Nichts ist unmöglich....
Das 1. Kärntner Elektroflugmeeting

Der United Flying Club Mostland in St. Andrä ist der erste und bis jetzt einzige Verein in Kärnten, in dem ausschließlich elektrisch angetriebene Modelle geflogen werden. Aus diesem Grund und um die Elektroflugszene in Kärnten noch größer und bekannter zu machen haben wir uns entschlossen ein Elektroflugmeeting zu veranstalten.

Am Wochenende des 15. und 16. Juli war es so weit. Das von uns mit Spannung erwartete erste Kärntner Elektroflugmeeting fand auf unserem Flugplatz in Mettersdorf bei St. Andrä statt. An beiden Tagen herrschte bestes Sommerwetter, sodass wir am Samstag bereits um 08:30 die ersten Gastpiloten auf unserem Flugplatz begrüßen durften. An beiden Veranstaltungstagen zeigten 40 Piloten aus ganz Österreich mit ca. 65 Modellen ihre ausschließlich elektrisch angetriebenen Flugzeuge und Hubschrauber. Aufgrund der von den Piloten ausgefüllten Anmeldungen konnte jede Flugvorführung mit den entsprechenden technischen Details von unseren beiden Sprechern Heinz-Peter Kaufmann und Wolfgang Baumgartner kommentiert werden. Zusätzlich unterhielt Heinz das Publikum und die Piloten noch mit einigen Geschichten die er aus der Umgebung der Piloten kannte und über das Mikrofon wiedergab.

Wenn man einen Blick auf die ausgestellten Modelle warf stellte man sofort fest, dass die allseits beliebten und eigens für den Elektroflug entwickelten EPP und Depron-Modelle eine kleine Minderheit der mitgebrachten Modelle waren. Durch die immer weiter fortschreitende Entwicklung im Bereich der Akkus und der Motoren gibt es fast keine Modelle mehr, die man nicht elektrifizieren kann. Als Stromquelle zum Einsatz kommen vor allem die leistungsfähigen Lithium Polymer Akkus (Lipos), als Antrieb meist leistungsstarke Außenläufermotoren.

Zeigen konnte dies zum Beispiel Heinz Gatternig aus Klagenfurt mit zwei von seinen Eigenbau E-Impeller Jets, einer Mirage und einer Venom. Die Venom hat eine Spannweite von ca. 150 cm, der Lehner Motor im Impeller mit 120 mm Durchmesser benötigt einen Strom von ca. 80 Ampere aus einen Akkupack von 11 in Serie geschalteten Lipo-Zellen. Der Plettenberg Motor im Impeller der Venom (190 cm Spannweite) gibt sich beim selben Akkupack mit ca. 60 Ampere zufrieden. Beide Modelle sind selbstverständlich mit Einziehfahrwerk ausgerüstet. Bei diesen Modellen kommt auch ohne Kerosin richtiges Jet-Feeling auf.

Wunderschön gebaute F3A-Modelle die auch perfekt mit einem Programm vorgeflogen wurden zeigten uns die extra aus Lienz angereisten Fritz und Herbert Dietrich. Ihre beiden Impulse F3A mit 2m Spannweite sind jeweils mit einem AXI 5330 inklusive einer 19x13 Luftschraube ausgerüstet, die jeweils von 10 Lipo-Zellen mit 75 Ampere angetrieben werden. Ebenfalls aus Lienz angereist war Mark Köffler mit seiner 2 m Extra 330L ebenfalls mit einem AXI 5330 und 10 Lipos motorisiert.

Auch in der Kategorie der Hotliner gab es einiges zu sehen, sodass am Flugplatz echtes F5B Feeling spürbar war. Die Spitze bildete der aus Wels angereiste Peter Napetschnig mit seiner Surprise mit 23 NiMh Zellen und unglaublichen 200 Ampere die den Plettenberg 220 mit der 16*16 Luftschraube zu Höchstleistungen antrieben. Knapp dahinter folgten dann unser Sprecher Heinz Peter Kaufmann mit seinem Raketenwurm V1 mit 12 NiMh Zellen und knapp 100 Ampere und Robert Hüttenbrenner von der Modellfluggruppe Freistritz/Drau mit seinem V-Max Evo. Peter musste die Heimreise leider ohne seine Surprise antreten, da er sich bei seinem zweiten Flug etwas verschätzt hatte und sie an einem Baum zerstörte. Aber dank der Mithilfe von vielen hilfsbereiten Teilnehmern konnten alle Teile des Antriebs wieder gefunden werden. Als kleinen Trost für seinen Verlust bekam Peter von den Veranstaltern den Pechvogel-Pokal verliehen, und er versicherte uns, dass er schon bald mit einem neuen, noch schnelleren Modell zu uns kommen wird.

Wem diese Modelle zu schnell waren, der konnte sich die elektrifizierten Seglern der Freunde der Modellfluggruppe Feistritz/Drau Robert Hüttenbrenner und Gerhard Jellitsch ansehen. Gerhard flog seine Ventus mit 3,6m Spannweite und einem Abfluggewicht von 3 kg angetrieben von einem Kontronik Motor und 10 NiMh Zellen. Robert zeigte uns seine Nimbus 4d mit 4 m Spannweite und 5 kg Abfluggewicht ebenfalls mit Kontronik Motor und 10 NiMh Zellen.

Die Hubschrauberpiloten Harry Zupanc, Rudi Schneeberger von Heli-Fly Unlimited und die Pilotin Elke Linseder aus Spittal konnten wir ebenfalls als Gäste begrüßen. Elke flog mit ihrer Wespe mit einem Rotordurchmesser von 63 cm und 7 Zellen NiMh, Rudi mit seinem Eigenbau Hirobo mit 3 kg und 10 LiPo Zellen und Harry zeigte uns seinen Hirobo Lepton mit 955 mm Rotordurchmesser angetrieben von einem Plettenberg mit 4 Lipo Zellen.

Als fleißigste Piloten im Laufe dieser Veranstaltung zeigten sich Manfred und Thomas Pfeiffer (www.hepf.at). Sie verstauten am Samstag morgen in ihrem Van insgesamt 11 Modelle und machten sich dann auf den Weg von Wörgl nach Kärnten. Der von unserem Kommentator Heinz Peter Kaufmann in Mister Elektro umbenannte Manfred hatte alles aus Tirol mitgebracht was groß und/oder schnell ist und sich mit einem AXI motorisieren lässt. Das mit Abstand schwerste Modell war seine Edge 540 mit einem Abfluggewicht von 13 kg und 2,6 m Spannweite. Angetrieben wird die Maschine von einem AXI Twin 20, einer Lauftschraube 26x12 und zwei Akkupacks mit jeweils 10 Lipo- Zellen. Diese Kombination ergibt einen Strom von 170 Ampere und wirklich unglaubliche Flugleistungen. Eine Besonderheit ist auch der Weatronic Dual Empfänger der in diesem Modell zum Einsatz kommt. Dieser Empfänger besitzt unter anderem zwei getrennte Eingangskreise mit zwei Antennen, eine geregelte Akkuweiche für Lipo Akkus oder NiMh Akkus als Stromversorgung, zwei integrierte Gyros und 20 Servoausgänge. Durch einen integrierten GPS-Empfänger ist außerdem eine Aufzeichnung der Flugdaten wie z.B. Flughöhe, Fluggeschwindigkeit und Entfernung des Modell von Startplatz möglich.

Weiters flog er noch eine Extra 330 mit einem Abfluggewicht von 7kg und 3,3 m Spannweite und eine Accord 2200 mit einem Abfluggewicht von 5 kg. Beide sind motorisiert mit einem AXI 5330 und 10 Lipo Zellen. Neben diesen großen Modellen flog er auch einige kleine, sehr schnelle Modelle, wie z.B. den neuen Fun Jet von Multiplex mit einer Spannweite von 80 cm. Angetrieben von einem AXI 2814/6 mit drei Lipo Zellen erreicht das Modell einen unglaublichen Strom von 80 Ampere und dementsprechend eine unglaubliche Geschwindigkeit. Aufgrund des hohen Motordrehmomentes und der geringen Größe des Modells war der Start dieses Modells besonders schwierig. Nachdem wir einige Fehlstarts dieses Modells ansehen mussten, boten wir unseren besten Werfer am Platz, Wolfgang Baumgartner als Starter an, und von diesem Moment an gab es keine Fehlstarts mehr und einige tolle Flüge des Funjets.

Das Manfred auch sehr bemüht um den fliegerischen Nachwuchs ist, bewies er uns als er den jungen Uwe Klöckl vom UMFC Maria Buch die Möglichkeit bot mit seiner Accord 2200 zu fliegen worum ihn durchaus der Grossteil der anwesenden Piloten beneidete. Uwe zeigte mit dieser für ihn neuen Maschine einen perfekten Flug mit einigen tollen Kunstflugmanövern und landete die Maschine perfekt auf der Landebahn.

Das von der Spannweite her größte Modell von Manfred war seine Alpina mit 4m Spannweite, einem Gewicht von 6,4 kg, die mit Hilfe von 10 Lipos und einem AXI 4120/12 senkrecht steigt. Interessant ist auch, dass aufgrund von kohlefaserverstärkten Flächen das Modell auch einem senkrechten Sturzflug ohne Schäden überlebt.

Vom Modell mit der größten Spannweite zu den Modellen mit der kleinsten Spannweite, den VIPs von Mascher Norbert, Franz Oberpucher und Willi Morbacher. Mit einer Spannweite von 700mm sind sie zwar ziemlich klein aber genau deshalb und auch durch die Motorisierung mit bürstenlosem Antrieben und 2 LiPo Zellen absolut spektakulär, schnell und schwer zu fliegen.

Leider erst am Sonntag zu uns nach Mettersdorf kam Rainer Linseder aus Spittal mit einer absoluten Rarität, seiner Diabolo Ente mit 1500 mm Spannweite und motorisiert mit einem Spitz Elektromotor und 3 Lipos. Ebenfalls leider erst am Sonntag Nachmittag bekamen wir die Möglichkeit das schöne Schleppflugzeug von Rudolf Buchacker (MBG Feldkirchen), seine Rascal 110, zu betrachten. Mit einer Spannweite von 2800mm, einem Gewicht von 6,5 kg und angetrieben von einem AXI 5330 und 30 NiMh Akkus zog er zusammen mit der Piper von unserem Vereinsmitglied Florian Magerle seine Kreise über unserem Flugplatz. Die Piper hat eine Spannweite von 2200 mm, ein Gewicht von 3,7 kg und ein AXI 4130 wird angetrieben von 6 LiPo Akkus.

Neben diesen vielen Highlights gab es auch noch viele interessante Vorstellungen von weniger spektakulären Modellen, die aber für den Erfolg der Veranstaltung genau so wichtig waren. Darunter fallen zum Beispiel die Seglerschlepps von Ingo Zikulnig und Christian Kuschnig, oder die tiefen Platzüberflüge am Rücken von Herrmann Gollob mit seinem Big Excel. Bemerkenswert war auch, dass es den ganzen Samstag über nicht möglich war, Teilnehmer für eine Fuchsjagd zu finden. Erst um 21:00 fanden sich fünf tapferer Jäger und ein Fuchs, sodass die erste Fuchsjagd starten konnte. Die Piloten entdeckten dabei plötzlich ihren Spaß an der Fuchsjagd und flogen bis ca. 22:00 bis sie in der Finsternis ihre Modelle nicht einmal mehr erahnen konnten. Einmal auf den Geschmack gekommen war die Motivation am Sonntag dann umso größer, sodass dann in Summe 4 Fuchsjagden stattfanden, was von den Zuschauern entsprechend honoriert wurde.

Ziel des ersten Kärnter Elektroflugmeetings war es zu zeigen, was mit der aktuellen Akku und Motorentechnologie alles mit E-Antrieb fliegen kann, umweltfreundlich, ohne Belästigung der Anrainer und ohne Einschränkung der Flugzeiten auf bestimmte Tageszeiten. Die Spanne der Antrieber reichte von Billigst- bis zu High-Tech-Antrieben. Auffallend war, dass in der Leistungsfähigkeit der E-Antrieb den Vergleich zum Verbrenner absolut nicht zu scheuen braucht, und dass der leistungsfähige Lithium Polymer Akku die NiMh Akkus über kurz oder lang ablösen wird.

Wir bedanken uns bei allen Piloten für ihre Teilnahme und ihre Bereitschaft über ihre Modelle Auskunft zu geben, sodass ein interessanter Erfahrungsaustausch in Gang gebracht werden konnte. Weiters bedanken wir uns bei allen Vereinsmitgliedern, die zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen haben, vor allem auch bei unserer großartigen Küche, die uns zwei Tage lang bestens versorgt hat. Das zweite Kärntner Elektroflugmeeting ist bereits in Planung und wird 2007 auf unserem Flugplatz in Mettersdorf stattfinden.

Die Mirage von Heinz Gatternig am Boden... ...und im tiefen Überflug
Heinz rollt mit seiner Venom zum Start.. und fliegt damit über den Platz
Die Impulse F3A von Fritz und Herbert Dietrich Die Extra 330 von Mark Köffler
Der Antrieb der Impulse, ein AXI 5330 mit einem 20*8 Propeller und Akku Die Impulse im Landeanflug
Die Surprise von Peter Napetschnig mit 23 NiMh Zellen, bevor er sie an einem Baum zerstörte Robert Hüttenbrenner bei den Startvorbereitungen an seiner Nimbus
Harry Zupanc startet seinen T-Rex. ...um ihn dann am Rücken zu fliegen
Elke Linseder startet ihre Wespe Die Diabolo Ente von Rainer Linseder
Manfred Pfeiffer mit seiner Edge 540 Der Rumpf der Edge mit dem Weatronic Dual Empfänger und den 4 Lipo Akkupaketen für den Antrieb
Die Edge im tiefen Vorbeiflug Die Extra 330 von Manfred Pfeiffer
Die Extra vor dem Abflug mit den 2 Lipo Akkupaketen Die Extra im tiefen Vorbeiflug
Uwe Klöckl nach erfolgreichen Flug mit der Accord 220, daneben Manfred Pfeiffer Uwe fliegt die Accord am Rücken über unseren Platz
Wolfgang Baumgartner macht sich bereit zum Start des Multiplex Fun-Jet Groß und Klein, die Alpina neben einer Dynamic 400
Die Rascal 110 von Rudolf Buchacker am Boden... ... und im Flug
Text und Bilder:
Ingo Buchbauer
 
Technische Daten der Modelle:
[60KB]
Die Piper von Florian Magerle im Landeanflug
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