sowie vom Kärntner Helmut Kirsch, welche beide als "Elektropäpste der ersten Stunde" viel zum Siegeszug der Elektroantriebe beigetragen haben.
Insgesamt waren 14 Motormaschinen im Einsatz, die mit dem Hochschleppen der 19 Segler - mal scalemäßig, mal rasant - je nach Motorleistung - ständig beschäftigt waren. Die zahlreichen Ladegeräte wurden über den 3-phasigen Netzanschluss von der Clubhütte aus versorgt.
Besonderen Dank gilt neben allen anderen Akteuren auch der Fa. Hepf, die gemeinsam mit Gernot Bruckmann und ihren starken Modellen sowie mit vielen Fachinformationen dieses "1. Osttiroler E-Schleppmeeting" enorm bereichert haben.
Fliegerische Highlights in Schlagworten:
- die scalemäßigen Demonstrationsflüge der derzeitigen österreichischen SL-Staatsmeister Dr. Wolfgang Schober und Herbert Lenzhofer mit Austrotrainer und Mucha (5 m)
- Schlepp- und Kunstflug des mehrfachen internationalen Meisters Gernot Bruckmann mit seinem 5,6 m spannenden Solo Fox
- die stärksten und größten Schleppmaschinen für Segler bis 16 kg:
* Belanca (K. Winkelbauer): 3,4 m, 16 kg, Hacker A150/8, 10000mAh (90 dbA)
* Swiss Trainer (Fa. Hepf): 3,6 m, 12,5 kg, AXI 5360/20, 15S / 7200 mAh (83 dbA)
* Pilatus Porter (M. Sussitz): 3,2 m, 17,8 kg, AXI 5360/18, 14S, 6900 mAh (79 dbA)
- die größten Segler:
* ASH26 (W. Forcher): Eigenbau, 6 m Spw, 14 kg
* Solo Fox (G. Bruckmann): 5,6 m Spw., 15 kg
* Duo Discus (H. Kleinlercher): 5,33 m Spw., 15,5 kg
* Motorsegler Dimona (W. Kozubowski): 5,33 m Spw., 15 kg, AXI 5345M6, 10S (79 dbA)
- die schönsten Antiksegler:
* Nemere 1936 (Dr. G. Härting): Eigenbau, 5 m Spw., 8 kg
* Grunau Baby (R. Ellecosta / Italien): 4,5 m Spw., 10,2 kg
* Mucha (H. Lenzhofer): 5 m Spw., 7,4 kg
* MG19 (J. Fedon / Italien): 3,4 m Spw, 3,6 kg
- der amperestarke Auftritt der steirischen Mannschaft MBV-AirPower um Kurt Winkelbauer
- der kleinste Schleppzug mit den jüngsten Teilnehmern:
* Cessna 172 (L. Schosser, 10 J.): 1,4 m Spw., 1,1 kg mit
* Segler Minihepf (S. Kronthaler): 0,85 m, 0,2 kg
- atemberaubender Motorkunstflug von G. Bruckmann mit seinem 3D-Motormodell von der Fa. Hepf als Auflockerung
Technische Details: siehe beigelegte Excel-Tabelle Verwendete Technik:
Sender:
Graupner: 43 %
MPX: 29 %
Futaba 21 %
Sonstige: 7 %
Frequenz:
2,4 GHz: 46 %
35 MHz: 43 %
40 MHz: 11 %
E-Motoren:
AXI: 60 %
Hacker: 13 %
Sonstige: 27 %
Resümee:
Mit den vorhandenen Schleppmaschinen konnten selbst Segler bis 6 m Spw. mit 15 kg Gewicht zügig auf große Höhe gebracht werden. Aber auch das Schleppen von und mit kleinen Schaumstoffmodellen macht außergewöhnlichen Spaß und ermöglicht als "low-cost"-Version speziell der Jugend in den Schleppbetrieb einzusteigen: Auf diese Möglichkeiten sollte viel mehr hingewiesen werden!
Für einen leistungsfähigen Schleppbetrieb bedarf es auch einer guten Infrastruktur am Flugplatz mit gepflegter Piste und leistungsfähigem 12V- bzw. Netzanschluss.
Beim intensiven Schleppbetrieb sind trotz der hohen Anschaffungskosten die (A123) Life-Zellen auf Grund ihrer Schnellladeeigenschaften und Zyklenfestigkeit sehr beliebt und empfehlenswert.
Der Lärmpegel der Schlepper kann durch die Auswahl der Luftschraubengröße / Drehzahl den geforderten Gegebenheiten gut angepasst werden. So können mit den Lienzer Modellen 14 kg-Seger mit max. 82 dbA/7m bei bis zu 6000 U/min scalemäßig und umweltfreundlich geschleppt werden. Durch weitere Ausnützung der Leistungsgrenzen erreichen die Elektroantriebe allerdings auch Lärmwerte von großhubigen Benzinmotoren.
Die beiden flugintensiven und pannenfreien Tage in Lienz/Osttirol erbrachten wichtige Erfahrungen für die Beteiligten - vieles wurde dazu gelernt, vieles konnte an die anderen Piloten auch weitergegeben werden, so soll es auch sein!
Auch blieb durch die stressfreie und gemütliche Stimmung noch genügend Zeit, die von den Clubdamen bestens betreute Kantine entsprechend zu genießen und dabei alte und neue Kontakte freundschaftlich zu pflegen.
Auf ein Wiedersehen in Lienz!
Mehr Fotos und Informationen gibt es im Internet unter: www.modellfliegerclub-lienz.at
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| Obmann Josef Bader (re.) im angeregten "Smalltalk" mit Robert Ellecosta aus Italien |
Manfred Pfeifer strahlt über seine neue Schleppmaschine "Swiss Trainer" von Bruckmann (3,6 m, 12,5 kg) |
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| Der derzeitige österreichische SL-Staatsmeister Herbert Lenzhofer (Ktn.) mit seiner Mucha (5 m, 7,4 kg) |
Graupner Kadett 2400 des deutschen "Elektropapstes" Ludwig Retzbach (2,4 m, 5,2 kg) |
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| Pilatus Porter, Swiss Trainer und Kadett 2400 warten auf ihren Einsatz. Im Hintergrund die Pilatus B4 von Windhager Rainer (4 m, 6,5 kg) |
Solo Fox (5,6 m, 15 kg) mit Pilot Gernot Bruckmann auf dem Heimweg... |
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| Die "Steirermen" des MBV-AirPower vor ihrem "VIP-Zelt" waren mit starken Schleppzügen auch in Lienz very good! re: Belanca 3,4 m, 16 kg, li: Robin 2,6 m, 9 kg |
Blick über den Vorbereitungsraum zur Startbahn |
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| In der grünen Tischbox des MFC-Lienz stehen 120 A / 12 V DC zum Laderanschluss bereit |
Auch der jüngste und kleinste Schleppzug aus Schaummodellen begeisterte: Lukas Schosser (10 J.) mit Cessna 172 (1,4 m, 1 kg) und Silvia Kronthaler mit Segler Minihepf (0,85m, 0,2 kg) |