Wie jedes Jahr fiel auch heuer in Bitterfeld der Startschuß für die österreichischen Fesselflieger. Leider konnte die Klasse F2B-Kunstflug aufgrund geänderter Besitzverhältnisse des Clubgeländes nicht geflogen werden und auch in der Klasse F2D-Combat war kein österreichischer Pilot am Start, denn Rudi Königshofer hatte sich als Mechaniker verdingt, um die Neuerung im Combat, die vorgeschriebene Abschaltvorrichtung gegen das Flyaway, das Wegfliegen des Modells nach einem Leinenriss, zu studieren. Ausgereift sind die vorgestellten Alternativen noch nicht, bei drei Modellen funktionierte die Mechanik definitiv nicht, bei anderen teilweise mit Verzögerung. Bei einer elektronischen Variante stellt sich die Frage, ob sie regelkonform ist.
In der Klasse F2A-Speed gab es den erwarteten Sieg von Sandor Kalmar, Ungarn, Weltcupsieger des Vorjahres, mit der schnellsten jemals in Bitterfeld geflogenen Zeit von 301,4 km/h. 300 km/h sind im Speed so etwas wie eine Schallmauer und dass Kalmar diese bereits bei seinem ersten Antreten in diesem Jahr gebrochen hat, läßt erwarten, dass er heuer den Weltrekord von 306 km/h angreifen wird. Aber auch der Zweite, Imre Elekes, ebenfalls aus Ungarn, mit 299,2
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| Hans Straniak mit dem schnellsten MTR Modell |
Ivo Popov mit seiner Frau |
km/h wird sicherlich die 300 km/h dieses Jahr schaffen. William Hughes aus den USA wurde Dritter und stellte mit 293 km/h einen persönlichen Rekord auf. Österreichs Teilnehmer, Ivo Popov, wurde mit 277 km/h Fünfter, eine Zeit die unter seinen Erwartungen lag. Sein Poblem war, dass der Motor in den letzten Wertungsrunden abbaute und dadurch die gute Zeit der ersten Runden zunichte machte. Er ist aber zuversichtlich, diesen Fehler beheben zu können und dann sind für ihn Zeiten weit über 280 km/h möglich.
Das erfreulichste Resultat gab es in der Klasse F2C-Team Race mit einem 2. Platz. Nach dem der bisherige Pilot von Hans Straniak, Walter Reinisch, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen kann, musste sich Straniak einen neuen Piloten suchen. Und hier bot sich Istvan Mohai, Ungarn, an, der bereits früher mit einem österreichischen Mechaniker, Heinz Nitsche, geflogen ist. Interessant war dieses Rennen auch aus technischer Sicht, denn eine Regeländerung verlangt nun dickere Leinen, 0,35 mm Durchmesser statt 0,3 mm und allgemein werden langsamere Zeiten erwartet. Die Schätzungen gehen von 5 bis 10 Sekunden aus, bezogen auf die Zeiten des Vorjahres.
Mit 3:31,1 wurde im ersten Durchgang die drittbeste Zeit geflogen, doch von der besten Zeit, 3:15,2, geflogen vom ungarischen Team Ferenc Orvos/Attila Kasoly, war das Team noch weit entfernt. Im 2. Durchgang wurde das Team disqualifiziert, der Pilot wollte zu viel und nahm es mit den Regeln nicht so genau, so dass die Jury keine andere Wahl hatte. Im 3. Durchgang wurde mit 3:21,8 eine sehr gute Zeit erzielt und der Einzug ins Semifinale war gesichert. Im ersten Lauf des Semifinales wurde mit 3:19,1 eine Zeit geflogen, die von keinem anderen Team unterboten werden konnte und damit waren Mohai/Straniak zusammen mit Matthieu Perret/Jean-Paul Perret, Sohn und Vater aus Frankreich, und Orvos/Kasoly, Ungarn Finalteilnehmer.
Im Finale über 200 Runden ging es heiß her, den sowohl Mohai als auch Orvos sind als Piloten bekannt, die sich nichts schenken. Nach der Hälfte des Rennens hatten dann auch Mohai und Orvos bereits 3 Verwarnungen und eine weitere würde Disqualifikation bedeuten. Leider änderten die Verwarnungen nichts am Flugstil und die Jury brach das Rennen aus Sicherheitsgründen ab, wobei sie unmittelbar zuvor das Team Orvos/Kasoly disqualifiziert hatte. Ohne Abbruch wären einige Modelle zu Bruch gegangen. Gewonnen hat das Finale das Team Perret/Perret mit 154 Runden vor Mohai/Straniak mit 148 Runden und Orvos /Kasoly.
In der nationalen Klasse MTR-Mini Team Race ging das Team Max Dillinger/Hans Straniak mit großen Erwartungen an den Start, hatten sie doch letztes Jahr alle ihre Rennen gewonnen. Im ersten Vorlauf wurde noch taktiert und mit 4,43,2 die 2. beste Zeit geflogen. Im 2. Vorlauf ging man mit dem besten Modell an den Start und mit 3:49,4 wurde erstmals im MTR die 4-Minuten Grenze unterboten. Damit war man sicher im Finale und der 3. Vorlauf wurde zu Testzwecken verwendet.
Das Finale bestritten das Team Dillinger/Straniak und zwei Teams aus Holland, Stefan Grootkarzjin/Owen Bosvelt und Rob Olijve/Bram Anker. Am Start war unser Team am schnellsten in der Luft, doch da nicht das schnellste Modell ausgewählt worden war konnten die holländischen Teams sie knapp überholen. Bei der ersten Zwischenlandung machte dann Dillinger einen groben Fehler, er landete viel zu schnell und beschädigte das Modell dadurch so stark, dass es nicht mehr starten konnte. Damit war das Rennen für das österreichische Team nach 50 Runden vorbei. Gewonnen hat das Team Grootkarzijn/Bosvelt in der Zeit von 8:34,8 vor Olijve/Bram in 10:28,3 und Dillinger/Straniak. Auch wenn das Finale verloren ging, so kann sich das Team damit trösten, dass es die bisher schnellste MTR-Zeit geflogen hat.
Im Combat gewann der Spanier Francisco Mons vor Monique Wakkermann, Holland, die mit ihrem Bruder auch in MTR angetreten war, und Audrius Rastenis aus Litauen.
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